Niklas Stark, bei Hertha TV wussten Sie nicht, was eine Schrippe ist. Wissen sie es mitt­ler­weile?
A Weggla oder? (Lacht.)

Genau. Sie spielen inzwi­schen Ihre dritte Saison in der Haupt­stadt. Wie gefällt es Ihnen hier?
Wirk­lich sehr gut. Berlin ist eine rie­sige Stadt. Am Anfang hat es mich ein biss­chen gewun­dert, dass es hier so grün ist. Das gefällt mir sehr, es lässt sich gut leben in der Hauptstadt. 

Sie meinten einmal: Berlin kannst du nicht erklären, Berlin musst du erleben“.
Gutes Zitat oder? Als ich nach Berlin kam, wollten natür­lich alle wissen, wie es hier ist und wie es mir gefällt. Aber ich habe ein­fach nie die rich­tigen Worte gefunden, um es zu erklären. Diese Stadt ist so viel­seitig und hat so viele Facetten, man muss schon selbst her­kommen und es erleben.

Was erleben Sie denn so?
Ich bin viel in Char­lot­ten­burg und am Kur­fürs­ten­damm unter­wegs. Meis­tens bin ich hier und mach mein Ding. Wenn ich dann mal mit Freunden woan­ders hin­gehe, ist es schon ein kul­tu­reller Unter­schied und vor allem ist das ja fast so, als würde man in eine andere Stadt fahren. 

Ver­missen Sie Ihre frän­ki­sche Heimat?
Ja schon. Ich bin in einem kleinen Dorf auf­ge­wachsen, das ist dann natür­lich eine Umstel­lung, wenn man in eine Groß­stadt zieht. An Weih­nachten fahre ich aber nach Hause, dar­über bin ich auch sehr froh. Wenn ich dort was mit Freunden unter­nehme, merke ich, dass es zwei kom­plett ver­schie­dene Welten sind. Ich mag beide und brauche vor allem auch beide. 

Sie haben elf Jahre das Trikot des Clubs getragen, würden Sie sich noch als Fan bezeichnen?
Ich habe dort sehr lange gespielt und ver­folge auf jeden Fall noch die Ergeb­nisse. Aber das Wort Fan“ wäre über­trieben. Früher war ich Fan, aber das hat sich geän­dert. Als Profi rutschst du so sehr in die Branche rein, dass du dafür einen anderen Blick ent­wi­ckelst. Ich darf mich auch nicht beein­flussen lassen indem ich Fan bin, son­dern muss immer pro­fes­sio­nell denken. Da durch­lebt man eine Ver­än­de­rung. Ich wün­sche dem Club nur das Beste. Es wäre schön, wenn sie auf­steigen, dann komme ich mal wieder in die Heimat. (Lacht.)

Wie war es das erste Mal für die Profis des Her­zens-Clubs auf­zu­laufen?
Ganz ehr­lich? Ich war scheiß nervös. (Lacht.) Ich stand zum ersten Mal im Kader in Hof­fen­heim und habe absolut nicht damit gerechnet zu spielen. In der Halb­zeit kam dann der Fit­ness­coach zu mir und meinte: Du kommst jetzt rein“. Ich dachte, wenn über­haupt, werde ich in der 93. Minute oder so ein­ge­wech­selt, aber in der Halb­zeit? Da muss ich ja wirk­lich was machen! 

Fiel Ihnen der Wechsel zur Hertha schwer?
Ja, defi­nitiv. Ich habe so viel Zeit beim Club ver­bracht und bin sehr hei­mat­ver­bunden. Es war ein großer Schritt. Aber ich wusste, ich muss ihn machen.