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Confed-Cup | 27.06.2013

Erneut Ausschreitungen in Fortaleza

Auch vor dem zweiten Halbfinale beim Confed-Cup ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging in Fortaleza in der Nähe des Stadions Estádio Castelão gegen Demonstraten vor.

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Fortaleza - Auch vor dem zweiten Halbfinale beim Fußball-Confed-Cup ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei ging in Fortaleza in der Nähe des Stadions Estádio Castelão, wo am Nachmittag Spanien und Italien aufeinandertrafen, gewaltsam gegen Demonstraten vor und setzten dabei auch Tränengas ein.

Zuvor waren Polizisten von etwa 20 Rowdies aus dem Kreis der 6000 friedlichen Demonstranten angegriffen worden. Auch beim Duell zwischen Brasilien und Uruguay (2:1) am Mittwoch hatte es Ausschreitungen gegeben.

Die Demonstration richtete sich erneut gegen die hohen Ausgaben für die WM 2014 in Brasilien. Dabei ist die Lage in Fortaleza im Nordosten des Landes besonders pikant: Das für viele Millionen Euro komplett neugestaltete Castelão liegt direkt vor einer Favela, in der die ärmsten Bewohner der fünftgrößten Stadt Brasiliens ihr Zuhause haben. Insgesamt haust etwa ein Drittel der 2,5 Millionen Einwohner der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará in Armenvierteln.

In Fortaleza war es bereits vor dem Gruppenspiel zwischen Brasilien und Mexiko zu Ausschreitungen gekommen, als rund 15.000 Menschen vor dem Stadion demonstrierten.

Confed-Cup | 27.06.2013

Toter bei Demonstration in Belo Horizonte

Die Demonstrationen während des Halbfinals zwischen Brasilien und Uruguay (2:1) beim Fußball-Confed-Cup in Belo Horizonte am Mittwoch haben ein Todesopfer gefordert.

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Belo Horizonte - Die Demonstrationen während des Halbfinals zwischen Brasilien und Uruguay (2:1) beim Fußball-Confed-Cup in Belo Horizonte am Mittwoch haben ein Todesopfer gefordert. Ein 21-Jähriger, der im Verlauf der Krawalle von einer Brücke in der Nähe des Mineirão-Stadions gestürzt war, erlag noch in der Nacht seinen schweren Verletzungen.

Gut 50.000 Menschen waren zunächst friedlich vom Zentrum Richtung WM-Arena gezogen. Am Absperrriegel suchte dann wie schon am Samstag während der Partie Japan gegen Mexiko eine Gruppe von gewaltbereiten Demonstranten die direkte Auseinandersetzung mit der Polizei, die rund 5500 Beamte zum Schutz der Fans im Einsatz hatte. 15 Personen wurden verletzt, 28 festgenommen. Zahlreiche Geschäfte im Umfeld des Stadions wurden verwüstet.

Für das Finale am Sonntag in Rio de Janeiro ist bereits ein großer Protestmarsch angekündigt. Bislang war es bei allen vier Spielen der Seleção zu teils heftigen Auseinandersetzung zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen.

Confed-Cup | 24.06.2013

Halbfinale in Belo Horizonte: Krawalle erwartet

Alarmstufe Rot für das erste Halbfinale des Confed Cups: Rund um das Duell zwischen Gastgeber Brasilien und Uruguay werden gewalttätige Proteste in Belo Horizonte erwartet.

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Belo Horizonte - Alarmstufe Rot für das erste Halbfinale des Confed Cups: Rund um das Duell zwischen Gastgeber Brasilien und Südamerikas Fußball-Champion Uruguay werden gewalttätige Proteste in Belo Horizonte erwartet. "Der Zusammenprall wird unvermeidlich sein", erklärte Márcio Martins Sant´ana, General-Kommandeur der Militärpolizei des zuständigen Bundeslandes Minas Gerais.

