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EM | 13.06.2012

"Chancentod" Ronaldo bleibt im Turnier

Trotz "Chancentod" Cristiano Ronaldo hat Portugal den EM-Albtraum vorerst vermieden. Die Portugiesen wahrten mit dem 3:2 gegen Dänemark die Chance auf das Viertelfinale.

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Lwiw - Trotz "Chancentod" Cristiano Ronaldo hat Portugal Danish Dynamite entschärft und einen EM-Albtraum vorerst vermieden. Die Portugiesen wahrten mit einem glücklichen 3:2 (2:1) im zweiten Gruppenspiel gegen den Holland-Schreck Dänemark die Chance auf den Einzug ins Viertelfinale. Dank Silvestre Varela (87.), der die vergebenen Großchancen Ronaldos vergessen ließ, wird das Duell mit den Niederlanden am Sonntag zum Endspiel. Das gilt für die Dänen im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland ebenso.

Es war wieder nicht Ronaldo, der explodierte. Der teuerste Fußballer der Welt war wie schon gegen die DFB-Auswahl mehrmals im Abschluss überhastet, er ließ aber zumindest ab und an seine Mitspieler glänzen. An der Vorbereitung der Tore durch Pepe (24.) und Hélder Postiga (36.) war er aber nicht beteiligt. Für Dänemark traf Nicklas Bendtner (41./80.). Ronaldo brachte zweimal das Kunststück fertig, freistehend vor Dänemarks Torhüter Stephan Andersen den Ball nicht im Tor unterzubringen (50./78.).

Sonderlich schlecht schien Paulo Bento der Auftritt seiner Elf gegen Deutschland (0:1) am Samstag nicht gefallen zu haben, Portugals Trainer ließ seine Mannschaft unverändert auflaufen - angeführt von Cristiano Ronaldo, der grimmig die Nationalhymne "A Portuguesa" sang und entschlossen wirkte. Jedoch wurde er anschließend wieder einmal konsequent in Doppeldeckung genommen, zudem vergab er seine beiden besten Chancen in diesem Turnier äußerst kläglich.

Morten Olsen, Nationaltrainer der Dänen, sah nach dem 1:0 gegen die Niederlande zum EM-Start ebenfalls keinen Anlass zu Veränderungen. Seine Mannschaft dankte es ihm mit einer Anfangsoffensive: Nach sechs Minuten hatte Bento auf seinem Kritzelblock schon vier Eckbälle des Gegners notiert, zweimal mussten sich portugiesische Spieler in Schüsse der Dänen werfen.

Von der hochgelobten "Abteilung Attacke" um Ronaldo und Nani dagegen war zunächst wenig zu sehen - zu eng war die argwöhnische "Begleitung". Ronaldo versuchte sich zu entziehen, indem er in die Mitte auswich, forderte dort den Ball, was ihm hin und wieder eine gute Schusschance einbrachte (17.).

Was Dänemark in vier Versuchen nicht gelungen war, schaffte Portugal dann schon im zweiten Anlauf: ein Tor nach einem Eckball. Joao Moutinho trat ihn, zirkelte auf den kurzen Pfosten, Innenverteidiger Pepe löste sich von Dänemarks Kapitän Daniel Agger - 1:0, eine Erlösung für die Portugiesen. Ronaldo kam nun auch besser ins Spiel, scheiterte mit seinen gefürchteten Flatter-Freistößen an der dänischen Abwehrmauer (34.) oder schoss über das Tor.

Postiga traf dann nach einem genialen Pass von Nani mit seinem ersten Torschuss des Turniers. Bento jubelte wie wild. Minuten später schimpfte er aber, als Bendtner einen kollektiven Tiefschlaf der portugiesischen Defensive zum Anschlusstreffer nutzte. So musste Portugal weiter zittern, und die Dänen rochen Lunte, denn sattelfest war die Abwehr auch in der zweiten Halbzeit nicht immer.

Ronaldo hätte die Nerven beruhigen können, doch die spielten ihm einen Streich, während er auf Andersen zulief. Er prüfte den Torhüter mit seinem Schüsschen noch nicht einmal ernsthaft. Später schoss er aus bester Position zwei Meter am Tor vorbei. Die Folge: Bendtner schockierte die Portugiesen mit seinem zweiten Treffer, und es wurde dramatisch. An Ende verließ Ronaldo aber erleichtert den Platz.

EM | 11.06.2012

Schewtschenko versetzt die Ukraine in Ekstase

Andrej Schewtschenko hat die EM-Euphorie in der Ukraine zum Überkochen gebracht. Der schon 35 Jahre Stürmer erzielte beim 2:1 des EM-Mitausrichters gegen Schweden beide Tore.

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Kiew - Das alternde Idol Andrej Schewtschenko hat die EM-Euphorie in der Ukraine zum Überkochen gebracht. Der schon 35 Jahre alte frühere Weltklassestürmer erzielte beim 2:1 (0:0) des EM-Mitausrichters gegen Schweden beide Tore (55./61.) und versetzte nicht nur die ukrainischen Anhänger im Olympiastadion von Kiew, sondern ein ganzes Land in Ekstase. Nach dem Sieg im historischen ersten Spiel bei einer EM-Endrunde warten auf die Mannschaft von Oleg Blochin in der Gruppe D allerdings noch zwei schwere Brocken: England und Frankreich. Beide hatten sich zuvor 1:1 getrennt.

Schewtschenko, ein Mann aus einer anderen Zeit, hat den sportlichen Zenit längst überschritten - dennoch entschied er in einer lebhaften zweiten Halbzeit vor 64.290 Zuschauern auch das Duell der Superstars für sich. Ausnahmespieler Zlatan Ibrahimovic hatte Schweden zunächst in Führung gebracht (52.), in der 39. Minute allerdings völlig freistehend per Kopfball nur den Pfosten getroffen. Außer "Ibrakadabra" hatten die Schweden allerdings auch wenig Zauberhaftes zu bieten. Insgesamt war die Ukraine, zuvor nur bei der WM 2006 Teilnehmer an einem großen Turnier, erkennbar besser, im Spiel nach vorne schneller. Der Sieg war verdient.

Die Begeisterung war schier unermesslich. Jahrelang hatte die Ukraine auf diesen Tag gewartet, auf die Chance, erstmals bei einer EM-Endrunde mitspielen zu können. Als zum Anpfiff hin der übliche Zehn-Sekunden-Countdown mitgezählt wurde, flippten die Ukrainer völlig aus. Es war deutlich zu spüren und zu hören, wie sehr das Land dieses Spiel in seiner Hauptstadt herbeigesehnt hatte.

Bei den Treffern von Schewtschenko riss es die etwa 50.000 ukrainischen Fans von den Sitzen, ihr Jubel war so laut, dass das neue Dach des Stadions beinahe davonzufliegen schien. Bei "Schewas" Auswechslung in der 82. Minute gab es Standing Ovations. Den Mann des Abends hielt es aber nicht auf der Bank. Im Stehen verfolgte er die letzten Minuten.

Schewtschenko hatte ein wenig überraschend in der Startformation gestanden, und er trug auch die Kapitänsbinde, sonst das Privileg von Anatoli Timoschtschuk (Bayern München). Im Angriff erhielt "Schewa" Unterstützung vom früheren Bundesliga-Profi Andrej Woronin. Timoschtschuk ließ sich bei den Angriffen der Schweden weit zurückfallen, um Ibrahimovic aus dem Spiel zu nehmen - was nicht immer gelang.

Zunächst einmal war trotz großer Vorfreude erst mal gar nichts passiert - bis zur 17. Minute. Dann flog ein Ball von Ibrahimovic in den Strafraum - der ukrainische Torhüter Andrej Pjatow musste sich dabei gewaltig strecken, um ihn wegzufausten. Pjatow ist Torhüter Nummer vier in der Ukraine. Die Nummer eins und zwei sind verletzt, die Nummer drei, Alexander Ribka, ist wegen Dopings gesperrt. Ribka wiederum ist beim ukrainischen Renommierklub Schachtjor Donezk die Nummer eins - vor Pjatow. Die Nummer vier hielt aber wie eine Eins - auch beim strammen Schuss von Ibrahimovic in der 75. Minute.

Vor Ibrahimovic lief Markus Rosenberg (bislang Werder Bremen) auf, der schwedische Nationaltrainer Erik Hamrén ließ dafür den gerade erst nach einer Fraktur im rechten Fuß genesenen Johan Elmander auf der Bank. Rosenberg war es dann auch, der in der 31. Minute den ersten Schuss direkt auf eines der beiden Tore abgab, doch Pjatow war auf dem Posten.

Wohl, weil die Ukraine sonst nicht durchkam, vesuchte es Woronin dann in der 35. Minute mal aus der Distanz und brachte Torwart Andreas Isaksson mit seinem Schuss in Verlegenheit - ein Tor glückte ihm gleichwohl nicht. Auch nicht drei Minuten später, als bei tumultartigen Szenen im schwedischen Strafraum erst Schewtschenko und dann Andrej Jarmolenko die Führung vergaben.

EM | 10.06.2012

UEFA eröffnet Disziplinarverfahren gegen DFB

Die UEFA hat ein Disziplinarverfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund eingeleitet. Grund dafür ist das Verhalten der deutschen Fans während des EM-Spiels gegen Portugal (1:0).

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Warschau - Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat ein Disziplinarverfahren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingeleitet. Grund dafür ist das Fehlverhalten der deutschen Fans während des EM-Vorrundenspiels gegen Portugal (1:0) in Lwiw am Samstag. Die Anhänger hatten in der ersten Halbzeit mit Papierrollen nach portugiesischen Spielern geworfen. Die UEFA will den Fall am Donnerstag behandeln. Auch den Portugiesen droht eine Strafe: Die Elf um Superstar Cristiano Ronaldo war zu spät zur zweiten Halbzeit aus der Kabine zurückgekehrt.

Italien | 06.06.2012

Ermittlungen gegen Ex-Milan-Spieler Kaladse

Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona hat im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals den ehemaligen Spieler AC-Mailand-Profi Kaka Kaladse ins Visier genommen.

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Cremona - Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona hat im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals den ehemaligen Spieler AC-Mailand-Profi Kaka Kaladse ins Visier genommen. Staatsanwalt Roberto Di Martino traf am Mittwoch die Rechtsanwälte des Georgiers, dem Sportbetrug vorgeworfen wird.

Die Rechtsanwälte des Spielers legten Di Martino einige in Georgien erschienenen Zeitungsberichte vor: der Manipulationsskandal sei gegen den Spieler aus politischen Zwecken genutzt worden, da Kaladse bei den nächsten Parlamentswahlen in seiner Heimat für die stärkste Oppositionspartei kandidiert. Die Rechtsanwälte Kaladses zeigten sich überzeugt, dass sich die Vorwürfe zu Gunsten ihres Mandanten klären werden.

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