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04.03.2010

Verlag Die Werkstatt: 398 Seiten - 44,90€

Werner Skrentny (Hg.): Großes Buch der Fußballstadien

Text: Thorsten Baum  Bild: Promo

Wenn über die Standortvorteile des deutschen Fußballs gesprochen wird, werden gerne die hiesigen Stadien erwähnt, die dem Zuschauer den größtmöglichen Komfort und beste Sicht bieten.

Verlag Die Werkstatt: 398 Seiten - 44,90€ - Werner Skrentny (Hg.): Großes Buch der Fußballstadien


Dass die neu gebauten Stadien mit ihren immer gleichen Konstruktionen aus Beton, Stahl und Plastik viel vom einstigen Charme eingebüßt haben, spielt im öffentlichen Diskurs hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Umso verdienstvoller ist Werner Skrentnys Enzyklopädie der deutschen Fußballstadien, die nicht vornehmlich die Hochglanzarenen mit ihren Schalensitzen würdigt, sondern ebenso die Amateurstadien und Kampfbahnen in der Provinz. »Stadien sind Orte der Erinnerung, verbunden mit Ereignissen und Namen und ganz privater Geschichte«, schreibt Skrentny. Und so spannt das Mammutwerk den weiten geografischen Bogen vom Aachener Tivoli über das Stadion Katzenbusch in Herten
bis zum Ernst-Thälmann-Stadion in Zeitz.



Der Schwerpunkt liegt naturgemäß auf der Geschichte der Stadien und architektonischen Eigenheiten der Tribünen und Flutlichtmasten, sei es die denkmalgeschützte Haupttribüne im Wuppertaler Stadion am Zoo oder der monumentale Eingangsbereich aus Ruhrsandstein der Vestischen Kampfbahn in Gladbeck. Selten nur verfällt die Enzyklopädie in den leiernden Ton vieler Nachschlagewerke, die vor allem der Vollständigkeit verpflichtet sind. Was auch daran liegt, dass Skrentny für die historischen Abrisse renommierte und der Fußballkultur verpflichtete Autoren engagiert hat, unter anderem den ehemaligen Offenbacher »Erwin«-Herausgeber Volker Goll, aber auch SZ-Redakteur Volker Kreisl und das lebende Nachschlagewerk Hardy Grüne (dessen gigantischer literarischer Output der letzten Monate in der kommenden Ausgabe in einem »Grüne-Spezial« gewürdigt werden wird). Sie alle haben den Blick für die besonderen Momente. Etwa für jenen 18. Juli 1956, als auf dem Bieberer Berg in Offenbach das Flutlicht eingeweiht wurde. Goll zitiert einen Augenzeugen: »Die Notbeleuchtung ging aus, es herrschte Stille wie bei einem Messopfer, dann ging das Licht an, der grüne Rasen leuchtete unbeschreiblich intensiv. Und die beinahe heilige Stimmung entlud sich mit vielen Ahs und Ohs.« Texte wie dieser machen schnell klar, welchen Stadien die Sympathie der Verfasser gilt. Jenen Bauten, die eine Geschichte zu erzählen haben.


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Belgier
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Igor de Camargo




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