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FIFA | 06.05.2013

Chuck Blazer für 90 Tage gesperrt

FIFA-Exekutivkomiteemitglied Chuck Blazer ist vom Fußball-Weltverband für maximal 90 Tage für jegliche Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball gesperrt worden.

Zürich - Das scheidende FIFA-Exekutivkomiteemitglied Chuck Blazer ist vom Fußball-Weltverband für maximal 90 Tage für jegliche Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball gesperrt worden. Das entschied Hans-Joachim Eckert, der Vorsitzende der rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission. Die Sperre folgt auf einen Antrag von Robert Torres, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Untersuchungskammer der Ethikkommission. Blazer wird vorgeworfen, mehrfach gegen das Ethikreglement der FIFA verstoßen zu haben.

Die Untersuchungskammer der Ethikkommission hatte aufgrund des Schlussberichts der Integritätskommission der Konföderation CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik) zuvor bereits eine Untersuchung gegen den 68 Jahre alten Blazer eingeleitet. Ein Urteil steht allerdings noch aus.

Laut des Untersuchungsberichtes hat sich der US-Amerikaner betrügerisch verhalten. Zudem steht Blazer unter Manipulationsverdacht. Blazer, CONCACAF-Generalsekretär Enrique Sanz ersuchte die FIFA, sich "angesichts der schweren mutmaßlichen Verfehlungen" und der Folgen für die FIFA für zuständig zu erklären.

Blazer wird formell beim FIFA-Kongress auf Mauritius (30./31. Mai) aus dem Exekutivkomitee ausscheiden. Seinen Platz nimmt Sunil Gulati, der Präsident des US-amerikanischen Verbandes USSF, ein. Blazer hatte wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf eine fünfte Amtszeit in der Regierung des Weltfußballs verzichtet. Blazer, der jegliches Fehlverhalten abstreitet, hatte bereits im Dezember 2011 sein Amt als CONCACAF-Generalsekretär niedergelegt.

FIFA | 16.11.2012

Beckenbauer nimmt Arbeit in Fußball-Kommission auf

Franz Beckenbauer hat am Freitag seine neue Aufgabe in der Ständigen Fußball-Kommission des Weltverbandes FIFA aufgenommen.

Zürich - Franz Beckenbauer hat am Freitag seine neue Aufgabe in der Ständigen Fußball-Kommission des Weltverbandes FIFA aufgenommen. Der "Kaiser" wurde in Zürich ebenso wie Brasiliens Fußball-Idol Pelé zum Berater des Gremiums ernannt. "Es ist eine weise Entscheidung, alle Kräfte zu bündeln", sagte Beckenbauer, der in der Kommission bereits den Vorsitz inne hatte. Mittlerweile wird sie vom französischen UEFA-Präsidenten Michel Platini geleitet.

Als "entscheidenden Tag für den Fußball" bezeichnete der ebenfalls anwesende FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die neue Zusammensetzung: "Diese Kommission muss große Herausforderungen angehen, mit denen sich der Fußball konfrontiert sieht, etwa Bedrohungen wie Spielmanipulationen, die Struktur und Entwicklung des Sports und auch Fragen, die das Spiel selbst betreffen." Nicht anwesend war Pelé, der nach seiner Hüft-Operation auf die Reise in die Schweiz verzichtete.

Auch Beckenbauer begrüßte die neu aufgestellte Kommission. "Der Fußball ist nicht unantastbar. Wir müssen uns mit den wichtigen Aspekten des Fußballs auseinandersetzen. Diese Kommission ist das richtige Forum, da es die Kraft des Fußballs widerspiegelt. Ich freue mich sehr, dieser Kommission anzugehören." Die von Beckenbauer zuletzt geführte Task Force 2014 hatte wie drei weitere Arbeitsgruppen ihre Aufgaben abgeschlossen und war aufgelöst worden.

