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FIFA | 12.11.2013

Blatter bietet philippinischem Verband Hilfe an

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat dem Fußball-Verband der Philippinen PFF nach der Taifunkatastrophe sein Beileid ausgesprochen und in einem Brief Hilfe angeboten.

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Zürich - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat dem Fußball-Verband der Philippinen PFF nach der Taifunkatastrophe sein Beileid ausgesprochen und in einem Brief Hilfe angeboten. "Ich möchte meine Trauer und mein Mitgefühl zum Ausdruck bringen, nachdem der Supertaifun Haiyan auf die Zentralphilippinen getroffen ist", schrieb der 77-Jährige dem PFF-Präsidenten Mariano Araneta.

Er sei, versicherte Blatter, "in Gedanken bei den Opfern der Katastrophe und ihren Familien, und ich wünsche Ihnen Kraft und Mut bei den Wiederaufbau- und Rettungsmaßnahmen". Der Weltverband stehe zur Verfügung, "falls besondere Hilfe für die Fußballfamilie benötigt wird".

WM | 10.09.2013

Blatter: "War vielleicht ein Fehler"

Joseph S. Blatter hat seine Meinung unterstrichen, dass die ursprüngliche Vergabe der WM an Katar für die Sommermonate 2022 rückblickend betrachtet ein Fauxpas gewesen sei.

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Buenos Aires - FIFA-Chef Joseph S. Blatter hat einmal mehr seine Meinung unterstrichen, dass die ursprüngliche Vergabe der Fußball-WM an Katar für die Sommermonate 2022 rückblickend betrachtet ein Fauxpas gewesen sei. Angesprochen auf den Sommertermin bei der Vergabe am 2. Dezember 2010 in Zürich sagte der 77-Jährige im Interview bei insideworldfootball.com: "Es war möglicherweise zu diesem Zeitpunkt ein Fehler."

Allerdings betonte der Schweizer Blatter am Rande der IOC-Session in Buenos Aires, dass es nicht immer nur nach den Interessen von 800 Millionen Europäern bei der Vergabe von Fußball-Großereignissen gehen könne: "Ich denke, es ist höchste Zeit, dass die Europäer endlich beginnen zu verstehen, dass sie nicht mehr die Welt regieren. Einige ehemalige europäische Imperialmächte können nicht anderen in fernen Ländern ihren Willen aufzwingen. Wir müssen akzeptieren, dass Fußball nicht mehr allein der Sport der Europäer und Südamerikaner ist. Er begeistert als weltweiter Sport Milliarden von Fans jede Woche und überall auf der Welt."

Blatter sprach in diesem Zusammenhang sogar von Diskriminierung. "Wenn der Status quo rigide aufrechterhalten wird, dann kann eine WM niemals in Ländern südlich des Äquators oder in der Nähe des Äquators ausgetragen werden. Das führt zu einer automatischen Diskriminierung dieser Länder, die andere Jahreszeiten als Europa haben."

Inzwischen hat sich der FIFA-Präsident allerdings selbst für eine Verlegung in den Herbst/Winter 2022 (November/Dezember) stark gemacht. In der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wird von UEFA-Chef Michel Platini dagegen ein Termin im Januar 2022 favorisiert.

"Jetzt müssen wir den internationalen Kalender ändern. Das können wir aber nicht hochmütig entscheiden", hatte Blatter unlängst gesagt: "Nein, wir müssen uns mit den Ligen, den Klubs und den Spielern zusammensetzen." Der Walliser ist überzeugt, dass das FIFA-Exekutivkomitee seiner Empfehlung folgen wird. Er glaubt in Bezug auf die Verlegung der WM 2022 vom Sommer in den Winter auch nicht an einen Konflikt mit seinem einstigen Ziehsohn Platini, der wiederum als aussichtsreicher Kandidat für die Blatter-Nachfolge 2015 in der FIFA gilt.

WM | 07.09.2013

Mexikos Nationaltrainer de la Torre entlassen

Nach dem dritten WM-Qualifikationsspiel in Folge ohne Sieg hat der mexikanische Fußballverband FMF Nationaltrainer José Manuel "Chepo" de la Torre entlassen.

