Deutschland-Japan im 11FREUNDINNEN-Ticker
Aus die Maus
Text: Johanna Behre Bild: Imago
Aus. Aus. Das Turnier ist Aus! Japan trifft in der Verlängerung und besiegelt damit Deutschlands Ausscheiden im Viertelfinale. Der Druck ist weg, die Enttäuschung da.
20:45 Uhr
Endlich. Es geht von Leverkusen nach Wolfsburg – und Schlag auf Schlag. Zu sehen: der »Kreis des Vertrauens«. Eine klitzekleine Überraschung: Behringer für Bajramaj. Anstoß! Übrigens: Wir übertragen heute live aus dem 11FREUNDINNEN-WM-Quartier in Berlin-Kreuzberg. An meiner Seite: Olli Hannemann.
3.
Eckball für Japan. Homare Sawa – aka Großmutter der Nation – verpasst. Aber wen interessiert das. Eckball für Deutschland. Kulig köpft und hält sich kugelnd das Knie. Hauptsache nicht ausgekuligt! Kommentator Norbert Galeske erkennt bei den kleinen Japanerinnen ein gutes »Timing« bei Kopfbällen. Na, immerhin. Kulig wird am Rand behandelt.
5.
Hannemanns erster Eindruck: »Ja, äh. Ich habe noch keinen ersten Eindruck«. Und während wir noch auf die ersten Eindrücke warten: die Hiobsbotschaft. Deutschlands Doppelsechs verliert Kim Kulig, »ein herber Verlust« (Galeske). Bianca Schmidt macht sich warm. Die andere Hälfte der deutschen Doppelsechs ackert weiter wie gewohnt: Simone Laudehr.
7.
»Jetzt ist trösten gefragt«. Galeske hölzert. Kim weint. Neid tätschelt. – Bresonik kommt auf die Doppelsechs. Und Deutschland: richtig in Fahrt.
10.
Deutschland verkraftet den temporären Verlust Kuligs bisher sehr gut. Und erhält einen Freistoß. Das vewöhnte Wolfsburger Publikum flippt wie gewohnt aus. Das WM-Quartier auch. Irgendwie jedenfalls. Es wird geklatscht. Und! »Oh!«. Abgewehrt. Hannemann hat inzwischen einen ersten Eindruck: »Ja, nee, ein unterhaltsames Spiel. Echt was los!«.
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da Mballak im Abseits nach einer haargenauen Flanke von Babett Peter. Trotzdem: schönes Ding.
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Homare Sawa hält sich nach Behringers Ellenbogencheck den Mund. Hoffentlich halten die Dritten.
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Kukident zahlt sich aus. Sawa ist weiterhin vollzähnig auf dem Platz. Deutschland spielt druckvoll – und legt eine Japanerin nach der anderen flach. Aber die stehen schnell wieder auf. Oh, da fällt mir noch ein japanisches Sprichwort ei...da Mbabi hält einfach mal drauf – und verzieht.
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Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, genau, beim japanischen Sprichwort und den liegenden Japanerinnen: »Sieben mal hinfallen, acht mal aufstehen.« Wo wir gerade beim Fallen sind: Freistoß für die deutsche Nationalmannschaft. Peter und Behringer vor dem Ball. Behringer schießt – und wer steht da? Richtig, die Garefrekes. Dieses Mal allerdings nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Oberschenkel. Die Frau ist variabel.
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Galeske lobt die Schiedsrichterin und attestiert: »eine blendende Leistung bisher«. Aber das Spiel ist ja noch jung – und die Schiedsrichterinnen bei dieser WM immer für eine Überraschung gut.
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Die Außenmikrofone stehen ungünstig: Wir tippen auf den Kinderblock. – Kommentator Galeske wurde anscheinend nicht hinreichend gegendert: »Das Publikum steht wie der zwölfte Mann hinter der deutschen Mannschaft«. Wenn das die Schwarzer hört.
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Garefrekes spielt heute eher »untenrum« und nietet eine Japanerin um. Wie erwartet, steht die Spielerin mit Schuhgröße 34 (wie Galeske expertiert) nach zwei Sekunden wieder auf.
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Turbine Potsdams Yuki mit einer schönern Aktion vor'm deutschen Tor. Deutschland antwortet mit Behringer. Die hält einfach mal drauf. Aber knapp vorbei ist auch daneben.
31.
Behre stellt fest: mit hochgestreckten Armen schreibt es sich schlecht. Nach geschmeidigem Zuspiel von Garefrekes scheitert da Mbabi knapp. Deutschland macht unentwegt Druck: Bresonik, Laudehr, und wieder Bresonik. Hannemann kommentiert: »So macht Frauenfußball Spaß. Definitiv guckbar«.
32.
Deutschland spielt wirklich Fußball. Ich singe still in mich hinein: Oh, wie ist das schön. Während das WM-Quartier-Publikum den Ball ab dem Mittelfeld Richtung Tor klatscht und brüllt. Im Gegensatz zu mir: aber eher extrovertiert.
35.
Galeske lobt bei der deutschen Mannschaft die »bessere Anbindung zwischen den Mannschaftsteilen«. Wenn da mal nicht die Bahn ihre Finger mit im Spiel hatte...
37.
Oh no, jetzt kommt Ohno. Aber Angerer – zur Abwechslung mal nicht am Twittern – pariert.
40.
Noch fünf Minuten bis zum Halbzeitpfiff. Im WM-Quartier werden jetzt die Rasseln aktiviert. Spätestens jetzt hat das »Event« Berlin-Kreuzberg erreicht.
41.
Hannemann pfeifft Fußballlieder. Es ist Zeit für die Halbzeit.
42.
Wolfsburg singt das Tor herbei. Während Galeske munkelt: »Nach dem Tsunami und der Atomkatastrophe wurde das Leben in Japan komplett auf den Kopf gestellt«. Wirklich, Norbert, schön gesagt.
44.
Grinks macht die Wambach und knümpelt den Ball direkt auf's VW-Werksgelände.
45.+1
Jetzt pfeifft Wolfsburg. Aber keine Fußballlieder, sondern die Schiedsrichterin aus. So, und da issa: der Halbzeitpfiff.
21:36 Uhr
Klaus Kleber holt uns mit bierernster Stimme auf den Boden der Tatsachen zurück. Das neugegründete Südsudan: jetzt schon ein »Sorgenkind«. Überall Krise, überall Demonstration, auch in Stuttgart. Nur in Ostniedersachsen ist die Welt noch in Ordnung. Mal sehen, wie lange noch.
21:39 Uhr
Wetterfee Horneffer, der Fuchs. »Beim Fußball ist es wie beim Wetter: Es bleibt bis zum Ende spannend.«