Wichtigstes Thema beim ersten Treffen war das aktuelle Transfersystem. "Das jetzige System und der internationale Freigabeschein sind sehr gut und sorgen dafür, dass alle Transfers über die FIFA ordentlich abgewickelt werden", sage Karl-Heinz Rummenigge. Weitere Themen waren die Stellung des Frauenfußballs, das finanzielle Fairplay und der Schutz Minderjähriger. Ausführlich besprochen wurde zudem die Lage bei den Spielervermittlern, wobei sich die Kommission klar für die Einführung internationaler Standards mit klaren Regeln und Bestimmungen aussprach.

FIFA | 30.10.2012

FIFA: Beckenbauer mit neuer Position

Franz Beckenbauer erhält beim Fußball-Weltverband FIFA eine neue Aufgabe. Beckenbauer kehrt in die Ständige Fußball-Kommission zurück. In dieser hatte er bereits den Vorsitz inne.

Zürich - Franz Beckenbauer erhält beim Fußball-Weltverband FIFA eine neue Aufgabe. Da die von ihm geleitete Task Force 2014 wie drei weitere Arbeitsgruppen ihre Aufgaben abgeschlossen hat und wieder aufgelöst wurde, kehrt Beckenbauer in die Ständige Fußball-Kommission zurück. Auch in dieser hatte er schon den Vorsitz inne, mittlerweile wird sie vom französischen UEFA-Präsidenten Michel Platini geleitet.

"Da Fußball-Kommission und Task Force die gleichen Themen anpacken, macht es Sinn, sie in eine Hand zu geben", sagte Beckenbauer der Bild-Zeitung: "Ich habe keine Probleme, unter dem Vorsitz von Michel Platini mitzumachen. Wir sind befreundet."

Die von Beckenbauer geleitete Task Force, die im Mai 2011 ihre Arbeit aufgenommen hatte, sollte vor allem Reformen bezüglich des Spiels an sich entwickeln. So beschäftigte sich die Gruppe beispielsweise mit der sogenannten Dreifachbestrafung aus Elfmeter, Feldverweis und Spielsperre. Ebenso wurde die Gruppe beauftragt, Weltmeisterschaften attraktiver zu machen. Der 20-köpfigen Task Force gehörten ehemalige Fußballer, Fußballerinnen und Schiedsrichter an. Sie war dem FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter persönlich unterstellt und konnte Regeln nicht im Alleingang ändern.

Prominente Mitglieder der Runde glänzten allerdings häufig mit Abwesenheit. So fehlten Beckenbauer und der englische Weltmeister Bobby Charlton beim Auftakttreffen, Brasiliens Fußball-Legende Pelé nahm nie teil. Auch deshalb blieb die Task Force nahezu wirkungslos.

Blatter zeigte sich nach der Auflösung der Gruppen mit deren Arbeit dennoch äußerst zufrieden. "Das war einfach großartig. Unser Reformprozess endet hier aber nicht und wird fortgesetzt", sagte er.

FIFA | 16.07.2012

Blatter bestreitet Denunziations-Absichten

Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter hat auf die Empörung über seine Korruptionsandeutungen zur Vergabe der WM-Endrunde 2006 an Deutschland mit einer Rolle rückwärts reagiert.

Köln - Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter hat auf die Empörung über seine Korruptionsandeutungen zur Vergabe der WM-Endrunde 2006 an Deutschland mit einer Rolle rückwärts reagiert. "Man kann immer einen Vorwand finden, um die Rechtmäßigkeit eines Entscheides zu bezweifeln. Man findet bei WM-Vergaben immer einen Grund, um irgendwelche Verschwörungstheorien zu spinnen. Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, sondern nur an Fakten. Solange keine konkreten Beweise vorliegen, dass bei irgendeiner WM-Vergabe etwas schief gelaufen ist, muss und soll man an der Rechtmäßigkeit der Wahl festhalten. Dies gilt für Deutschland ebenso wie für alle anderen Länder. Das ist die Kernaussage meiner Botschaft", schrieb Blatter in einem Offenen Brief in der Bild-Zeitung (Dienstag-Ausgabe) und wies damit den Vorwurf der Denunziation zurück.