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Mexiko-Stadt - Nach dem dritten WM-Qualifikationsspiel in Folge ohne Sieg hat der mexikanische Fußballverband FMF Nationaltrainer José Manuel "Chepo" de la Torre entlassen. Die Lateinamerikaner hatten in der Nacht auf Samstag trotz Führung 1:2 (1:0) gegen Honduras verloren und waren auf den vierten Platz der Qualifikationsgruppe zurückgefallen. Zuvor waren die Mexikaner gegen Costa Rica und in Panama nicht über zwei 0:0 hinausgekommen.

Die Mannschaft wird vorerst vom bisherigen Co-Trainer Luis Fernando Tena betreut, am Dienstag trifft Mexiko in Columbus/Ohio auf die vom ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann betreute USA. Der vierte Platz in der CONCACAF-Quali-Gruppe berechtigt nicht zur direkten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, sondern nur zu den Play-off-Spielen gegen Ozeanien-Vertreter Neuseeland.

International | 20.08.2013

Blatter lädt Bolt ein: "Ein großer Fußball-Fan"

Supersprinter Usain Bolt wird FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in der kommenden Woche einen Besuch abstatten.

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Zürich - Supersprinter Usain Bolt wird FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in der kommenden Woche einen Besuch abstatten. "Usain ist ein großer Fußball-Fan. Ich freue mich, ihn vor seinem Start in Zürich begrüßen zu können", sagte Blatter. 100-m-Weltrekordler Bolt, der bei der WM in Moskau dreimal Gold holte, wird einen Tag vor dem Diamond-League-Finale in Zürich (29. August) im FIFA-Sitz in Zürich erwartet.

Bolt hatte für die Zeit nach Olympia 2016 zuletzt sogar eine Karriere als Fußballprofi ins Spiel gebracht. "Ich würde das wirklich gerne versuchen", sagte der Jamaikaner, der am Mittwoch 27 Jahre alt wird: "Ich war schon oft bei Charity-Spielen dabei, und ich glaube, Fußball ist etwas, das ich sehr gut kann." Bolt ist Anhänger von Manchester United und hat bereits eine Einladung des englischen Rekordmeisters zum Probetraining vorliegen.

WM | 17.07.2013

Blatter: "WM 2022 muss im Winter stattfinden!"

Rolle rückwärts von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: Der Chef des Fußball-Weltverbandes hat erstmals unmissverständlich eine Verlegung der WM 2022 in den Winter gefordert.

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München - Rolle rückwärts von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter: Der Chef des Fußball-Weltverbandes hat erstmals unmissverständlich eine Verlegung der höchst umstrittenen WM 2022 in den Winter gefordert und klar gemacht, keinen Widerspruch zu dulden. "Die WM in Katar wird im Winter stattfinden", sagte der 77 Jahre alte Schweizer im Rahmen des "Camp Beckenbauer" in Going/Österreich.

Blatter kündigte an, dass er das Thema im FIFA-Exekutivkomitee im Oktober zur Sprache bringen werde, "und das Komitee wird mir sicher folgen". Bei Sky Sport News HD gestand Blatter, der eine Verlegung bisher nie öffentlich erwogen hatte, zudem Fehler bei der Vergabe 2010 ein.

"Es wurde nicht unterschätzt, aber man hat es vielleicht nicht richtig angeschaut", sagte der Eidgenosse: "Schon damals hat unsere medizinische Abteilung festgestellt, dass man im Juni oder Juli dort nicht spielen kann. Jetzt sind wir drei Jahre später, jetzt wird es Zeit darüber nachzudenken, was vielleicht nicht so gut gemacht wurde." Bei der WM-Vergabe im Dezember 2010 hatte Katar den Zuschlag für die WM-Endrunde allerdings für den Sommer 2022 erhalten. Eine Verlegung in den Winter könnte möglicherweise die gescheiterten Mitbewerber auf den Plan rufen.

Blatter ist indes auch zu dem Schluss gekommen, dass man "bei dieser Hitze nicht im Sommer spielen kann. Und wir müssen Rücksicht nehmen auf die Spieler". Zum einen durch ein erneutes medizinisches Gutachten, zum anderen durch eine persönliche Erfahrung. "Ich war gerade im Nahen Osten, in Jordanien, Palästina und Israel", äußerte er: "Ich habe gesehen, welche Hitze in diesen Ländern herrscht, und dort ist es nicht so heiß wie in Katar."

Es sei "zwar möglich, ein Stadion abzukühlen, aber nicht ein ganzes Land", erläuterte der FIFA-Präsident: "Deshalb müssen wir im Exekutivkomitee Mut haben und ein Bewusstsein bei den Ligen schaffen, dass wir etwas ändern müssen." Eine Änderung des internationalen Spielkalenders sei "ja nur für ein Jahr, danach würde man wieder zum normalen Rhythmus zurückkehren".