Nachdem die Gewalt am Samstag beim zunächst friedlichen Umzug von rund 70.000 Demonstranten Richtung Mineirão-Stadion eskaliert war, wollen die Polizisten ihre Taktik ändern. Rowdys hatten mit Steinen und Molotow-Cocktails die Polizei-Blockade angegriffen, die Ordnungshüter antworteten mit Tränengas und Gummigeschossen. Eine Spur der Verwüstung wurde in umliegenden Autohandlungen, Banken und Geschäften zurückgelassen. Während und nach der Partie Japan gegen Mexiko waren 32 Personen festgenommen worden. Die Polizei berichtet von 37 Verletzten, darunter neun Polizisten und ein Mitglied der Nationalgarde. Es war bereits die sechste Protestkundgebung in der Millionen-Stadt während des Confed Cups.

Confed-Cup | 23.06.2013

Belo Horizonte: Proteste enden in Gewalt

Gewalttätige Proteste haben das Confed-Cup-Spiel zwischen Japan und Mexiko in Belo Horizonte überschattet.

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Belo Horizonte - Gewalttätige Proteste haben das Confed-Cup-Spiel zwischen Japan und Mexiko in Belo Horizonte überschattet. Der Demonstrationszug mit rund 65.00 Menschen war nach einem friedlichen Marsch erst nach Spielbeginn am Mineirão-Stadion eingetroffen. Doch nach Abpfiff, als die Fußball-Fans aus dem Stadion strömten, geriet die Situation außer Kontrolle.

Im direkten Umfeld der WM-Arena lieferten sich Chaoten mit den Sicherheitskräften regelrechte Straßenschlachten, brasilianische Medien berichteten von Plünderungen und erheblichen Sachbeschädigungen. Die Polizei vermeldete vier Verletzte auf ihrer Seite, davon einen Schwerverletzten. Auch Demonstranten wurden verletzt, ein von einer Brücke gestürzter Jugendlicher dabei ernsthafter.

In Salvador da Bahia, wo Turnier-Gastgeber Brasilien auf Italien traf, blieb die angekündigte Groß-Demo aus. Nur wenige Tausende Menschen versammelten sich an verschiedenen Plätzen in der Stadt. Die Proteste liefen weitgehend friedlich ab.

Confed-Cup | 20.06.2013

Traumtor von Neymar: Brasilien im Halbfinale

Mit einem weiteren Traumtor hat Jungstar Neymar Gastgeber Brasilien beim Confed Cup den Weg ins Halbfinale geebnet. Die Seleção bezwang Angstgegner Mexiko mit 2:0 (1:0).

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Fortaleza - Mit einem weiteren Traumtor und phasenweise wunderbarem Samba-Fußball hat Jungstar Neymar Gastgeber Brasilien beim Confed Cup den Weg ins Halbfinale geebnet. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw und dessen Assistenten Hansi Flick brachte die Seleção die Wut der landesweiten Proteste auf den Platz und bezwang Angstgegner Mexiko in Fortaleza 2:0 (1:0). Neymar erzielte das 1:0 per Volleytreffer (9.) und bereitete das zweite Tor durch Jô (90.+3) mustergültig vor.

Weil Vize-Europameister Italien am Abend (Ortszeit) gegen Japan 4:3 (1:2) gewann, ist Brasilien nicht mehr von einem der beiden ersten Ränge in Gruppe A zu verdrängen. Im Topspiel gegen die punktgleichen Italiener am Samstag in Salvador geht es allerdings noch um den Gruppensieg und die Frage, wer Welt- und Europameister Spanien im Halbfinale aus dem Weg geht.

"Es ist nicht wichtig, wer die Tore schießt. Wichtig war, dass wir gut gespielt haben, für uns und unser Land. Das Publikum war wunderbar, es hat uns viel Selbstvertrauen gegeben", sagte Neymar. Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari ergänzte: "Es war toll heute Abend hier, ich bin sehr zufrieden. Aber wir hatten ein paar kleinere Konzentrationsschwächen, die wir abstellen müssen."

Neymar traf wie beim 3:0-Erfolg gegen Japan früh und spektakulär. Diesmal drosch er den Ball in der neunten Minute aus 14 Metern mit einer sehenswerten Direktabnahme ins Tor. Die Mannschaft von Scolari übertraf mit dem neunten Erfolg beim Confed Cup nacheinander die alte Bestmarke von Frankreich (2001/2003).

