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26.07.2011

Martina Voss-Tecklenburg über das deutsche Aus

»Immer nach dem gleichen Schema gespielt«

Text: Christian Lawendel  Bild: Imago

Wenn in Frankfurt das WM-Finale angepfiffen wird, sitzt die deutsche Mannschaft nur auf der Tribüne. Martina Voss-Tecklenburg, ehemals Trainerin in Duisburg und jetzt in Jena, ist darüber nur mäßig überrascht.

Martina Voss-Tecklenburg über das deutsche Aus - »Immer nach dem gleichen Schema gespielt«


Martina Voss-Tecklenburg, wetten Sie?

Martina Voss-Tecklenburg: Eigentlich nicht. Ich habe auch selten Glück beim Tippen.

Hätten Sie denn auf einen WM-Sieg der deutschen Mannschaft gewettet? Er galt doch als sicher.

Martina Voss-Tecklenburg: Ich hätte vielleicht um eine Flasche Sekt gewettet – allerdings nur aus der Hoffnung und dem Wunsch heraus, nicht aus dem klaren Wissen. Mir war schon vor der WM klar, dass es sechs Mannschaften gibt, die das Potential für den Titel haben, und dass es dementsprechend eng wird.

Sie waren nicht überrascht vom Ausscheiden?

Martina Voss-Tecklenburg: Nein, ich habe vor dem Fernseher das Spiel und dessen Entwicklung gesehen. Man musste damit rechnen, dass wir das entscheidende Tor nicht mehr erzielen. Und ein mögliches Elfmeterschießen – das weiß ich aus eigener langjähriger Erfahrung – ist immer mit Glück verbunden. Die Überraschung hielt sich also in Grenzen. Ich war aber traurig und enttäuscht.

Was hat der deutschen Mannschaft gefehlt?

Martina Voss-Tecklenburg: Von den vier WM-Spielen waren nur anderthalb wirklich gut. Für eine WM mit einer so hohen Leistungsdichte ist das zu wenig.

Warum konnte die Mannschaft nicht mehr gute Spiele abliefern?

Martina Voss-Tecklenburg: Durch den unbedingten Willen, bei dieser WM gut abzuschneiden, verkrampfte das Team. Ich weiß von einigen Spielerinnen aus persönlichen Gesprächen, dass sie unbedingt ihre Topleistung bringen wollten, um den Menschen in Deutschland zu zeigen, wie gut der Frauenfußball ist. Als es dann nicht so gut lief und man merkte, dass die anderen Teams dagegenhalten, führte das zur Verkrampfung. Außerdem fehlte es an Führungsspielerinnen, die auf dem Platz das Heft in die Hand genommen hätten.

Ihnen fehlte die Eigeninitiative?

Martina Voss-Tecklenburg: Es wurde immer nach einem Schema gespielt und sich nicht auf unvorhersehbare Spielsituationen eingestellt. Fußball ist aber nicht immer planbar.


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