Die weiteren Gäste des "Camp Beckenbauer" zeigten sich über die Kehrtwende des Schweizers erfreut. "In dieser Klarheit habe ich das noch nicht von ihm gehört. Aber ich finde es absolut richtig", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei Sky Sport News HD. Und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff ergänzte: "Es ist besser, im Winter zu spielen, das steht außer Frage. Ich war auch überrascht über die Klarheit dieser Aussage. Jetzt müssen wir sehen, wie die Entscheidung ausfällt."

Spanien | 10.07.2013

Dos Santos wechselt von Mallorca zu Villarreal

Der mexikanische Nationalspieler Giovani dos Santos setzt seine Wanderung durch die europäischen Ligen fort und wechselt vom Absteiger Real Mallorca zu Aufsteiger FC Villarreal.

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Villarreal - Der mexikanische Fußball-Nationalspieler Giovani dos Santos setzt seine Wanderung durch die europäischen Fußball-Ligen fort und wechselt vom spanischen Erstliga-Absteiger Real Mallorca zu Aufsteiger FC Villarreal. Für den Angreifer, der einen Vertrag bis 2017 erhält, zahlt Villarreal rund acht Millionen Euro Ablöse. Für den 24 Jahre alten dos Santos, der in seiner Zeit beim FC Barcelona (2005 bis 2008) als kommender Weltstar galt, ist es die siebte Station als Profi.

FIFA | 03.07.2013

Valcke entscheidet über Zukunft erst nach der WM

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke will erst nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im kommenden Jahr (12. Juni bis 13. Juli) über seine Zukunft entscheiden.

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Paris - FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke (52) will erst nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im kommenden Jahr (12. Juni bis 13. Juli) über seine Zukunft entscheiden. "Zuerst muss ich die WM perfekt organisieren. Danach werde ich eine Entscheidung über meine Zukunft treffen", sagte der Franzose dem französischen Sender RTL. Zuletzt war darüber spekuliert worden, dass Valcke den Schweizer Joseph S. Blatter als Präsident des Weltverbandes 2015 beerben könnte.

Dem SID hatte der FIFA-"General" unlängst im Interview angesprochen auf Blatter, der ebenfalls vom Generalsekretär zum Präsidenten aufgestiegen war, gesagt: "Blatter war ein außergewöhnlicher Generalsekretär, der dann zum Präsidenten gewählt wurde. Er wird sich noch entscheiden, ob er 2015 erneut für eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident bereitsteht. Ich bin 52 Jahre alt. Im Moment konzentriere mich auf meine Aufgabe als Generalsekretär der FIFA und vor allem auf die bevorstehenden Großereignisse."

Allerdings hatte der 77-jährige Blatter offengelassen, ob er nach Ablauf seiner vierten Amtszeit noch einmal kandidieren werde. Auch UEFA-Boss Michel Platini (Frankreich) werden Ambitionen auf die Chefrolle im Weltverband nachgesagt. Sollte Frankreichs einstiger Fußball-Weltstar zum Blatter-Nachfolger aufsteigen, gilt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach als Kandidat für die Nachfolge Platinis in der UEFA.

Confed-Cup | 01.07.2013

Blatter sicher: WM 2014 wird "herausragend"

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sieht nach dem "besten Confed Cup aller Zeiten" in Brasilien einer erfolgreichen Fußball-WM 2014 entgegen.

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Rio de Janeiro - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sieht nach dem "besten Confed Cup aller Zeiten" in Brasilien einer erfolgreichen Fußball-WM 2014 entgegen. "Dieses Turnier war ein großer Erfolg, trotz der sozialen Unruhen im Umfeld. Es war keine Generalprobe, es war ein Wettbewerb der Champions. Wir werden im nächsten Jahr eine herausragende WM haben, keine Probleme, überhaupt keine Probleme", sagte Blatter am Montag in Rio de Janeiro. Die WM findet vom 12. Juni bis 13. Juli 2014 in zwölf Städten Brasiliens statt.

Die Proteste hätten allen Beteiligten zu schaffen gemacht, gab Blatter zu. Aber er habe "den Eindruck, dass die sozialen Unruhen jetzt ruhen. Ich weiß nicht, für wie lange, aber sie ruhen." Der Schweizer sprach den Sicherheitskräften "ein sehr großes Kompliment" aus. Diese hätten alle Herausforderungen "professionell" gemeistert. Für Blatter hatte die "Mini-WM" mehrere Sieger: "Die Fußballfamilie, die Menschen in Brasilien, den Fußball in Brasilien."

Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo bilanzierte: "Wir haben die Kriterien erfüllt!" Inmitten der Unruhen habe man "die Sicherheit aller Teilnehmer gewährleistet. Und das brasilianische Volk konnte sich ausdrücken, weil wir in einer lebendigen Demokratie leben." Es sei aber die Pflicht der Politik, Transport- und Kommunikationswege weiter zu verbessern. "Nicht nur für die WM, sondern für unser Land. Der Fußball kann als Plattform für die soziale Entwicklung dienen. Wir sind noch kein perfektes Land, wir sind in der Entwicklung."

Blatter schwärmte vor allem vom Endspiel zwischen Brasilien und Weltmeister Spanien (3:0) am Sonntag im Maracanã-Stadion in Rio und den "fantastischen, nicht fanatischen Fans". Die Seleção habe in der "Kathedrale" Maracanã "Geschichte geschrieben". Überhaupt sah er "technisch-taktisch ein außergewöhnliches Turnier".

Die FIFA untermauerte Blatters Worte im Palmen-Saal des Hotels Copacabana Palace mit einigen Zahlen und Rekorden. 804.659 Zuschauer (Schnitt: 50.291) seien zu den 16 Spielen gepilgert, das ist der zweithöchste Wert der Cup-Geschichte. 68 Tore (4,25/Spiel) sind eine Bestmarke. Die Halbfinals sorgten auf den neun TV-Schlüsselmärkten, darunter Deutschland, für nie erreichte Zuschauerzahlen. Und auch die Internetseite der FIFA verzeichnete mit 30 Millionen Besuchern aus 190 Ländern im Turnierzeitraum einen Bestwert.

Confed-Cup | 28.06.2013

Martínez: "Ein Traum geht in Erfüllung"

Die Vorfreude von Javi Martínez auf das Endspiel beim Fußball-Confed-Cup gegen Brasilien ist grenzenlos.

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Fortaleza - Die Vorfreude von Javi Martínez auf das Endspiel beim Fußball-Confed-Cup gegen Brasilien ist grenzenlos. "Ein Finale im Maracanã gegen Brasilien, das war schon als Kind ein Traum von mir - jetzt ist er in Erfüllung gegangen", sagte der Profi von Bayern München nach dem 7:6 i.E. im Halbfinale gegen Italien in Fortaleza. Er freue sich besonders auf das Duell mit seinen Münchner Mitspielern Luiz Gustavo und Dante am Sonntag in Rio de Janeiro.

Zugleich war Martínez erleichtert, dass sein Kollege Jesus Navas den siebten Elfmeter der Spanier verwandelt hatte. "Ich sollte den nächsten schießen, mein Puls raste schon", sagte der 24-Jährige, der in der 4. Minute der Verlängerung eingewechselt worden war. Seine ungewohnte Rolle als Angreifer erklärte Martínez so: "Der Trainer wollte, dass wir mehr Druck auf die Defensive der Italiener ausüben, deshalb hat er mich gebracht. Es war aber sehr schwierig ..."

Zumindest einen Menschen habe sein Rollenwechsel aber glücklich gemacht: Seine Mutter. "Sie wollte ja immer, dass ich Stürmer werde. Jetzt war ich es, jetzt ist sie sicher endlich zufrieden", sagte er mit einem verschmitzten Lächeln.

Confed-Cup | 27.06.2013

Spanien folgt Brasilien ins Confed-Cup-Finale

Weltmeister Spanien ist Gastgeber Brasilien ins Finale des Confed Cups gefolgt. Die Iberer gewannen gegen Italien nach torlosen 120 Minuten mit 7:6 im Elfmeterschießen.

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Fortaleza - Das Traumfinale beim Confed Cup ist perfekt: Welt- und Europameister Spanien hat im zweiten Halbfinale Italien im "Glutofen" Fortalenza nach einem Nervenspiel mit 7:6 im Elfmeterschießen bezwungen und trifft am Sonntag in Rio de Janeiro auf Gastgeber Brasilien. Nach kraftraubenden 90 Minuten und einer extrem harten Verlängerung hatte es 0:0 gestanden. Damit machen die beiden besten Teams des Turniers im "Tempel des Fußballs" Maracanã den Titel unter sich aus. Italien spielt nach der bravourösen, aber dennoch missglückten Revanche für das 0:4 im Endspiel der EM 2012 nun in Salvador da Bahia gegen Uruguay um Platz 3.

