Claus-Dieter Wollitz über die Regionalliga-Reform

»Es geht um den Fußball, verdammt«

Was muss sich in den Regionalligen ändern? Im Vorfeld des DFB-Bundestags hatte Claus-Dieter »Pele« Wollitz lautstark Kritik geübt. Ist der Cottbus-Coach jetzt zufrieden?

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Claus-Dieter Wollitz, am Freitag hat der DFB einer Veränderung des Aufstiegsmodus zur 3. Liga zugestimmt. Ihre Reaktion?
Ja, ich habe das mitbekommen.

Es scheint Sie nicht wirklich zu interessieren.
Was heißt »nicht interessieren«? Wir sind jetzt Tabellenführer der Regionalliga Nordost und müssten im Fall der Meis-terschaft sowieso in die Relegation. Der Fehler wurde also schon vor Jahren gemacht, als die Herren dort oben ent-schieden haben, dass die Relegation eine gute Idee wäre.

In der vergangenen Woche haben Sie sich ja schon lautstark zu Wort gemeldet. Nun steht der Osten, im Vergleich zum angedachten Modell, besser dar. Und darf 2018/19 einen direkten Aufsteiger stellen.
Aber es geht doch nicht um mich oder um unseren Verein. Es geht um den Fußball, verdammt! Wenn ich die Wörter »Westen, »Osten«, »Südwesten« schon höre. Wie sollen wir denn mit dieser Denke Probleme lösen?

Der DFB hält den Losentscheid für eine deutliche Verbesserung. Sie auch?
Es hat einen Kompromiss gegeben, und das zeigt zumindest, dass es noch so etwas wie eine Einheit gibt. Das ist erst einmal zu begrüßen. Ich frage mich aber, wie es in zwei Jahren weitergehen soll. Am Abend vor dem Entscheid sah es ja nicht so aus, als ob irgendein Regionalverband ein Zugeständnis machen würde. Wird sich das in den nächsten Monaten ändern?

Welche Lösung halten Sie für möglich?
Vor dem Hintergrund halte ich fünf Aufsteiger aus fünf Ligen am wahrscheinlichsten. Jetzt ist es so, dass die 3. Liga einem vierten Absteiger zugestimmt hat, aber immer noch nicht alle Meister aufsteigen können. Ich denke, dass die 3. Liga 22 statt 20 Mannschaften vertragen könnte und einen fünften Abstiegsplatz. Mehr Mannschaften bedeuten im Umkehrschluss ja auch mehr Zuschauer und mehr Einnahmen in einer attraktiven Liga.

Der DFB möchte die Ligenstruktur auf vier Staffeln reduzieren.
Ja, wenn Sie das schaffen, bitteschön. Aber wir wissen doch, dass jeder Regionalverband seine Liga schützen möchte. Und wenn ich mit den Menschen hier vor Ort spreche, dann kann ich nur die Empfehlung aussprechen, nicht den Osten aufzuteilen. Die Menschen hier haben genug gelitten. Das ist eine Frage der Wertschätzung.

Herr Wollitz, wird dieses Thema den FC Energie Cottbus in zwei Jahren überhaupt noch interessieren?
Sie meinen, ob wir aufsteigen?

Ja.
Ich habe der Mannschaft heute gesagt, dass wir nach dieser Entscheidung noch stärker die Sinne schärfen müssen, um jetzt aufzusteigen – auch wenn die Relegation ein Roulettespiel ist. Aber im nächsten Jahr, wenn hier der Meister sicher aufsteigt, werden viele Vereine investieren und für ein Jahr über ihren Verhältnissen leben. Dann wird es ganz schwer.

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