Sascha Möl­ders
Es ist uns jedes mal eine große Freude, Redak­ti­ons­lieb­ling Sascha Möl­ders in diese Liste auf­zu­nehmen. Aber auch wenn Möl­ders mitt­ler­weile eine Art Mas­kott­chen geworden ist, muss er den­noch etwas leisten, um Ein­lass in die 11 des Spiel­tags zu finden. So geschehen am Samstag etwa, als Augs­burgs Neuner seinen FCA mit einem kraft­vollen, dre­ckigen Möl­ders-Kopf­ball in Füh­rung wuch­tete. Der wich­tige Tür­öffner für einen noch wich­ti­geren Augs­burger Sieg. Das Abstiegs­ge­spenst lässt sich in Augs­burg auch des­halb immer sel­tener sehen, weil Möl­ders es wahr­schein­lich in einen schmerz­haften, schwei­ßigen Möl­ders-Zwei­kampf ver­wi­ckeln würde, mit viel Ziehen, Zerren, Schnaufen und Drü­cken. Viel­leicht würde er es auch ansatzlos über die Sei­ten­linie grät­schen und anschlie­ßend möl­ders­haft das Publikum anheizen. Was halt so nötig ist, wenn man unten drin steht.

Marcel de Jong
Um die Klasse zu halten braucht man in erster Linie Acker­gäule wie Möl­ders, manchmal tut aber auch einer fürs Feine, ein Tech­niker dem Spiel ganz gut. Ein Anti-Möl­ders, sozu­sagen. Der Anti-Möl­ders bei Augs­burg heißt Marcel de Jong und sorgte mit seiner ersten Aktion nach der Ein­wechs­lung für das abso­lute High­light des Spiels. Von der linken Straf­raum­kante chippte der Hol­länder den Ball über Stutt­garts Sven Ulreich zum 2:0 ins lange Eck – ein Treffer, so sahnig-buttrig weich, dass man ihn sich aufs Brot schmieren könnte. Und der tech­nisch so anspruchs­voll war, dass wir allein beim Gedanken daran schon schmerz­haft in den Boden treten. 

Nuri Sahin
Keiner traut sich, wir machen es jetzt ein­fach – und rufen die viel­be­schwo­renen spa­ni­schen Ver­hält­nisse“ aus. Denn wäh­rend sich die Granden der Bun­des­liga mal mehr mal weniger ernst­haft mit der Frage aus­ein­an­der­setzen, ob der deut­schen Liga ein ähn­li­ches Pro­blem droht wie der spa­ni­schen, in der zwei Teams zu domi­nant sind, schickt der BVB ein­fach Ersatz­leute wie Nuri Sahin aufs Feld und erdreistet sich, das ganze eine B‑Elf“ zu nennen. Der blanke Hohn. Es soll Bun­des­liga-Manager geben, die sich nach einem Spieler der Klasse Sahin schon die Finger wund­ge­leckt haben. Am Samstag machte Dort­munds Edel-Luxus-Gold-Joker beim 2:1‑Sieg gegen Düs­sel­dorf ein Tor selber und berei­tete ein wei­teres vor. Mit Leuten wie Sahin hat der BVB mehr Gold auf der Bank als der ein oder andere euro­päi­sche Kri­sen­staat. Spa­nien zum Beispiel. 

Emre Can
Herz­lich Will­kommen in der Bun­des­liga, Emre Can. Der bay­ri­sche Nach­wuchs­ki­cker, der mit seinen 19 Jahren bereits über die Statur eines Profi-Wrest­lers ver­fügt, erzielte im eher müden Kick des FC Bayern gegen den SC Frei­burg sein erstes Ligator. Nicht unum­stritten, denn Can lenkte einen Frei­stoß von Shaqiri mit seinem bushi­do­haft gege­elten Haar­kamm in die Maschen. Eine Berüh­rung, die für die Kameras kaum zu sehen war. Shaqiri gab sich groß­zügig und Can hat sich trotzdem gefreut. Das erste Bun­des­li­gator mit den Haaren erzielen – gibt es bei den Bayern eigent­lich irgend­etwas, das zur Zeit nicht klappt? Außer Steuererklärungen?

Damir Vrancic
Letzte Woche stand an dieser Stelle Her­thas Pierre-Michel Lasogga, diese Woche ist es Damir Vrancic. Der Fair­ness halber, denn wie Lasogga die Hertha zurück in die Bun­des­liga schoss, so schoss nun Damir Vrancic Ein­tracht Braun­schweig wieder in die Erst­klas­sig­keit. Nach stolzen 28 Jahren. Und 92 Minuten, um genau zu sein. Denn so lange ließ sich Vrancic Zeit, um mit seinem Frei­stoßtor in Ingol­stadt den Auf­stieg ein­zu­tüten. Ein emo­tio­naler Moment, in dem die Braun­schweiger Spieler samt Fan­kurve explo­dierten, Fuß­ball­tra­di­tio­na­listen sich gerührt den Jäger­meister aus dem Mund­winkel wischten und wahr­schein­lich ein leichter sta­ti­scher Schauer durch Paul Breit­ners Minipli knis­terte. Will­kommen zurück, Ein­tracht Braunschweig.

