Er betritt den Rasen immer zuerst mit dem rechten Fuß, hüpft drei Mal, grüßt seine Rivalen und die Schieds­richter. Gerard Piqué wurde als glück­li­cher Mensch geboren. Ein 1,93 Meter großer Fuß­baller, der ohne rot zu werden sagt, dass er alles bekommt, was er sich wünscht. Selbst das, woran er nie gedacht hat. 

Er ist voll posi­tiver Energie und sehr eng mit seinen Wur­zeln ver­bunden: Mit seinem Vater und seiner Mutter, einer renom­mierten Neuro-Chir­urgin, von der er die Intel­li­genz geerbt hat. Der IQ von 140 macht Piqué quasi zu einem Fußball-Genie. 

Innen­ver­tei­diger mit der Seele eines Stürmers

Als Spieler ist Gerard Piqué, den seine Freunde am Gym­na­sium La Salle Bona­nova in Bar­ce­lona nur Geri“ nannten, mehr als talen­tiert. Er ist ein Innen­ver­tei­diger mit der Seele eines Stür­mers, ein Spieler mit genug Anti­zi­pa­tion und genug Technik, um den geg­ne­ri­schen Stürmer zu demon­tieren und dar­über hinaus noch Tore schießen.

Er ist der König Midas des Fuß­balls: Alles, was Piqué anfasst, wird zu Gold. Schon als er zehn Jahre alt war, wollte er Profi beim FC Bar­ce­lona werden. In La Masía, der Barca-Aka­demie für Youngster, war er mit Lionel Messi und Cesc Fàb­regas Teil der erfolg­reichsten U16-Mann­schaft in der Ver­eins­ge­schichte. Sie sollten sich Jahre später in Bar­ce­lona wieder treffen.

Fer­guson als Mentor, Titel mit Guardiola

Als er im Alter von 17 Jahren nach Man­chester wech­selte, wurde Alex Fer­guson sein Mentor und machte ihn zum Star. Bei seiner Rück­kehr nach Bar­ce­lona traf er auf Guar­diola und gewann einen Titel nach dem anderen. Eine Welle von Siegen, die ihn in die spa­ni­sche Natio­nal­mann­schaft brachte, mit der er 2010 Welt­meister und 2012 Euro­pa­meister wurde.

Aller­dings schaut Piqué lieber nach vorne als zurück. Er ist stets auf der Suche nach neuer Moti­va­tion. Gefunden hat er sie unter anderem in der Welt des Pokers. Wäh­rend seiner Zeit in Man­chester hatte er bereits einige Freund­schafts­spiele gewonnen, aber er wollte sich auch gegen ernst­hafte Gegner beweisen.

Des­halb nahm er an einem Tur­nier der European Poker Tour“ teil und gewann aus­ge­rüstet mit Son­nen­brille, einem Base-Cap und großen Kopf­hö­rern auf 40.000 Pfund. Ver­gan­genen Sommer spielte er außerdem erfolg­reich bei der World Series. Nebenbei arbei­tete er zudem als Model für eine bekannte Mode-Marke.

Doch damit nicht genug. Eines Tages ver­liebte sich Piqué in eine Frau, die am glei­chen Tag wie er geboren wurde, nur zehn Jahre früher. Sie ent­puppte sich als eine der ein­fluss­reichsten Sän­ge­rinnen der Musik­welt. Viel­leicht wusste Sha­kira damals gar nicht, wer er ist. Wie auch immer, jetzt weiß sie es und ist die Mutter seines Kindes.

Talent von Kopf bis Fuß

Mit 27 Jahren hält Piqué die Welt in seinen Händen. Er ist pures Talent, vom Kopf bis in die Zehen. Er ist der domi­nie­rende Innen­ver­tei­diger in Bar­ce­lonas jüngster Ver­gan­gen­heit und hat nach einer schwie­rigen Saison nun die WM vor Augen. Dort bildet er mit Sergio Ramos ein per­fektes Team, auch wenn beide neben dem Platz fast nichts gemeinsam haben. 

Doch Piqué stört sich nicht an sol­chen Dingen. Er ist ein ehr­gei­ziger Typ. Wäh­rend sein Leben aktuell voll mit Fuß­ball ist, hat er schon einen Plan für die Zeit danach: Er will Prä­si­dent des FC Bar­ce­lona werden. Bis jetzt hat er immer bekommen, was er wollte.


Fran­cisco Ávila ist Teil des Guar­dian-Netz­werks“ und ein spa­ni­scher Jour­na­list, der u.a. für das Magazin Panenka“ schreibt. Auf Twitter könnt ihr ihm hier folgen: https://​www​.twitter​.com/​p​a​c​o​avila