Im Interview mit einer Schweizer Zeitung hatte der FIFA-Boss Deutschlands Erfolg bei der Bewerbung um das WM-Turnier 2006 mit korrupten Machenschaften in Verbindung zu bringen versucht. "Gekaufte WM ... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. (...) Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv", hatte Blatter gesagt.

Sämtliche Verantwortliche aus Deutschlands WM-Bewerbungskomitee, das seinerzeit der spätere OK-Chef Franz Beckenbauer angeführt hatte, haben Blatters Äußerungen mittlerweile zurückgewiesen. Der frühere FIFA-Funktionär Guido Tognoni bezeichnete Blatters Aussagen im Zusammenhang mit den Problemen des FIFA-Chefs mit der Schmiergeldaffäre als Ablenkungsmanöver.

FIFA | 16.07.2012

Tognoni: Blatter-Vorwürfe zur WM 2006

Für FIFA-Direktor Guido Tognoni sind Vorwürfe von Fußball-Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter in Richtung einer gekauften deutschen WM-Bewerbung 2006 ein "Ablenkungsmanöver".

Köln - Für den langjährigen FIFA-Direktor Guido Tognoni sind die Vorwürfe von Fußball-Weltverbands-Präsident Joseph S. Blatter in Richtung der deutschen WM-Bewerbung 2006 ein "Ablenkungsmanöver". "Er braucht einen Befreiungsschlag. Aber das ist ein Schuss in den eigenen Fuß, denn alles ist unter Aufsicht von Sepp Blatter geschehen", sagte der langjährige Mediendirektor der FIFA im ARD-Morgenmagazin.

Im Interview mit dem SonntagsBlick hatte Blatter erklärt: "Gekaufte WM ... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv." Auf die Nachfrage, ob er, Blatter, vermute, die WM 2006 in Deutschland sei gekauft gewesen, antwortete der Schweizer: "Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest."

Tognoni ("Blatter steckt in einem Überlebenskampf") erklärte zur deutschen WM-Kandidatur für 2006: "Der Deutsche Fußball-Bund hat damals den Rahmen des Möglichen ausgeschöpft und zwei Jahre lang harte Lobbyarbeit betrieben." Der Eidgenosse sprach von Gefälligkeiten vonseiten des DFB, so den Abschluss von Freundschaftsspielen, die normalerweise nicht stattgefunden hätten. Bei der Abstimmung am 6. Juli 2000 hatte sich die DFB-Bewerbung mit 12:11 gegen Südafrika durchgesetzt.

Tognoni gab zu bedenken, dass der Zeitpunkt der jüngsten Blatter-Aussagen zur WM 2006 doch sonderbar seien und der FIFA-Boss damals über alles eingeweiht gewesen sei: "Sepp Blatter war immer dabei. Er hätte es damals stoppen können, er wusste über jedes Detail Bescheid. Jetzt im Nachhinein zu kommen, finde ich billig."

Dass Liga-Präsident Reinhard Rauball Blatter in einem Telefonat aufgrund der jüngsten Enthüllungen um Schmiergeldzahlungen an FIFA-Spitzenfunktionäre zum Rücktritt aufgefordert hat und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ebenfalls auf Distanz zum FIFA-Chef gegangen ist, deutet die deutsche Entschlossenheit an. Allerdings steht Deutschland "ziemlich alleine", so Tognoni: "Wenn morgen ein Kongress einberufen würde mit 208 Verbänden, hätte Sepp Blatter keine große Mühe, 105 Verbände auf seine Seite zu ziehen."

FIFA | 15.07.2012

WM 2006: Blatter erhebt nebulöse Vorwürfe

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat nebulöse Vorwürfe im Zusammenhang mit der Fußball-WM-Vergabe 2006 am 6. Juli 2000 an Deutschland erhoben.

