10 Dinge über Bundesliga-Saisonfinale

Wir melden uns vom Abgrund

Neuner-Konferenz, samstags 15.30 Uhr, letzter Spieltag. Reicht noch nicht, um euch in Stimmung zu bringen? Dann hilft diese Top-10 von »A« wie Alfons Berg bis »V« wie Vizekusen. Mit einem kurzen Stopp bei »I« wie Irrenhaus.

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1.

Dass die Meisterschaft am letzten Spieltag entschieden wird, daran können sich die Jüngeren unter uns gar nicht mehr erinnern. Also alle, die nach dem 8. Mai 2010 auf die Welt kamen, angenommen das Erinnerungsvermögen reicht bis zur eigenen Geburt. Das war das letzte Mal, dass die Entscheidung erst nach 34 Spielen feststand. Meister wurde -damals – Boah! – der FC Bayern. An den Spieltagen vier bis sieben hieß der Tabellenführer – Doppel-Boah! – Hamburger SV.

2.

Für Fälle wie heute hat die DFL übrigens zwei Exemplare der Meisterschale. Eins reist mit DFL-Präsident Reinhard Rauball nach Mönchengladbach, das andere mit Geschäftsführer Christian Seifert nach München. Während Rauball nur eine Kopie einpacken darf, hat Seifert das Original dabei. Hält die DFL die Meisterschaft also schon für entschieden? Ein Skandal? Eine Verschwörung? Nein. Das Original ist in aller Regel beim Tabellenführer des vorletzten Spieltags.

3.

Nach der Bayerndominanz der letzten Jahre scheint es unvorstellbar, doch tatsächlich fällt die Entscheidung zum 25. Mal in 56 Bundesligaspielzeiten im Grande Finale. Allerdings: Nur fünf Mal verspielte der Tabellenführer seine Pole Position im letzten Atemzug. Womit wir bei Schalke 04 wären.

4.

Denn Königsblau hätte aus den fünf beinahe sechs Mal gemacht. Nach einem 5:3 gegen Unterhaching feierte ganz Gelsenkirchen für satte vier Minuten die Meisterschaft. Dann schoss Patrik Andersson in der Nachspielzeit des Parallelspiels auf Vorlage von Stefan Effenberg sein einziges Tor für den FC Bayern, der damit gegen den HSV einen Punkt und damit doch noch den Titel holte. Oder um es mit den Worten von Mathias Schober zu sagen, Verursacher des indirekten Freistoßes im Strafraum und von Schalke nach Hamburg ausgeliehen: »Ich dachte nur: Katastrophe!«

5.

Das letzte Mal, dass ein Bundesliga-Tabellenführer am letzten Spieltag den Titel vergeigte, war 1999/2000, als Michael Ballack ein Eigentor schoss und Bayer Leverkusen zu »Vizekusen« wurde. Übrigens auch das einzige Mal seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Aber auch die Bayern haben es schon geschafft. 1971 nämlich, als der FCB gegen Duisburg verlor und Gladbach parallel in Frankfurt gewann. Stellt sich heute die Frage: Wer wird Dortmunds Günter Netzer?