Es war ganz großes Tennis, was die Fans von Ein­tracht Frank­furt im Früh­jahr beim Heim­spiel gegen RB Leipzig ver­an­stal­teten. Aus Pro­test gegen das Mon­tags­spiel segelten hun­derte Ten­nis­bälle zu Beginn der zweiten Halb­zeit auf den Rasen, das Spiel ver­zö­gerte sich minu­ten­lang. Schon zu Beginn der Partie hatten die Fans ihren Unmut über den Termin mit zahl­rei­chen Ban­nern kund­getan. Die ein­deu­tige Bot­schaft: Montag ist haram, zu deutsch: Montag ist verboten. 

Die Frank­furter Fan­szene ist mit diesem Ansinnen frei­lich nicht alleine. Im ganzen Land gab und gibt es Fan­pro­teste gegen den unge­liebten, fan-unfreund­li­chen Termin am Mon­tag­abend. Erst ges­tern wurden von den aktiven Fans für den 13. Spieltag bun­des­weite Pro­test­ak­tionen ange­kün­digt. Nun scheint sich ihre Hart­nä­ckig­keit aus­ge­zahlt zu haben. Laut Infor­ma­tionen der dpa“ haben sich die Klubs dar­über ver­stän­digt, die Mon­tags­spiele nach Ablauf des TV-Ver­trags 2021 abzuschaffen. 

Der Beweis, dass sich Pro­teste lohnen

Mitt­ler­weile wurde die Abschaf­fung der Mon­tags­spiele von der DFL bestä­tigt. Das ist nicht weniger als ein großer Sieg für die Fans. Und in meh­rerer Hin­sicht erfreu­lich. Es beweist einer­seits, dass sich Pro­teste lohnen, dass man als Fan ein Mit­spra­che­recht an der Sache ein­for­dern kann. Ande­rer­seits zeigt die Ent­schei­dung der Klubs / DFL, dass sie Fuß­ball­fans hier­zu­lande eben nicht nur als finan­zi­elles Melk­vieh ver­stehen, son­dern ihre Anliegen ernst nehmen. Auch wenn es mit­unter wün­schens­wert wäre, wenn dafür nicht erst mona­te­lange Pro­teste nötig wären. 

Dass die Ver­eine den Fans in einem der wich­tigsten Streit­punkte nach­kommen, ist vor allem auch ein wich­tiges Zei­chen dahin­ge­hend, dass Hoff­nungen auf einen Dialog zwi­schen beiden Seiten nicht voll­ends ver­loren sind. Erst im August hatten die Fans die Gespräche mit DFB und DFL beendet, weil den Worten aus ihrer Sicht zu wenige Taten folgten. Die Fronten schienen ver­härtet. Es wäre wün­schens­wert, wenn Fans und Ver­eine / Ver­bände über der Abschaf­fung der Mon­tags­spiele nun wieder zuein­ander und in den Dialog finden würden. Denn eines ist auch klar: An dau­er­haften Pro­testen kann nie­mandem gelegen sein. Außer viel­leicht den Tennisballverkäufern.