Miss Marple, das räumte ihre Schöp­ferin, die Schrift­stel­lerin Agatha Christie, einmal ein, sei eigent­lich etwas zu alt geraten. In einem Inter­view bedau­erte Christie, die Ama­teur­de­tek­tivin als alte Dame erschaffen zu haben. Die beson­ders bri­santen Fälle habe sie daher dem jün­geren Kol­legen Her­cule Poirot übertragen.

Ein Jammer, dass Agatha Christie das Jahr 2019 nicht mehr mit­er­lebt. Denn in Coleen Rooney hätte die Autorin mög­li­cher­weise die per­fekte Vor­lage für eine weitaus jün­gere Pri­vat­de­tek­tivin gefunden. Jeden­falls, das steht seit diesem Mitt­woch fest, braucht sich die Ehe­frau von Wayne Rooney in Sachen Scharf­sinn und Spitz­fin­dig­keit nicht hinter Chris­ties Roman­figur zu verstecken.

Wie so viele Krimis, beginnt auch diese Erzäh­lung mit einer Merk­wür­dig­keit, einem leisen Ver­dacht, einer Ahnung: Über Jahre hinweg hatte die Sun“ immer wieder pri­vate Geschichten und Bilder von Coleen Rooney ver­öf­fent­licht. Doch die 33-Jäh­rige konnte sich nicht erklären, wie das Bou­le­vard­blatt an die Infor­ma­tionen gelangte – bis ihr irgend­wann däm­merte, dass die Artikel stets auf Storys oder Bei­trägen ihres pri­vaten Insta­gram-Accounts beruhten.

Griff in die Social-Media-Trickkiste

Weil diesem Account ver­gleichs­weise wenige Per­sonen folgen, musste es also jemand aus Coleen Roo­neys engerem Bekann­ten­kreis sein, der oder die diese Infor­ma­tionen der Presse steckte. Um den Maul­wurf zu iden­ti­fi­zieren, griff Rooney schließ­lich tief in die Trick­kiste der sozialen Medien: Sie änderte ihre Pri­vat­sphäre-Ein­stel­lungen bei Insta­gram so, dass nie­mand mehr ihre Storys sehen konnte – bis auf eine ein­zige Person.

In den fol­genden Monaten pos­tete die ehe­ma­lige TV-Mode­ra­torin gleich meh­rere erfun­dene Geschichten. So schrieb sie etwa über ein mög­li­ches Fernseh-Come­back oder erst kürz­lich über eine Über­flu­tung des fami­li­en­ei­genen Anwe­sens wäh­rend des Sturm­tiefs Lorenzo“. Und tat­säch­lich: Es dau­erte nicht lange, bis die Geschichten als Exklusiv-Artikel in der Sun“ erschienen.

Geplatzte Bomben und gebro­chene Herzen

Für Coleen Rooney war der Fall damit klar: Denn die ein­zige Person, die diese fin­gierten Geschichten bei Insta­gram zu Gesicht bekommen hatte, war: Rebekah Vardy, die Ehe­frau von Wayne Roo­neys ehe­ma­ligen Natio­nal­mann­schafts­kol­legen Jamie Vardy. Am Mitt­woch­mittag ließ Coleen Rooney die Bombe platzen und ver­öf­fent­liche die Ergeb­nisse ihrer Detektiv-Recher­chen bei Twitter – und eröff­nete damit eine Schlamm­schlacht, die sich wohl noch über einige Tage hin­ziehen dürfte – und die das eng­li­sche Social-Media-Publikum zu regel­rechten Begeis­te­rungs­stürmen animiert.

Denn die Beschul­digte reagierte umge­hend: Zunächst einmal sei sie sehr ent­täuscht, dass Rooney sie nicht ange­rufen habe, son­dern die Vor­würfe direkt über ihre sozialen Kanäle ver­öf­fent­licht habe – schrieb Vardy auf ihren sozialen Kanälen. Und über­haupt: Sie würde nie­mals mit der Presse über ihre Freundin spre­chen. Dass die Infor­ma­tionen zur Sun“ gelangten, erklärt sie damit, dass in den ver­gan­genen Jahren meh­rere Per­sonen Zugang zu ihrem Insta­gram-Account gehabt hätten. Von Roo­neys öffent­li­chen Anschul­di­gungen zeigt sich Vardy tief getroffen: Ich mochte dich sehr, Coleen und des­halb ärgert es mich umso mehr, dass du dich ent­schieden hast, so zu han­deln, gerade jetzt, wo ich hoch­schwanger bin.“ Die Nach­richt endet mit einem gebro­chenen Herzen.

Vom Krimi zum bit­ter­bösen Freund­schafts­drama inner­halb weniger Stunden – viel­leicht ist es doch ganz gut, dass Agatha Christie all das nicht mehr mit­er­leben muss. 

Die groß­ar­tigen Netz­re­ak­tionen zum öffent­li­chen Streit zwi­schen Coleen Rooney und Rebekah Vardy: