Die Geschichte der Fußballfans

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17.07.2011

Der längste WM-Ticker der Welt

Liebes Tagebuch...

Text: 11FREUNDINNEN  Bild: Imago

Bei einer WM passiert viel auf dem Rasen, aber noch mehr drumherum. Mit dem 11FREUNDINNEN WM-Ticker nehmen wir euch mit zu Pressekonferenzen, in Stadien und Staus vor dem Würstchenstand.

Der längste WM-Ticker der Welt - Liebes Tagebuch...


17.07., WM-Tag 22

23:40 Uhr
Na guck, und Steffi darf den Pokal überreichen. Dann regnet es die Weltlamettabestände vom Himmel. Schönen Feierabend.

23:37 Uhr
Jaulende Gitarren, während das US-Team seine Medaillen entgegennimmt. Als würde man einem bereits am Boden liegenden noch mal in die Nieren treten.

23:34 Uhr
Die besten Spielerinnen des Turniers werden gekürt: Homare Sawa vor Abby Wambach vor Hope Solo.

23:27 Uhr
Gleich ist Siegerehrung. Hope Solo guckt aus der Wäsche, als hätte sie jemand im Urlaub angerufen, dass daheim das Haus abgebrannt ist.

23:25 Uhr
Immer noch Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Amerikanerinnen. Sie werden sich wahrscheinlich noch Wochen fragen, wie sie dieses Match verlieren konnten.

23:22 Uhr
Japans Torhüterin Kaihori wird zur Spielerin des Spiels gewählt. Kann man so machen.

23:20 Uhr
Wambach – drin! Kumagai – drin! Japan ist Weltmeister.

23:19 Uhr
Heath – gehalten! Sakagushi – drin!

23:18 Uhr
Lloyd für die USA – drüber! Nagasato – gehalten!

23:17 Uhr
Boxx für die USA – gehalten! Miyama für Japan – drin.

23:14 Uhr
Hope Solo läuft in die amerikanische Kurve und erbittet Beistand.

23:11 Uhr
Elfmeterschießen.

23:10 Uhr
Der nachfolgende Freistoß bringt nichts ein...

23:09 Uhr
Morgan am Strafraum gelegt, Rot für Iwashimizu.

23:08 Uhr
Und noch mal Wambach... aus fünf Metern drüber. Herzinfarkt-Fußball.

23:04 Uhr
2:2! Ein unglaubliches Tor von Sawa nach Ecke. Halb Hacke, halb Außenrist.

23:03 Uhr
Riesenchance für Japan. Hope Solo bekommt einen mit und geht am Stock. Spielunterbrechung.

23:00 Uhr
Die Amerikanerinnen grätschen sich im eigenen Strafraum gegenseitig um. Noch mal gut gegangen.

22:58 Uhr
Letztes verzweifeltes Aufbäumen der Japanerinnen.

22:53 Uhr
Seitenwechsel.

22:51 Uhr
Und dann macht es doch Abby Wambach: 2:1! Per Kopf, ist klar.

22:50 Uhr
Die USA nahe am Powerplay. Doch im Moment ohne die großen Chancen.

22:43 Uhr
Alex Morgan allein gegen Japan. Kommt zum Abschluss, vorbei.

22:39 Uhr
Wambach unermüdlich. Aber fruchtlos. Ein Don Quixotte des Fußballs.

22:33 Uhr
Na, also: Verlängerung.

22:30 Uhr
Hin und her, jede Sekunde kann ein Tor fallen. Aber eigentlich könnte man sich das noch gerne 30 Minuten länger ansehen.

22:22 Uhr
Und auf einmal spielen sie wie aufgedreht, die kleinen Prachtnelken. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt.

22:21 Uhr
Die letzten Worte sollen in unserem Munde verdorren. 1:1 durch Miyama! Unter gütiger Mithilfe der amerikanischen Abwehr.

22:20 Uhr
Die Japanerinnen machen nicht den Eindruck, als könnten sie das Ding noch mal drehen. Flasche leer.

22:09 Uhr
Alex! Morgan! 1:0. Nach einem Konter aus 20 Metern unhaltbar in die lange Ecke.

22:03 Uhr
Bibi pfeift Kawasumi, die frei auf das Tor zuläuft, wegen Abseits zurück. Leider falsch.

22:00 Uhr
Die Wortmeldungen werden sparsamer, die Torchancen seltener. Aber noch immer haben die Amerikanerinnen die Lage im Griff.

21:53 Uhr
Interessant: Gegen Schweden schienen die Japanerinnen ständig in Überzahl zu sein. Heute: ständig in Unterzahl.

21:48 Uhr
Um es mit den Worten eines bekannten deutschen Schlagers zu sagen: Es geht schon wieder los, das kann doch wohl nicht wahr sein... Die für Cheney eingewechselte Alex Morgan trifft aus kurzer Distanz den Pfosten.

21:32 Uhr
Halbzeit, 0:0. Japans sonst so passsicheres Spiel ist heute fehlerhaft. Aber wenn wir mal die Unke geben dürfen: Der verschwenderische Umgang der Amerikanerinnen mit 1-a-Torchancen könnte sich rächen. Zumal die Japanerinnen das Match gegen Ende der ersten Hälfte etwas besser in den Griff bekommen haben.