Der zweite Auftritt des Rekordweltmeisters bei der "Mini-WM" stand ganz im Zeichen der Proteste der Bevölkerung auf den Straßen. Und Neymar und Co. machten sich zu deren Sprachrohr auf dem Platz. "Ich habe hier Familie und Freunde. Ich will ein faireres und EHRLICHERES Brasilien", teilte Neymar vor dem Spiel über das soziale Netzwerk Instagramm mit. Gegen die Mexikaner, betonte der künftige Barça-Profi, spiele er "inspiriert von der Protestbewegung".

Das war schon bei der Hino Nacional Brasileiro zu sehen, die er und seine Kollegen ebenso lauthals mitsangen wie die 50.791 Fans im Estádio Castelão. In dessen Nähe hatte es unmittelbar vor dem Spiel erneut Demonstrationen gegeben, 15.000 Menschen waren unterwegs gewesen, die Polizei griff erneut hart durch.

Im Stadion legte die Seleção mit Luiz Gustavo, aber erneut ohne Dante trotz 29 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ein sehr hohes Tempo vor - und Neymar belohnte sie gleich zu Beginn. Nach einer Flanke von Dani Alves wehrte Mexikos Kapitän Francisco Rodríguez den Ball per Kopf direkt zu Neymar ab, der volley links unten einschoss. Für Neymar war es der 22. Treffer im 36. Länderspiel.

Alves (14.) und Neymar (23.) hatten weitere gute Gelegenheiten. Doch hier ging es um mehr als nur Fußball. Wann immer der Ball im Aus landete oder das Spiel unterbrochen war, feuerten die Spieler ihre Fans an. Ganz als wollten sie zeigen: "Wir sind ein Volk!"

Für Neymar hatte die Begegnung eine weitere spezielle Note. Vor einem Jahr war es Mexiko, das seinen Gold-Traum im Olympia-Endspiel in Wembley zerstörte. Sieben Mexikaner von damals waren in Fortaleza dabei. Überhaupt Mexiko: "El Tri" hatte sechs der vergangenen sieben Pflichtduelle gewonnen. Doch Neymar und Co. schien diese schwarze Serie nicht zu beeindrucken. Von Mexikos Stürmer-Star Javier Hernández war indes lange nichts zu sehen.

Hulk nach Zuspiel von Neymar und der 21-Jährige selbst (56., 65.) vergaben in der zweiten Hälfte die vorzeitige Entscheidung.

Confed-Cup | 18.06.2013

Scolari fürchtet keine Proteste gegen die Seleção

Die Protestwelle in Brasilien hat auch die Fußball-Nationalmannschaft erreicht. Luiz Felipe Scolari fürchtet nicht, dass sich eine Anti-Stimmung gegen die Seleção aufbauen könnte.

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Fortaleza - Die wachsende Protestwelle in Brasilien hat auch die Fußball-Nationalmannschaft erreicht. Während die Spieler die Rufe nach mehr sozialer Gerechtigkeit sowie gegen Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder wie für die WM-Stadien offen unterstützen, fürchtet Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari nicht, dass sich auch eine Anti-Stimmung gegen die Seleção aufbauen könnte.

"Die Seleção ist das Volk, wir sind das Volk. Ich denke, dass wir ihnen das geben, was sie am meisten von uns erwarten, dass das Team weiter wächst und Brasilien gut vertritt. Das ist unsere Arbeit, und das machen wir auch. Auf anderen Gebieten haben wir keinen Einfluss", so der Weltmeister-Coach von 2002.

Im Gegensatz zu seinen Spielern bewertet er die Kundgebungen, zu denen am Montag landesweit rund 250.000 strömten, neutral. "In einer Demokratie sind Demonstrationen normal. Und ich hoffe, dass sie weiter friedlich und demokratisch verlaufen", sagte der 64-Jährige und meinte zu möglichen Protesten innerhalb der Stadien: "Wir arbeiten nicht in einem Sektor, der jemanden den Zugang verweigern oder Türen öffnen kann. Wir machen das, wozu wir die Pflicht haben: Fußball spielen."

Seine Schützlinge nahmen klarer Stellung. "Der Bürger, der nicht zufrieden ist, hat das Recht, sich zu äußern. Und so werden wir erkennen, wo die Fehler stecken. Der Brasilianer liebt sein Land, deshalb finden diese Proteste jetzt statt", verkündete Innenverteidiger David Luiz, der am Dienstag neben Hulk zur täglichen Pressekonferenz erschienen war. Und der Stürmer ergänzte: "Wir müssen ihnen Gehör schenken. Brasilien muss viele Dinge verbessern."