Alex­ander Man­ninger
Möl­ders hatten wir, den Anti-Möl­ders De Jong hatten wir, kommen wir zu Tor­wart-Möl­ders. Denn Augs­burgs Keeper Alex­ander Man­ninger legte am Samstag jene Ent­schlos­sen­heit an den Tag, die Sturm-Möl­ders seit Wochen vor­lebt. Wer drin bleiben will, muss den Erfolg der Mann­schaft über das eigene Befinden stellen, ist die Bot­schaft. Und gege­be­nen­falls große Schmerzen dafür in Kauf nehmen. Exem­pla­risch dafür steht Man­nin­gers Aktion, als er einen Schuss aus nächster Nähe mit dem Unter­leib abwehrte. Ein Treffer, so hart, dass es nicht ver­wun­dert hätte, wenn Man­ninger den Zeug­wart um ein Glas Wasser gebeten hätte, um seine Hoden wieder her­un­ter­zu­spülen. Augs­burgs Nummer Eins aber sprang ein­fach wieder auf, mähte wenig später fröh­lich den nächsten Stutt­garter um und hielt seinen Kasten weiter sauber. Balls of Steel, nennt man so etwas. 

Marko Arn­au­tovic
Ach, Marko. Seit Wochen ist Bre­mens Öster­rei­cher Dau­er­gast in dieser Liste. Ver­gan­gene Woche schoss er zwei Abseits­tore, die Woche zuvor setzte er Maß­stäbe im lust­losen Ver­dad­deln von aus­sichts­rei­chen Frei­stoß­chancen. Diese Woche konnte Arn­au­tovic dem SV Werder gar nicht helfen, denn er hatte es vor­ge­zogen, um drei Uhr früh mit über­höhter Geschwin­dig­keit auf der Auto­bahn unter­wegs zu sein und sich von der Polizei anhalten zu lassen. Am Freitag vor dem Spiel, wohl­ge­merkt. Arn­au­tovic war dabei aller­dings nicht allein, im Wagen hinter ihm saß…

Eljero Elia
.…Arn­au­to­vics Side­kick Eljero Elia. Die beiden Sport­wagen-Afi­cio­nados bal­lerten gemeinsam über die A1 und spielten in ihren Pro­le­ten­schleu­dern anschei­nend The Fast and the Furios“ nach. Die Polizei fand es nicht so spaßig und musste sogar Ver­stär­kung anfor­dern, da die beiden aus­fal­lend wurden und in wider­li­cher Art und Weise einen auf dicke Hose“ machten, wie ein Poli­zist der Bild“ sagte. Arno und Eli bestreiten das natür­lich, aber, naja, Jungs, mal ehr­lich: Wer Bril­lies in der Größe von Kaf­fee­tassen trägt, steht in Sachen dicke Hose ohnehin unter Gene­ral­ver­dacht. Die Sus­pen­die­rung durch Trainer Schaaf folgte am nächsten Tag, Bremen verlor in Lever­kusen und tau­melt dem Rele­ga­ti­ons­platz ent­gegen. Es wäre ein arg unrühm­li­ches Kapitel des etwaigen Bremer Abstiegs. 

Diego
An dieser Stelle müssen wir uns bei Diego ent­schul­digen. Lange Zeit dachten wir, er hätte sich bei der Ver­trags­un­ter­schrift in Wolfs­burg schlicht im grünen W“ geirrt, so lustlos kickte der an sich bril­lante Spiel­ma­cher lange Zeit vor sich hin. Diese Woche zau­berte der Basi­lianer im Spiel gegen Borussia Mön­chen­glad­bach wie in guten alten Werder-Zeiten, machte ein Tor, berei­tete zwei wei­tere vor und war an allen gefähr­li­chen Szenen betei­ligt. Seiner alten Liebe hilft das übri­gens ganz und gar nicht. Ob ihm das bewusst ist?

Nikola Djurdjic
Wir nehmen Fürths Nikola Djurdjic nur bedingt wegen seiner zwei Tore gegen Han­nover in die 11 des Spiel­tags auf. Viel eher erheben die beiden Buden den Für­ther Stürmer in die Posi­tion des Spie­lers, der am wenigsten für die 2:3‑Niederlage kann. So selten däm­lich und unnötig hat wohl kaum ein anderer Bun­des­li­gist zuvor ein Spiel ver­loren. 20:4 Tor­chancen hieß es am Ende, trotzdem stand man in Fürth wieder mit leeren Händen da – und muss nun den Gang zurück in Liga Zwei antreten. Was viel­leicht auch besser ist, denn spielt man sich dort 20 Groß­chancen heraus, ist man am Ende der Sieger. Meis­tens, zumindest. 

Klaas-Jan Hun­telaar
Und da war er wieder, der Hunter. Nach sechs Wochen Pause knipste der hol­län­di­sche Natio­nal­stürmer den HSV fast im Allein­gang ab. Jan­sens Ham­burger Füh­rung glich Bastos aus – natür­lich nach Hun­telaar-Vor­lage. Anschlie­ßend star­teten die Hun­telaar-Fest­spiele, 4:1 stand es am Ende und der Hunter hatte drei Tore gemacht. So kann man sich natür­lich auch aus einer Ver­let­zungs­pause zurückmelden.