21:23 Uhr
Im Halbfinale hat Kawasumi aus 35 Metern ins Tor getroffen. Jetzt schießt sie aus 20 Metern fünf Meter drüber.

21:20 Uhr
Cheney köpft freistehend drüber. Allmählich wird's putzig.

21:16 Uhr
Erste schüchterne Chance der Japanerinnen.

21:13 Uhr
Abby Wambach aus 20 Metern krachend an die Latte. Ein Wunder, dass das Tor noch lebt. Ein Irrsinn, dass es immer noch 0:0 steht.

21:02 Uhr
Japans Torhüterin Kaihori verzögert das Spiel, um ein bisschen Ruhe hineinzubringen. Vergeblich, schon wieder Rapinoe, schon wieder vorbei.

20:57 Uhr
Nächste Großchance Rapinoe. Erneut vergeben, herrje.

20:54 Uhr
Weitschuss Wambach knapp drüber. Das US-Team dominiert klar.

20:53 Uhr
Rapinoe außen durch, die Flanke setzt Cheney hauchzart neben den Pfosten.

20:47 Uhr
Die USA beginnen wie die Feuerwehr. Zwei Chancen nach zwei Minuten.

20:38 Uhr
Schiedsrichterin Bibi Steinhaus im Spielertunnel. Strahlt wie ein Honigkuchenpferd.

20:35 Uhr
Wieviel atmosphärischer solch eine Feier allerdings ist, wenn keine Laufbahn zwischen den Zuschauern und dem Geschehen liegt...

20:30 Uhr
Die Schlussfeier ist wie die Eröffnungsfeier, nur umgekehrt. Dieses Mal laufen die Kinder aus dem Stadion raus, nicht rein. Und US-Sternchen Alexis Jordan singt ihren offiziellen FIFA-Song, der nie irgendwo gespielt wurde. Oder zumindest nicht auffiel.

18:55 Uhr
Mit dem Taxi zum Stadion. Am Haupteingang winkt hektisch ein Polizist: »Weiter, weiter...« Wir kurbeln das Fenster runter und fragen nach dem Medienzentrum. Der Uniformierte zeigt sein breitestes Grinsen: »Das sagt mir nichts.« Gott sei Dank steht neben ihm eine ältere Dame in Zivil: »Die nächste rechts rein.« Danke. Und an die Adresse des Ordnungshüters: Danke für nichts!

16.07., WM-Tag 21


19:23 Uhr
Sandrine Soubeyrand ist außer sich vor Wut. Ist es wegen der 1:2-Niederlage und dem verpassten dritten Platz? Oder ärgert sich die Grande Dame der französischen Elf über die Pfiffe des Publikums, die sie offenbar für den Platzverweis der Schwedin Öqvist verantwortlich machten?

16:30 Uhr
Unterschiedliche Voraussetzungen vor dem Spiel um Platz 3 in Sinsheim: Während die Schwedinnen und ihr Trainer Thomas Dennerby nach dem verlorenen Halbfinale von den einheimischen Medien zerfleischt wurden und den Rest gleich selbst erledigten – Therese Sjögran forderte vehement die Ablösung von Torfrau Hedvig Lindahl –, widmeten sich die Französinnen dem »Savoir Vivre« und gingen shoppen. Selbstredend nicht in Sinsheim, sondern in Heidelberg.

15.07., WM-Tag 20


17:57 Uhr
Den deutschen Spielerinnen bleibt aber auch nichts erspart: Wenn sich am Sonntag Japan und die USA zum Endspiel treffen, sollen die Deutschen auf der Tribüne sitzen und gute Miene zum bösen Spiel machen. Einzig Inka Grings hat bereits angekündigt, in den Urlaub zu fahren: »Das Finale tue ich mir nicht an.«

17:52 Uhr
Man wäre ja zu gerne dabei gewesen, als Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus das Ausscheiden der deutschen Elf verfolgt hat. Hat sie etwa klammheimlich die Becker-Faust gemacht? Denn jetzt kommt es so, wie es kommen musste: Die »süße Bibi« (BZ) darf das Finale pfeifen.

14.07., WM-Tag 19


11:22 Uhr
Als wäre alles nicht schon schlimm genug, hat 11FREUNDINNEN-Mitarbeiterin Johanna Behre in der Nacht, in der Deutschland aus dem Turnier flog, ihr Panini-Album verloren. Nun ist das schon einige Tage her, doch Behre noch immer untröstlich. Gut gemeinte kollegiale Hilfe (»Du kannst meins haben«) weist sie jedoch brüsk zurück: »Das kann ich nicht annehmen!« Warum eigentlich nicht?

9:40 Uhr
Wer gedacht hat, nach dem Ausscheiden der deutschen Elf würden die TV-Quoten einbrechen, sieht sich getäuscht. Das Halbfinale gestern zwischen Schweden und Japan sahen schier unglaubliche 8,45 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Die Samstags-Sportschau mit der Männer-Bundesliga hat regelmäßig zwischen fünf und sechs Millionen Zuschauer.


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