Zürich - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat nebulöse Vorwürfe im Zusammenhang mit der Fußball-WM-Vergabe 2006 am 6. Juli 2000 an Deutschland erhoben. "Gekaufte WM ... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv", sagte der Chef des Weltverbandes FIFA im Interview mit dem Schweizer SonntagsBlick. Auf die Nachfrage, ob er, Blatter, vermute, die WM 2006 in Deutschland sei gekauft gewesen, antwortete der Schweizer: "Nein, ich vermute nichts. Ich stelle fest."

Deutschland hatte vor zwölf Jahren in Zürich in einer Kampfabstimmung im 24-köpfigen Exekutivkomitee der FIFA mit 12:11 Stimmen den Zuschlag für die WM 2006 erhalten. Bei Stimmengleichheit hätte Blatter als Präsident für die Entscheidung gesorgt; der Walliser war bereits für 2006 ein Befürworter einer WM am Kap der guten Hoffnung gewesen. Der Ozeanien-Vertreter Charlie Dempsey enthielt sich damals der Stimme, sodass die Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) knapp die Oberhand behielt. Südafrika wurde erst 2010 erster afrikanischer Gastgeber einer WM-Endrunde.

Schwer getroffen hat Blatter offenbar die Rücktrittsforderung von Liga-Präsident Reinhard Rauball, der den FIFA-Boss am Freitag angerufen und zur Demission aufgefordert hatte. "Dass man mich weghaben will, ist nichts Neues. Je nachdem, wie die Stimmung gerade ist. Manchmal fordern das die britischen Medien, dann mal die amerikanischen, dann mal die deutschen. Was stimmt: Rauball hat mich am Freitag angerufen und mir gesagt, ich solle zurücktreten. Ich sagte ihm, das sei nicht so einfach, wie er sich das vorstelle. Schließlich bin ich vom Kongress gewählt."

Auch die Attacken von Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß haben bei Blatter Spuren hinterlassen: "Natürlich ist es nicht angenehm. Aber es entscheidet kein Klub, ob und wann ich gehe." Er habe allerdings von Uli Hoeneß und dessen Party zum 60. Geburtstag Anfang des Jahres eine tolle Geschichte gehört. Blatter: "Teilnehmer haben mir erzählt, dass er vor versammelter Festgemeinde gewettet hat, dass Blatter Ende des Jahres nicht mehr Präsident ist. Aber an einer Geburtstagsparty sagt man ja alles Mögliche ..."

Blatter selbst erklärte in dem Interview, dass es 1986, als er FIFA-Generalsekretär war, einen Versuch gegeben habe, ihn zu bestechen. Es ging angeblich um ein WM-Qualifikations-Entscheidungsspiel. "Ich habe das Geld dem Buchhalter gebracht. Er schlug vor, ein Konto auf den Namen dieses Mannes zu eröffnen und das Geld einzuzahlen. Das ließ ich diesem mitteilen. 14 Tage später hatte er das Geld abgeholt. Seither versuchte mich nie mehr jemand zu bestechen", sagte Blatter, der den Namen des Verbands-Präsidenten nicht nannte, im SonntagsBlick.

FIFA | 14.07.2012

IOC beobachtet FIFA und Blatter

In der Schmiergeldaffäre beim Fußball-Weltverband FIFA bekommt Präsident Joseph S. Blatter offenkundig auch Druck vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

London - In der Schmiergeldaffäre beim Fußball-Weltverband FIFA bekommt Präsident Joseph S. Blatter offenkundig auch Druck vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Die weltweit höchste Sportorganisation bereitet sich nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auf Untersuchungen gegen ihr Schweizer Mitglied vor. "Wir müssen uns mit den Dokumenten vertraut machen", zitierte das Blatt in seiner Samstag-Ausgabe eine IOC-Mitteilung nach eigener Anfrage. Zunächst jedoch scheint das IOC noch keine eigene Initiative ergreifen zu wollen: "In erster Instanz ist diese Angelegenheit von der FIFA zu behandeln. Wir werden die Schritte beobachten, die sie unternimmt."