Die Nationalspieler nutzten auch die sozialen Netzwerke, um ihre Solidarität kundzutun. Innenverteidiger Dante vom Triple-Gewinner Bayern München twitterte: "Lasst uns zusammen marschieren, Brasilien. Ich liebe mein Volk und werde euch immer unterstützen." Und Außenverteidiger Daniel Alves appellierte: "Ordnung und Fortschritt (Spruch auf der brasilianischen Nationalflagge/Anm. d. Red.) ohne Gewalt für ein besseres Brasilien, für ein Brasilien im Frieden, für ein gebildetes Brasilien, für ein gesundes Brasilien, für ein anständiges Brasilien, für ein glückliches Brasilien."

EM | 28.04.2012

Nach Anschlägen: Janukowitsch fordert Sensibilität

Wiktor Janukowitsch, Staatspräsident des Fußball-EM-Gastgebers Ukraine, hat nach der Anschlagsserie am Freitag im ukrainischen Dnjepropetrowsk Sensibilität angemahnt.

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Dnjepropetrowsk (Ukraine) -

Wiktor Janukowitsch, Staatspräsident des Fußball-EM-Gastgebers Ukraine, hat nach der Anschlagsserie am Freitag im ukrainischen Dnjepropetrowsk Sensibilität angemahnt. "Ein Attentat in unserer Gegend ist eine einzigartige Sache und im Zusammenhang mit der Europameisterschaft macht es uns besonders sensibel für diese Ereignisse", sagte Janukowitsch, der am Samstag in die rund 400 Kilometer südöstlich von Kiew gelegene Stadt gereist war.

In Dnjepropetrowsk waren am Freitag bei vier Explosionen nach Angaben der französischen Nachrichten-Agentur AFP zwischen 26 und 30 Menschen verletzt worden. Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat mittlerweile eine Untersuchung über mögliche terroristische Hintergründe eingeleitet. Hintergründe der Anschläge wurden bislang aber nicht aufgedeckt.

In Polen, das die EM vom 8. Juni bis zum 1. Juli gemeinsam mit der Ukraine ausrichtet, wurden die Ereignisse mit Besorgnis registriert. "Dieser Fall muss mit großer Ernsthaftigkeit angegangen werden", sagte Polens Premierminister Donald Tusk.

Bereits kurz nach den Anschlägen reagierte die Europäische Fußball-Union (UEFA) mit Zurückhaltung auf die Vorfälle. "Diese Ereignisse beeinträchtigen in keiner Weise das Vertrauen der UEFA in die von den ukrainischen Behörden geplanten Sicherheitsmaßnahmen, die ein heiteres Turnier ohne Zwischenfälle gewährleisten werden", hieß es in einer Stellungnahme.

Das Auswärtige Amt in Berlin veröffentlichte am Freitag einen aktuellen Sicherheitshinweis für Reisen in die Ukraine. Reisenden in der Region wird demnach geraten, "besondere Vorsicht walten zu lassen und die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen".

Dnjepropetrowsk, das kein Austragungsort der EM ist, ist die Geburtsstadt der derzeit inhaftierten und schwer kranken ehemaligen Ministerpräsidentin Julija Timoschenko. Die schlechte Behandlung der 51-Jährigen, die am Freitag vergangener Woche in einen Hungerstreik getreten war, wurde zuletzt von der deutschen Bundesregierung heftig kritisiert. Bundespräsident Joachim Gauck hatte aus Protest seinen Besuch im ukrainischen Jalta abgesagt.

Am Samstag wurde eine Verhandlung im Zuge des Prozesses wegen Steuervergehen gegen Timoschenko verschoben. Die Fortsetzung könne nicht ohne die Politikerin erfolgen, sagte Richter Kostjantin Sadowski. Vor dem Gericht kam es zu einer Massendemonstration der Anhänger Timoschenkos.

Nach Angaben der Verteidigung sei das Gericht "gezwungen" worden, dem schlechten Gesundsheitszustand der Angeklagten Rechnung zu tragen. Weiterhin wurden die Forderungen erneuert, Timoschenko erneut durch Mediziner der Berliner Charité untersuchen zu lassen.

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