SID-IMAGES/AFP/JOHN MACDOUGALL

Bundesliga | 28.09.2013

Hertha schießt Mainz tiefer in die Krise

Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC hat einen 3:1 (0:1)-Heinsieg gegen den FSV Mainz 05 geholt. Für die Gäste war es die fünfte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

Berlin - Hertha BSC hat seinen Abwärtstrend gestoppt und eine überzeugende Antwort auf die Pokal-Pleite unter der Woche gegeben. Der Berliner Bundesligist setzte sich im Duell der Pokaldeppen gegen den FSV Mainz 05 dank einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit mit 3:1 (0:1) durch und beendete damit seine Mini-Krise von vier Pflichtspielen in Serie ohne Sieg.

Matchwinner war der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Sami Allagui, der mit seinem Doppelpack (48. und 73.) die Mainzer Führung durch den sechsten Saisontreffer von Nicolai Müller (7.) fast im Alleingang drehte. In der 74. Minute legte Änis Ben-Hatira zum 3:1-Endstand nach.

Die Krise der Mainzer spitzt sich dagegen durch die fünfte Pflichtspiel-Niederlage hintereinander weiter zu. Die Rheinhessen wussten nur im ersten Durchgang mit einer starken Defensivleistung zu überzeugen.

Nach der völlig missglückten Totalrotation bei der Pokal-Niederlage in Kaiserslautern (1:3) schickte Hertha-Trainer Jos Luhukay wieder seine A-Elf auf den Platz. Die dadurch gleich auf acht Positionen veränderte Hertha tat sich im Spielaufbau aber anfangs sehr schwer. Die Gäste verteidigten in der Defensive sehr aggressiv, so als wollten sie die Forderung ihres Trainers Thomas Tuchel nach "Männerfußball" unbedingt erfüllen.

Vorne schlugen die Gäste mit ihrer ersten Chance eiskalt zu. Müller, der nach seinem famosen Saisonstart zuletzt etwas abgetaucht war, nutzte bei seinem Tor einen Fehler des Herthaners Hajime Hosogai, der seinen Gegenspieler viel zu zögerlich attackierte. Nach dem frühen Rückstand prüfte Herthas Aufstiegsheld Ronny mit einem Linksschuss den Mainzer Torwart Heinz Müller (11.), die klaren Chancen zum Ausgleich blieben aber zunächst aus.

Luhukay reagierte in der Halbzeit und brachte vor 49.969 Zuschauern Sami Allagui für den unauffälligen Tolga Cigerci. Damit bewies der Niederländer ein glückliches Händchen, denn Allagui erzielte nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff das 1:1. Der Tunesier profitierte von einer glänzenden Vorarbeit des starken Adrian Ramos.

Nach dem Ausgleich fanden die Gäste aber schnell wieder zu ihrer Ordnung zurück. Eigene Angriffe startete das Tuchel-Team aber kaum noch. Die Berliner wussten aus dem hohen Ballbesitz aber wenig Kapital zu schlagen. Das lag auch daran, dass Spielmacher Ronny enttäuschte. Selbst bei seiner Spezialität, den Freistößen, blieb er harmlos. In der 64. Minute wechselte Trainer Luhukay den wirkungslosen Brasilianer aus. Nach Ronnys Auswechslung war wesentlich mehr Zielstrebigkeit im Berliner Offensivspiel.

Neben dem ballsicheren Ramos gefiel bei Hertha auch Linksaußen Änis Ben-Hatira und Allagui. Die Mainzer hatten in Eric-Maxim Choupo-Moting und Shinji Okazaki ihre besten Akteure.

Bundesliga | 22.09.2013

Hertha: Verteidiger Brooks fällt wohl länger aus

Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss womöglich vorerst ohne Innenverteidiger Anthony Brooks planen. Der 20-Jährige verletzte sich beim 1:1 (1:1) des Aufsteigers beim SC Freiburg.

Freiburg - Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss womöglich vorerst ohne Innenverteidiger Anthony Brooks planen. Der 20-Jährige verletzte sich beim 1:1 (1:1) des Aufsteigers beim SC Freiburg und musste bereits in der 20. Minute ausgewechselt werden. "Es könnte sein, dass er länger ausfällt", sagte Hertha-Trainer Jos Luhukay: "Er ist unglücklich auf seinen Arm gefallen. Wir befürchten, dass es etwas Schlimmeres ist." Klarheit soll eine MRT-Untersuchung am Montag bringen.