Blatter gehört dem IOC seit 1999 an. Im vergangenen Winter noch hatte das IOC im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Blatters FIFA-Vorgänger Joao Havelange (Brasilien) aus dem IOC wegen drohender Ermittlungen aufgrund von Bestechungsvorwürfen ausdrücklich auf eine Untersuchung von Blatters Rolle in der Affäre um Schmiergeldzahlungen des bankrotten FIFA-Vermarktungspartners ISL verzichtet.

Durch die Veröffentlichung von Schweizer Gerichtsdokumenten zum Fall der ISL waren am vergangenen Mittwoch Schmiergelder in Millionenhöhe an Havelange und seinen Ex-Schwiegersohn Ricardo Teixeira, der zu Jahresbeginn nach 23-jähriger Amtszeit als Brasiliens Verbands-Chef zurückgetreten war, bekannt geworden. Blatter räumte danach Kenntnisse über die Vorgänge ein, sah in seiner Tatenlosigkeit allerdings keinen Fehler. In einer FIFA-Mitteilung sprach der schon mehrfach in Korruptionsverdacht geratene Eidgenosse von "Provisionszahlungen". Man habe solche Finanztransaktionen damals "als Geschäftsaufwand sogar von den Steuern abziehen" können. "Heute wäre dies strafbar. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war", sagte Blatter weiter.

Die IOC-Haltung verdeutlicht Blatters wachsende Isolation. Bereits am Freitag hatte Präsident Reinhard Rauball von der Deutschen Fußball Liga (DFL), kraft seines Amtes in Personalunion auch 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), den FIFA-Boss in einem Zeitungsinterview zum Rücktritt aufgefordert. "Nach dem derzeitigen Stand sollte Sepp Blatter seine Amtsgeschäfte schnellstmöglich in andere Hände geben. Für einen Reformprozess braucht die FIFA jemanden, der gewillt ist, einen Neuanfang zu machen. Es ist immer schwierig, jemanden einzubinden, der selbst Teil der Umstände ist, die einen Reformprozess erst erforderlich gemacht haben", sagte Rauball.

FIFA | 13.07.2012

FIFA-Affäre: Politiker machen Blatter Druck

In der Schmiergeld-Affäre um ranghohe Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA gerät Verbands-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) auch unter politischen Druck.

Zürich - In der Schmiergeld-Affäre um ranghohe Funktionäre des Fußball-Weltverbandes FIFA gerät Verbands-Präsident Joseph S. Blatter (Schweiz) auch unter politischen Druck. Ein Vertreter des pankontinentalen Europarates warf der FIFA-Spitze nun vor, den Skandal um Ex-Präsident Joao Havelange und dessen ehemaligen Schwiegersohn Ricardo Teixeira (beide Brasilien) vertuscht zu haben. "Wenn FIFA-Funktionäre - einschließlich des aktuellen Präsidenten - von den Bestechungen wussten, dann hätten sie alles in ihrer Macht stehende tun müssen, um die Betroffenen zu belangen statt zu schützen", sagte der französische Abgeordnete Francois Rochebloine.

Weiter forderte Rochebloine von Blatter genauere Angaben über seine Rolle in der Affäre: "Wann genau hat er von den Zahlungen erfahren? Warum hat die FIFA dieses Fehlverhalten versteckt und ist nicht gegen die Täter vorgegangen? Und am wichtigsten: Welche Schritte unternimmt Blatter nun, damit so etwas nicht noch einmal passiert?"