Dabei war der viermalige Weltmeister dem scheinbar übermächtigen Gegner lange mindestens ebenbürtig und hatte sogar ein Übergewicht an guten Möglichkeiten. Spanien, in Südafrika 2009 Dritter, erreichte nach dem 29. Pflichtspiel ohne Niederlage dennoch erstmals das Finale und fordert nun Rekordsieger Brasilien (drei Titel). Im Elfmeterschießen verwandelten die ersten zwölf Schützen eiskalt, ehe Leonardo Bonucci übers Tor schoss und Jesus Navas beim entscheidenden Versuch traf.

Italien konnte im Estádio Castelão wieder auf Andrea Pirlo und Daniele de Rossi zurückgreifen, der verletzt abgreiste Angreifer Mario Balotelli saß nägelkauend zu Hause. "Auf geht's Jungs, auf geht's! Kommt schon! Uff, was für eine Spannung!", twitterte er vor dem Spiel. Und auch das Publikum unterstützte mit großer Mehrheit die Azzurri. Italiens Hymne wurde frenetisch beklatscht, es gab häufig "Italia!"-Sprechchöre. Die Spanier dagegen wurden bei langem Ballbesitz ausgebuht. Und den hatte die Selección oft.

Denn hier trafen zwei grundverschiedene Spielideen aufeinander. Die Spanier, bei denen Bayern Münchens Mittelfeldspieler Javi Martinez zu Beginn der Verlängerung eingewechselt wurde, setzte auf Ballkontrolle und schnelle Kombinationen. Sie prallten aber meist am italienischen Abwehrriegel ab. Wenn der Weltmeister den Ball hatte, zog sich die Squadra Azzurra aus ihrem 3-4-2-1-System in ein schwer zu durchdringendes 5-4-1 zurück. So gewann sie viele Bälle, die bei blitzartigen Gegenangriffen meist über die Außen als Flanken in den Strafraum rauschten.

Auf diesem Weg ergaben sich einige Kopfballchancen. Der immer wieder in die Mitte rückende rechte Mittelfeldspieler Christian Maggio vergab in der ersten Hälfte gleich drei davon. Die beste in der 36. Minute aus fünf Metern, als Torwart Iker Casillas glänzend parierte. Spaniens Spiel litt zunächst deutlich stärker unter den widrigen Bedingungen von 28 Grad und 82 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ihr Tiki-taka wirkte mitunter behäbig. Die einzige echte Torchance vor dem Pausenpfiff vergab Fernando Torres, der den angeschlagenen Roberto Soldado im Sturmzentrum vertrat, als er am rechten Pfosten vorbeischoss (37.).

Coach Vicente del Bosque redete vor Beginn der zweiten 45 Minuten auf dem Weg auf den Platz beschwörend auf seine Spieler ein. In der 58. Minute musste Italiens Torwart Gianluigi Buffon dann bei einem Schuss des eingewechselten Jesus Navas erstmals eingreifen. Cesare Prandelli hatte ebenfalls gewechselt: Für den früheren Wolfsburger Andrea Barzagli kam Riccardo Montolivo - ins defensive Mittelfeld. De Rossi rückte in die Dreierabwehrkette. Balotelli-Ersatz Alberto Gilardino blieb bis auf wenige Ausnahmen blass.

Das Wetter forderte bald Tribut, das Spieltempo verflachte mit zunehmender Dauer. Andrés Iniesta schoss noch einmal am Tor vorbei (64.), in der Schlussphase waren die Spanier etwas zwingender. Nach Ende der regulären Spielzeit schleppten sich einige Spieler bereits mit Krämpfen in die Verlängerung, in der dann trotz aller Erschöpfung zunächst wieder die Italiener am Drücker waren: Emanuele Giaccherini (93.) traf nur den Pfosten. Mit der Einwechslung von Martinez (94.) übernahmen wieder die Spanier die Kontrolle, sie gingen aber zu fahrlässig mit ihren Chancen um. In der 115. Minute traf Xavi aus 20 Metern die Latte.

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