DFB | 11.09.2013

DFB-Mediziner hält Doping im Fußball für möglich

Tim Meyer, zuletzt heftig in die Kritik geratener Chef-Mediziner der deutschen Nationalmannschaft, hält Doping auch im Fußball für möglich.

Frankfurt/Main - Tim Meyer, zuletzt heftig in die Kritik geratener Chef-Mediziner der deutschen Nationalmannschaft, hält Doping auch im Fußball für möglich. "Kein Mensch, der sich ernsthaft beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit Doping auseinandersetzt, würde behaupten, der Fußball sei gänzlich frei von Doping. Auch ich nicht", sagte Meyer im Gespräch mit der Zeit (Donnerstags-Ausgabe).

Seine Einschätzung stützt Meyer auf das Wirkungspotenzial verbotener Substanzen. Demnach bewirke Doping zwar weniger als in einfach aufgebauten Sportarten im reinen Ausdauer- oder Kraftbereich, "selbstverständlich bringt Doping aber auch im Fußball etwas".

Meyer, der die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw auch bei der WM in Brasilien begleiten wird, war zuletzt durch eine von ihm mitinitiierte vier Jahre alte Studie unter Fußballern in den deutschen Profiligen in die Bredouille geraten. Laut Spiegel online brachten dabei während der Saison 2008/09 bei 532 Spielern entnommene Blutproben deutlich erhöhte Hämoglobin- und Hämatokritwerte hervor. Während Meyer die Befunde verteidigte ("Wenn man große Stichproben hat, sind extreme Werte nicht zu vermeiden und keineswegs als Dopingfolge zu interpretieren"), bezeichneten andere Experten die Zahlen zumindest als "kontrollbedürftig" und "nachprüfungswürdig".

Fußball | 03.09.2013

Erneuter Dopingtest bei der Nationalmannschaft

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat am Dienstagmorgen im Teamhotel in München unangekündigten Besuch von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) erhalten.

München - Wie schon vor dem letzten Länderspiel Mitte August hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Dienstagmorgen im Teamhotel in München unangekündigten Besuch von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) erhalten. Ein Nationalspieler - der wie gewohnt nicht namentlich genannt wurde - musste eine Blut- und Urinprobe abgeben. Die DFB-Elf trifft am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) im WM-Qualifikationsspiel in München auf Österreich.

Doping | 29.08.2013

DFB-Mediziner Meyer weist Kritik von Sörgel zurück

Tim Meyer, Chef-Mediziner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat die heftige Kritik von Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel an seiner Person zurückgewiesen.

Frankfurt/Main - Tim Meyer, Chef-Mediziner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, hat die heftige Kritik von Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel an seiner Person zurückgewiesen. Die nachgewiesen erhöhten Hämoglobinwerte bei mehreren Spielern seien kein Hinweis auf Blutdoping, sagte Meyer im Interview mit DFB.de. Zudem bekräftigte er, dass seiner Ansicht nach die von Sörgel geforderte Einführung von Blutprofilen aktuell "unverhältnismäßig" wäre. "Für alle Zeit", wolle er Blutprofile allerdings nicht ausschließen.

"Die Studie über vier Messzeitpunkte aus der Saison 2008/09 zeigt vielmehr", so Mayer, "dass die Fußballer offenbar deutlich seltener hochnormale Werte haben, als es in der Allgemeinbevölkerung der Fall ist." Daher stimme die Behauptung nicht, dass auffällige Hämoglobinwerte nachgewiesen worden seien. Die Laborwerte seien zudem anschließend an die Vereinsärzte übermittelt worden.

Bezüglich der zur neuen Saison eingeführten Blutkontrollen im Training durch die NADA, die Sörgel als "lächerlich" bezeichnet hatte, sagte Meyer: "Die Blutkontrollen schließen eine Lücke, die vorher bestand. Nun ist ein Nachweis von Wachstumshormonen und EPO-Nachfolgeprodukten möglich." Er räumte jedoch ein, dass man über die Häufigkeit der Blutkontrollen streiten könne und die Einführung der Blutkontrollen nur "einen kleinen Schritt nach vorn" darstelle, aber das Kontrollwesen nicht revolutioniere.

Gegen eine Einführung der von Sörgel geforderten Blutprofile spreche, dass "keine Hinweise auf eine Verbreitung von ausdauerwirksamen Dopingmethoden im deutschen Fußball" vorliegen würden, so Meyer: "Das heißt nicht, dass wir diesen Aspekt ausblenden oder Blutprofile für alle Zeit ausschließen. So könnten Blutprofile plötzlich viel attraktiver erscheinen, wenn darüber weitere Substanzklassen indirekt nachweisbar sind." Das Ziel müsse "jenseits finanzieller Überlegungen das sportartangemessene System sein, nicht das größte, das man sich leisten kann."