Blatter hatte am Donnerstag seine Kenntnisse der Vorgänge nicht geleugnet, sich jedoch geweigert, darin eine Verfehlung zu sehen. In einer FIFA-Mitteilung sprach der Verbandsboss von "Provisionszahlungen". Man habe solche damals "als Geschäftsaufwand sogar von den Steuern abziehen" können. "Heute wäre dies strafbar. Man kann die Vergangenheit nicht mit den Maßstäben von heute messen. Ich kann also nicht von einem Delikt gewusst haben, welches keines war", sagte Blatter.

Aus am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Gerichtsdokumenten war hervorgegangen, dass Havelange und Teixeira über mehrere Jahre Schmiergelder in Millionenhöhe von der inzwischen pleite gegangenen FIFA-Vermarktungsagentur ISL angenommen hatten. Der 96 Jahre alte Havelange, der von 1974 bis 1998 die FIFA als Blatters Vorgänger angeführt hatte, erhielt demnach im Jahr 1997 1,5 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet rund 1,25 Millionen Euro). Teixeira, der zu Jahresbeginn nach 13 Jahren als Präsident des brasilianischen Verbandes zurückgetreten war, kassierte zwischen 1992 und 1997 sogar 12,7 Millionen Franken (10,5 Millionen Euro).

EM | 21.06.2012

Blatter: "Beckenbauer und ich auf derselben Seite"

Ein Rücktritt von Franz Beckenbauer aus der Fußball-Kommission des Weltverbandes FIFA ist anscheinend vom Tisch.

München - - Ein Rücktritt von Franz Beckenbauer aus der Fußball-Kommission des Weltverbandes FIFA ist anscheinend vom Tisch. "Er und ich stehen auf derselben Seite", twitterte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag nach einem Treffen mit Beckenbauer in Zürich und nannte drei Themen als Beleg: "Einführung der Torlinientechnik, Abschaffung der Dreifachbestrafung und Vereinheitlichung der Kriterien für WM- und EM-Endrunden."

Wegen einer vermeintlich starren Position des Weltverbandes in der Frage, ob harmlose Foulspiele im Strafraum mit Elfmeter, Roter Karte und einer Sperre geahndet werden sollen, hatte Beckenbauer mit Rücktritt gedroht. "Wenn unsere Vorschläge so ignoriert werden, macht es keinen Sinn. Eine Alibi-Funktion brauche ich nicht", hatte Beckenbauer (66) gesagt. Bei "Raclette, Wein und großartigem Wetter" (Blatter, 76) sind die Unstimmigkeiten am Donnerstag offensichtlich ausgeräumt worden.

FIFA | 12.06.2012

Hungerstreik: Blatter sorgt sich um Palästinenser

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sorgt sich um den Gesundheitszustand mehrerer palästinesischer Fußballer. Dies geht aus einer Presseerklärung des Weltverbandes hervor.

Zürich - FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sorgt sich um den Gesundheitszustand mehrerer palästinesischer Fußballer. Dies geht aus einer Presseerklärung des Weltverbandes hervor. Der FIFA liegen offenbar Berichte vor, wonach einige palästinensische Fußballspieler unter "offensichtlicher Missachtung ihres Rechts auf körperliche Unversehrtheit und ihrer Menschenrechte" von israelischen Behörden "mutmaßlich illegal in Haft gehalten und ihnen das Recht auf einen ordentlichen Prozess (Gerichtsverfahren) verweigert werde", hieß es vonseiten der FIFA.

Es geht augenscheinlich besonders um den palästinensischen Spieler Mahmoud Sarsak. Sein Gesundheitszustand soll besorgniserregend sein, da er sich seit rund 90 Tagen aus Protest gegen seine mutmaßlich illegale Inhaftierung im Hungerstreik befindet.

Die FIFA fordert den israelischen Verband auf, "die Aufmerksamkeit der zuständigen israelischen Behörden auf diesen Fall zu lenken". Damit soll die körperliche Unversehrtheit der betroffenen Spieler sowie ihr Recht auf einen ordentlichen Prozess gewährleistet werden.

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