Um Trainer Julio Veláz­quez ist es in letzter Zeit ziem­lich einsam auf dem Trai­nings­platz von Vitória Set­úbal geworden. Die Begeg­nung zwi­schen seinem Team und Spor­ting Lis­sabon am kom­menden Sams­tag­abend war bis vor kurzem nicht unbe­dingt eine beson­ders inter­es­sante im Kalender der Liga NOS. Doch kürz­lich machte sich eine beun­ru­hi­gende Nach­richt breit, die die Partie kurz­fristig doch noch her­vor­ge­hoben hat. 

Doch was war pas­siert? Vítor Hugo Valente, Prä­si­dent von Vitória, gab vor der Partie bekannt, dass sich sage und schreibe 14 Spieler im Kader wegen eines noch nicht näher bekannten Gesund­heits­pro­blems krank gemeldet haben und im Kran­ken­haus befinden. Es ist keine ein­fache Erkäl­tung oder Grippe“, erklärte der Prä­si­dent. Der rät­sel­hafte Virus erfasste auch wich­tige Größen der Mann­schaft, wie etwa Kapitän José Semedo oder Innen­ver­tei­diger Artur Jorge. 

Antrag auf eine Ver­schie­bung des Spiels 

Als Reak­tion auf die immensen Aus­fälle im Kader reichte der Verein einen Antrag bei der por­tu­gie­si­schen Liga ein, die Begeg­nung am Sams­tag­abend zu ver­schieben. In einer offi­zi­ellen Erklä­rung teilte der Ver­band mit, dass Spor­ting diesen Antrag jedoch abge­lehnt habe: Da die por­tu­gie­si­sche Liga eng mit den beiden Ver­einen zusam­men­ar­beitet, haben wir uns sowohl mit Vitória, als auch mit Spor­ting zusam­men­ge­setzt, um das offen­sicht­liche Pro­blem zu lösen. Da die beiden Ver­eine jedoch auf keine gemein­same Eini­gung gekommen sind, kann die Liga den Antrag von Vitória nicht bewilligen.“ 

Spor­ting Lis­sabon begründet seine Ent­schei­dung damit, dass ihr Zeit­plan keine Ver­schie­bung zulasse. In einer Pres­se­mit­tei­lung argu­men­tierte der Verein: Der Wett­kampf­ka­lender ist über­füllt und macht es Spor­ting unmög­lich, den Antrag von Vitória Sétubal auf Ver­schie­bung des nächsten Spiel­tages zu akzep­tieren. Ange­sichts der wich­tigen Spiele in der Europa League mit offen­sicht­li­chem Vor­teil für den por­tu­gie­si­schen Fuß­ball können wir nicht ris­kieren, mit wett­be­werbs­über­las­teten Spie­lern anzutreten.“ 

Und als hätte Vitória nicht schon bereits genug Unglück gehabt, teilte der Verein mit, dass sich der Virus in der Mann­schaft noch weiter aus­ge­breitet und nun knapp 80 Pro­zent des Pro­fi­ka­ders befallen habe. 

Ähn­li­ches Ereignis in Spanien

Erst kürz­lich ereig­nete sich ein nahezu iden­ti­sches Ereignis auf der ibe­ri­schen Halb­insel. Beim spa­ni­schen Zweit­li­gisten Spor­ting Gijon fielen vor dem Spiel gegen Real Sara­gossa ganze zehn Spieler auf­grund einer Grip­pe­welle aus. Ähn­lich wie Vitória bat der Verein um eine Ver­le­gung der Partie, anders als die Por­tu­giesen wurden die Spa­nier jedoch erhört. Viel Mut macht das Bei­spiel von Gijon den Por­tu­giesen aller­dings nicht, denn obwohl das Spiel fünf Tage später nach­ge­holt wurde, ver­loren die Astu­rier mit 0:2. Zeit­weise hatte man hier sogar geplant, mit zwei Bussen anzu­reisen, damit sich die gesunden Spieler nicht auch noch anstecken. 

Für Vitória ist dies keine Option, da die betrof­fenen Spieler alle­samt im Kran­ken­haus liegen. Und nach der Absage von Spor­ting bleibt der Mann­schaft nun mal nichts anderes übrig, als die Partie gegen Lis­sabon zu bestreiten. Aber wie soll das erfolgen? Trainer Vélaz­quez kann zusammen mit den ver­blie­benden gesunden Profis wohl nur noch auf Vitó­rias Jugend zurück­greifen. Die ohnehin schon favo­ri­sierten Haupt­städter von Spor­ting werden am Sams­tag­abend mög­li­cher­weise keine großen Schwie­rig­keiten haben.