Bundesliga | 24.08.2013

Hertha verschlimmert HSV-Krise - Ramos trifft

Die Talfahrt des Hamburger SV geht ungebremst weiter. Nach einer Woche voller Chaos und Rücktrittsforderungen kassierte der HSV bei Hertha BSC Berlin eine 0:1-Niederlage.

Berlin - Die Talfahrt des Hamburger SV geht ungebremst weiter, Aufsteiger Hertha BSC darf sich dank Adrian Ramos dagegen über den besten Saisonstart seiner Bundesliga-Geschichte freuen. Nach einer Woche voller Chaos, Suspendierungen und Rücktrittsforderungen kassierte der kriselnde HSV in Berlin eine 0:1 (0:0)-Niederlage und verpasste damit auch eine Wiedergutmachung für das blamable 1:5 am vergangenen Wochenende gegen 1899 Hoffenheim.

Der Hauptstadtklub startete dagegen noch nie mit zwei Siegen und einem Remis in die höchste deutsche Spielklasse und baute gleichzeitig seine starke Heimbilanz weiter aus. Zuletzt hatte die Hertha beim Abstiegsrelegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 10. Mai 2012 (1:2) den eigenen Platz als Verlierer verlassen. Der Kolumbianer Ramos schoss das Team von Trainer Jos Luhukay auf Tabellenplatz fünf (74.).

Als Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) das Spiel anpfiff, durfte man aufseiten des HSV sicherlich froh gewesen sein, dass zumindest für 90 Minuten das sportliche Geschehen im Vordergrund stand. Denn in den letzten Tagen hatte der Traditionsverein nach den Suspendierungen von Dennis Aogo und und Tomás Rincón sowie den Rücktrittsforderungen des einflussreichen Investors Hans-Michael Kühne an fast die gesamte Führungsetage ein chaotisches Bild abgegeben.

Auf dem Spielfeld wäre dies nach acht Minuten allerdings fast vergessen gewesen. Einen kapitalen Rückpass des neu in die Mannschaft gekommenen Nico Schulz erlief Antjoms Rudnevs, doch der Lette scheiterte völlig freistehend an Hertha-Torhüter Thomas Kraft.

Ansonsten waren die Gäste erst einmal auf Fehlervermeidung aus. Und da die Berliner erst nach 15 Minuten etwas mehr Druck auf den HSV ausübten, blieb es bei einer ereignisarmen Anfangsviertelstunde. Erst danach erhöhte die Hertha das Tempo - zweimal Adrian Ramos (16. und 18.) brachte erstmals Gefahr für Rene Adler.

Begünstigt von einigen Fehlern der Hamburger wurden die Berliner stärker, ohne jedoch zunächst Zählbares aus der Verunsicherung des Gegners herauszuholen. Doch vor allem in der Offensive verbreitete der HSV fast überhaupt keine Gefahr. Spielmacher Rafael van der Vaart tauchte fast die gesamte erste Hälfte über ab - und musste nach einem Tunnel gegen sich sogar den Spott der Zuschauer ertragen.

In der Defensive hielt sich der HSV zeitweise nur aufgrund der Inkonsequenz der Gastgeber schadlos. Das Beste aus Sicht der zahlreich mitgereisten HSV-Fans war zur Halbzeit das Ergebnis. Die Herthaner mussten sich dagegen vorwerfen lassen, nicht noch zielstrebiger die gegnerischen Schwächen ausgenutzt zu haben.

Nach der Pause zeigte sich das gleiche Bild: die Hertha bemühte sich - der HSV versuchte das Gegentor zu verhindern. Und musste sich dann bei Torhüter Adler bedanken. Der Nationaltorwart verhinderte alleine gegen Änis Ben-Hatira das 0:1, der Nachschuss von Ramos wurde noch abgeblockt (52.). Dann traf Ramos allerdings doch noch. Nach einer schönen Kombination musste er den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken.

Beste Spieler bei den Berlinern waren Alexander Baumjohann und Ramos, beim HSV überzeugte nur Adler.

DFB | 20.08.2013

DFB: Bald auch Blutkontrollen nach Spielen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die in dieser Saison eingeführten Blutkontrollen im Training möglichst bald auch auf den Wettkampfbetrieb ausweiten.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will die in dieser Saison eingeführten Blutkontrollen im Training möglichst bald auch auf den Wettkampfbetrieb ausweiten. Die endgültige Entscheidung soll laut Rainer Koch, Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission des DFB, im Herbst fallen.

"Wir haben schon auf der letzten Sitzung im März im gleichen Atemzug, mit dem wir Blutkontrollen im Training durch die NADA (Nationale Anti Doping Agentur, d. Red.) vorgeschlagen haben, über Bluttests bei den Wettkampfkontrollen diskutiert", sagte der frühere Nationalmannschaftsarzt Wilfried Kindermann der Sport Bild: "Es könnte vielleicht eine zeitliche Verzögerung geben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass der DFB in Kürze die Blutkontrollen im Wettkampf einführen wird."

In der aktuellen Saison soll die NADA 15 Prozent der ca. 500 Trainingskontrollen per Bluttest durchführen. Die Kontrollen im Wettkampf (1700 pro Saison) werden vom DFB selbst durchgeführt. Die Analyse der Proben erfolgt in einem durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) lizenzierten Labor.

Bundesliga | 15.08.2013

Frankfurt gegen Bayern möglicherweise ohne Jung

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss gegen Triple-Gewinner Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) womöglich auf Sebastian Jung verzichten.

Frankfurt/Main - Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt muss gegen Triple-Gewinner Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) womöglich auf Sebastian Jung verzichten. Der 23 Jahre Außenverteidiger laboriert an einer Adduktorenverhärtung. Dafür hofft Trainer Armin Veh auf den Einsatz des Peruaners Carlos Zambrano, der nach seiner strapaziösen Länderspielreise nach Seoul am Donnerstagabend in Frankfurt erwartet wird. "Wenn er fit ist, spielt er", sagte Veh.

Bundesliga | 10.08.2013

Hertha BSC meldet sich eindrucksvoll zurück

Aufsteiger Hertha BSC hat sich eindrucksvoll in der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Das Team von Trainer Jos Luhukay schlug Eintracht Frankfurt mit 6:1 (2:1).

Berlin - Aufsteiger Hertha BSC hat sich mit einem eindrucksvollen Sieg in der Fußball-Bundesliga zurückgemeldet. Die bärenstarken Berliner setzten sich gegen den völlig überforderten Europa-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt souverän mit 6:1 (2:1) durch, feierten nach einjähriger Abstinenz im Oberhaus einen absolut perfekten Auftakt und stürmten sogar erstmals seit März 2009 zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze.

Die Treffer für die munter nach vorne spielende Mannschaft von Trainer Jos Luhukay erzielten Adrian Ramos (17./71.), John Anthony Brooks (32.), Sami Allagui (57./60.) und Ronny (89.). Für die viel zu ängstlich agierenden Frankfurter traf lediglich Alexander Meier (35.) per Foulelfmeter.

Während die Eintracht gleich am ersten Spieltag einen herben Dämpfer erhielt, setzten die Hertha, Zweitligameister der abgelaufenen Saison, ihre beeindruckende Heimserie fort. Seit dem Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 10. Mai 2012 (1:2) - und damit seit 457 Tagen - haben die Berliner nicht mehr im eigenen Stadion verloren.

Vor 54.376 Zuschauern im Olympiastadion erwischte der Rückkehrer einen Traumstart. Zwar trafen Abwehrspieler Marcel Ndjeng aus 18 Metern (13.) und keine drei Minuten später auch Ramos zunächst nur die Latte. Doch kurz darauf bereitete Mittelfeldspieler Änis Ben-Hatira den Führungstreffer des Kolumbianers Ramos mustergültig vor. Der 27-Jährige musste aus kurzer Entfernung nur noch einschieben. Innenverteidiger Brooks traf wenig später mit einem satten Nachschuss aus zwölf Metern, ehe auch Allagui per Kopf zunächst nur den Pfosten (44.) traf.

Die Frankfurter von Trainer Armin Veh, die in den zur Halbzeit ausgewechselten Jan Rosenthal und Johannes Flum sowie Joselu drei neue Spieler aufboten, waren vom Offensivdrang der Gastgeber sichtlich beeindruckt und hatten dem nur sehr wenig entgegenzusetzen. Erst der verwandelte Elfmeter stellte den schmeichelhaften Anschluss her. Darüber hinaus war vom Favoriten, der in der Vorsaison Platz sechs belegt hatte, viel zu wenig Engagement zu sehen.

Herthas Coach Luhukay hatte seine Mannschaft gerade in der Anfangsphase perfekt eingestellt. Der Holländer bot in Sebastian Langkamp, Johannes van den Bergh, Hajime Hosogai und Alexander Baumjohann alle vier Sommer-Neuzugänge auf. Ohne den Brasilianer Ronny, der großen Anteil am Aufstieg hatte, knüpfte die "Alte Dame" nahtlos an die starken Auftritte in der 2. Liga an.

Auch nach dem Seitenwechsel machte die "Alte Dame" weiter viel Druck und wurde durch Allaguis Doppelpack belohnt. Die Fans waren nach der 4:1-Führung völlig aus dem Häuschen und sangen schon: "Spitzenreiter, Spitzenreiter! Hey, hey!" Danach traf Ramos erneut und sorgte endgültig für ausgelassene Partystimmung.

Bei der Hertha verdienten sich vor allem die Offensivkräfte Ben-Hatira, Ramos und Allagui gute Noten, aufseiten der Eintracht zeigte nur Meier eine halbwegs ordentliche Leistung.

DFB | 06.08.2013

DFB verwehrt sich gegen Dopingvorwürfe

Der DFB hat auf Vorwürfe gegen den Verband in der Studie über Doping in Westdeutschland reagiert und Anschuldigungen gegen die Vize-Weltmeister von 1966 von sich gewiesen.

Frankfurt/Main - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat auf Vorwürfe gegen den Verband in der Studie über Doping in Westdeutschland reagiert und Anschuldigungen gegen Spieler aus der Vize-Weltmeistermannschaft von 1966 von sich gewiesen. "Der renommierte Jura-Professor Martin Nolte von der Sporthochschule Köln hat sich in einer Studie intensiv mit dem Thema befasst und kommt zu dem klaren Ergebnis, dass bei der WM 1966 kein Dopingvergehen vorlag", teilte der DFB auf SID-Nachfrage mit.

In der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) am Montag veröffentlichten Studie steht, dass bis 1960 im deutschen Sport Amphetamine "systematisch zum Einsatz gekommen" sind. Auch die Elite des deutschen Fußballs habe die Aufputschmittel genommen.

Die Studie erwähnt auch einen Brief des FIFA-Funktionärs Prof. Dr. Mihailo Andrejevic an den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Dr. med. Max Danz, aus dem Jahr 1966, der sich mit den Dopingkontrollen des Weltfußballverbandes bei der WM 1966 in England auseinandersetzte. "Dieses Schreiben belegt, dass drei deutschen Fußballern am Ende des Turniers 'feine Spuren' Ephedrin nachgewiesen wurden", heißt es wortwörtlich in der Studie. Schon damals sei Ephedrin, ein gängiges Mittel gegen Schnupfen, ganz klar ein verbotenes Dopingmittel gewesen.

Zudem spreche auch einiges dafür, dass in der Fußball-Bundesliga gedopt wurde. Dies folgern die Wissenschaftler aus einer einzigen Aussage. "Auch der Vorwurf des Sportmediziners Dirk Clasing aus dem Jahre 1970, wonach es keine Fußball-Elf gebe, 'die nicht in irgendeiner Form gedopt ins Spiel' gehe, deutet auf einen verbreiteten Amphetamin-Konsum in der 1963 gegründeten Fußball-Bundesliga hin." Beweise für diese Behauptung werden nicht geliefert.

In der Studie heißt es ferner: "Am DLV und dem Deutschen Fußball-Bund, die beide ihre Dopingskandale hatten, sehen wir beispielhaft, wie seitens der Verbände agiert wurde, um die vereinbarten Dopingkontrollen bis zur Wendezeit von 1989/90 wirksam zu verschleppen oder zu umgehen. Wegen des koordinierten Vorgehens der Akteure einschließlich des BISp kann man hier von einer systematischen Verschleppung sprechen."

Diese Behauptung ist laut Angaben des DFB an den Haaren herbeigezogen. "Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben einem Mitglied des Forscherteams von der Uni Münster unter Berücksichtigung der geltenden Datenschutzbestimmungen einen umfangreichen Einblick gewährt", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der DFB hatte 2011, nachdem die Spekulationen über Dopingeinnahmen bei der WM 1966 in England bekannt geworden waren, ein Gutachten in Auftrag gegeben, das zu dem Schluss kam, angesichts der Umstände von damals können nicht von Dopingfällen gesprochen werden.

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