»Der englische Sportler ist stolz darauf, ein guter Verlierer zu sein. Dadurch erreicht er, daß seine Gegner sich schuldig fühlen, wenn sie gewonnen haben.« (Peter Ustinov) Autor: Dirk Gieselmann Kommentieren
Gestern Abend, Paris. Stadt der Liebe, Stade de France. Und plötzlich ist es vorbei mit aller Zuneigung. Denn Thierry Henry betätigt sich als Volleyballer und baggert sich die Pille in die richtige Position. 1:1, Frankreich fährt zur WM, die Iren gucken das Weltturnier im Pub.
Da werden Erinnerungen wach an den sog. »Handskandal von Schalke«. Bundesliga, Neunziger, Oliver Held goes Andy Thiel, und Toni Polster ist außer sich. Man kann sich kaum eine schlimmere Verfluchung ausmalen als Polsters gewienertes: »Dafür soll er sahn gohnzes Lebn kahn Glück mer hobn!«
In angenehmer Selbstzufriedenheit und im krassen Kontrast du dem Sturm, der draußen vor meinem Fenster wütete, ruhte ich gestern Abend in mir selbst und saß vor meinem Fernseher - in freudiger Erwartung eines weiteren Fußball-Abends.
Vor allem die Nachberichte zu den WM-Quali-Spielen hatten es mir angetan:
Würden die Portugiesen oder die Franzosen vielleicht doch noch aus dem Turnier gekickt? Wer schafft's oder besser: wer schafft's nicht.?? Das war hier die Frage des Abends.
Drin geblieben sind dann schließlich beide - Franzosen und Portugiesen - mehr schlecht als recht, wie ich finde. Aber, sei's drum.
Belohnt wurde ich trotz allem - mit einem fullminanten Auftritt des Altmeisters, König Otto himself:
Wie in den guten alten Tagen bezwingt König Otto mit einem minimalistischen 1:0 die favorisierten Ukrainer, um dann im Anschluß auch noch den Uli Köhler wie einen Schuljungen abzuwatschen - formidabel: