SID-IMAGES/AFP/ALEXANDER HASSENSTEIN

FIFA | 18.07.2012

Pieth wirft Hoeneß mangelnde Intelligenz vor

Der Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth hat Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß nach dessen Aussagen zum FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter mangelnden Intellekt vorgeworfen.

Köln - Der Schweizer Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth hat Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß nach dessen kritischen Aussagen zum FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter (76) mangelnden Intellekt vorgeworfen. "Ich habe Verständnis dafür, dass man Bedenken hat angesichts der Person von Herrn Blatter. Jetzt aber auf Leute loszuschießen, die man nicht mal geprüft hat, das zeugt nicht von großer Intelligenz", sagte Pieth, der im Weltverband Reformen im Kampf gegen Korruption und für mehr Transparenz durchsetzen soll, dem Radiosender NDR Info.

Hoeneß, der seit Jahren die Arbeit von Blatter kritisiert, hatte zuletzt erklärt, die neue Ethik-Kommission der FIFA sei "ja nicht mal das Papier wert, worauf es geschrieben ist". Eine erneute Kandidatur Blatters wäre für ihn der "Witz des Jahres".

Jura-Professor Pieth vermutet zudem, dass in Kürze noch weitere Schmiergeldzahlungen aufgedeckt werden: "Ich gehe davon aus, dass in der Vergangenheit und in der Gegenwart Neueres gefunden wird. Das ist angesichts der Struktur dieses Verbandes durchaus zu erwarten."

Der für ihn dringend notwendige Reformprozess lässt sich laut Pieth am effizientesten mit dem von vielen Seiten harsch kritisierten Blatter umsetzen. "Das hat nichts damit zu tun, dass wir jetzt besondere Liebe zu Herrn Blatter hätten. Wir sagen ganz pragmatisch, es braucht deshalb Herrn Blatter, weil der in der Lage ist, Leute dazu zu motivieren, zuzustimmen."

Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstagausgabe) sprach Pieth von einem "Zweckbündnis", da es im FIFA-Vorstand eine "eingeschworene Bande" gebe. "Und weil ich will, dass unbedingt die nächste Reformrunde bis zum nächsten FIFA-Kongress 2013 erreicht wird, wäre es gut, wenn Blatter dann noch dazugehörte", erklärte Pieth.

Gleichzeitig monierte Pieth das Auftreten seines Landsmannes. "Seine Selbstdarstellung bringt die Leute auf die Palme. Er betreibt ein Risikospiel und ist damit eine mediale Hypothek", sagte Pieth: "Herr Blatter sollte einfach mehr Bescheidenheit an den Tag legen."

Bundesliga | 11.07.2012

FC Bayern: Vorerst keine weiteren Transfers

Bayern München wird vorerst nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig werden. "Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

München - Fußball-Vizemeister Bayern München wird vorerst nicht mehr auf dem Transfermarkt tätig werden. "Wir sind auf jeder Position doppelt besetzt", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit Sport Bild. Sollten Trainer Jupp Heynckes und der neue Sportvorstand Matthias Sammer aber "noch Bedarf sehen", werde der Rekordmeister "noch etwas machen", ergänzte er. Den Weggang von Spielern wollte Rummenigge ebenfalls nicht ausschließen, er betonte aber, dass der Verein zu laufenden Verträgen stehe. Ein Verkauf von Arjen Robben stehe dagegen nicht zur Debatte, sagte Rummenigge: "Er bleibt hier. Zu hundert Prozent."

DFB | 04.06.2012

Zwanziger erzürnt über Hoeneß-Kritik

Der Konflikt zwischen Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger und Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß geht in die nächste Runde.

München - Der Konflikt zwischen Ex-DFB-Chef Theo Zwanziger und Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß geht in die nächste Runde. "Ich empfinde seine Aussagen als primitiv und verletzend", sagte der 66-Jährige der Bild-Zeitung (Montag-Ausgabe) und reagierte damit auf abwertende Äußerungen von Hoeneß am vergangenen Freitag bei der Tagung der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in Hamburg. Ob Zwanziger eine "lame duck" (lahme Ente), also ohne große Einflussnahme sei, verneinte Hoeneß zwar, ergänzte aber lakonisch: "Aber für ihn ist es ja schon ein Problem, lame duck zu übersetzen, weil er kein Englisch kann."

Zwanziger meldete sich aus dem Urlaub via Bild zu Wort: "Uli Hoeneß, den ich bisher sehr geschätzt habe, muss aufpassen, dass er sich mit seinen vielen Sprüchen nicht zu einem Clown entwickelt. Ich denke, dass meine Englisch-Kenntnisse ausreichen. Und bei der FIFA kommt es auf Sachkompetenz und ehrliche Arbeit an. Mit Sprüchen allein erreicht man nichts."

Hoeneß beurteilt die Rolle von FIFA-Exekutivmitglied Zwanziger kritisch. Dieser habe zwar "hehre Absichten, aber er hat nicht mehr den DFB hinter sich, deshalb fehlt ihm die Macht. Ich habe gehört, dass wir von ihm nicht allzu viel erwarten müssen". Zwanziger habe keine Chance, "die haben ihn umgarnt, und er lässt sich beschmusen".

Der einstige DFB-Boss widersprach energisch. "Unsinn! Mit seinem beschränkten Blick hat Uli Hoeneß die Veränderungen in der FIFA wohl nicht wahrgenommen, die wir in den letzten Monaten vorgenommen haben und bis zum nächsten Kongress zum Abschluss bringen werden." Unabhängige Persönlichkeiten übernähmen wichtige Aufgaben. Zwanziger: "Ich erwarte vom Präsidenten des FC Bayern, dass er zur Kenntnis nimmt, dass manches schon von dem geschieht, was er immer wieder fordert." Auf dem FIFA-Kongress vor Wochenfrist in Budapest hatte der Weltverband seinen Reformkurs fortgesetzt und Maßnahmen ergriffen, um Transparenz und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.

Schon Anfang des Jahres hatte es verbale Scharmützel von Zwanziger und Hoeneß gegeben. "Im Grunde habe ich zu ihm kein schlechtes Verhältnis, Uli Hoeneß hat mir auch in wichtigen Fragen geholfen. Allerdings: Seine Attacken sind manchmal zu undifferenziert und deftig", hatte Zwanziger erklärt: "Das kann er sich als Präsident des FC Bayern erlauben, als DFB-Präsident könnte er das nicht. Deshalb hat Uli Hoeneß sicher gut daran getan, kein Amt im Verband zu übernehmen..."

Die Gemeinsamkeit, dass beide einer WM 2022 in Katar kritisch gegenüberstehen, kommentierte Zwanziger süffisant mit den Worten: "Aber ich habe im Gegensatz zum FC Bayern kein Trainingslager in Katar gemacht... Ich bleibe dabei: Eine WM in einem Land halb so groß wie Hessen zu veranstalten, ist kaum verantwortbar."

Bundesliga | 31.05.2012

FC Bayern schickt Heynckes 2013 wohl in Rente

Rente mit 68: Fußball-Rekordmeister Bayern München wird seinen Trainer Jupp Heynckes aller Voraussicht nach zum Vertragsende 2013 in den Ruhestand schicken.

München - Rente mit 68: Fußball-Rekordmeister Bayern München wird seinen Trainer Jupp Heynckes aller Voraussicht nach zum Vertragsende 2013 in den Ruhestand schicken. "Erst einmal tun wir alles dafür, dass Jupp Heynckes mit der Mannschaft erfolgreich ist. Und danach schauen wir: Holen wir einen Neuen oder nicht? Höchstwahrscheinlich holen wir einen", sagte Präsident Uli Hoeneß der Welt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte kürzlich nicht ausschließen wollen, dass die Bayern mit Heynckes noch einmal verlängern.

Diese Option scheint jetzt vom Tisch - allerdings nicht aus Altersgründen. "Die Diskussionen um das Alter unseres Trainers halte ich für eine Sauerei", sagte Hoeneß. Bei VW-Boss Martin Winterkorn käme "kein Mensch auf die Idee zu sagen: 'Der ist schon 65, wie können die den noch machen lassen?' Ich wünsche mir mehr Respekt." Heynckes sei ein "sehr angesehener, fleißiger Trainer, der 100 Prozent gibt" und keine "lame duck", also ein Mann, der nichts mehr zu sagen habe, weil sein Abschied unmittelbar bevorsteht.

Hoeneß will seinem Kumpel Heynckes in dessen voraussichtlich letzter Saison beim Rekordmeister erneut eine schlagkräftige Mannschaft zur Verfügung stellen. "Wir werden uns punktuell verstärken, aber nicht Massen von Spielern kaufen", sagte Hoeneß dazu. In Tom Starke, Dante, Xherdan Shaqiri und Claudio Pizarro hat der FC Bayern bereits vier neue Spieler verpflichtet. Als weiterer Zugang wird der frühere Wolfsburger Edin Dzeko (Manchester City) gehandelt. Gespräche hat es bereits gegeben, Dzeko kann sich demnach einen Transfer vorstellen.

Laut Präsident Hoeneß (60) müssten jedoch auch die Spieler, "die wir haben, noch etwas stärker spielen. Unser oberstes Ziel für die neue Saison ist, uns die Vormachtstellung in der Bundesliga zurückzuholen. Die Dortmunder haben eine sehr gute Saison gespielt, aber ich ärgere mich, wenn Leute sagen, dass nur der BVB schönen Fußball spielt." Hoeneß verteidigte die abgelaufene Spielzeit mit drei zweiten Plätzen als "gute Saison. Wir müssen aufpassen, dass wir uns mit Druck nicht überfrachten. Wir dürfen nicht immer nur in Superlativen denken."

Dennoch müsse der FC Bayern "aufpassen, dass wir 'Mia san mia' nicht nur überall hinschreiben, sondern es auch auf dem Spielfeld zeigen. Wenn es nach mir geht, halten wir uns mit 'Mia san mia' etwas zurück, bis wir es wieder demonstrieren." Schließlich bedeute der Klub-Wahlspruch auch, erfolgreich zu sein. Dafür müssten die Spieler auf dem Platz "auch mal mit der Axt dazwischen hauen", sagte Hoeneß, und wiederholte damit seine Forderung nach mehr Typen in der Mannschaft, wie es einst ein Jens Jermies war. Dass die Bayern nach einem neuen Jeremies suchten, verneinte Hoeneß aber: "Es gibt diese Typen kaum mehr."

Hoeneß bekräftigte indes seine Bereitschaft, sich mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auszutauschen, um künftige verbale Scharmützel in der Öffentlichkeit zu verhindern. Eines werde der FC Bayern im Duell mit der Borussia laut Hoeneß keinesfalls tun: Sich wirtschaftlich übernehmen. "Wir sind mehr als ein Klub, wir sind eine Philosophie. Und vielen in der Wirtschaft ein Vorbild", sagte er: "Bevor wir uns verschulden, würden wir eher an die Gehälter der Spieler ran."

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