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Coachte 1954 kurzzeitig die autonome Nationalmannschaft des Saarlands, die in einer Vorrundenbegegnung zur WM 1954 gegen Deutschland unterlag. Wurde dann ab 1964 Bundestrainer und verkörperte das Gegenteil zu den Diktatoren in Trainingsanzügen, die in jener Zeit noch die Seitenlinien bevölkerten. Heizte nach dem verlorenen WM-Finale 1966 seine junge Mannschaft mit folgende Worten an: »Männer, denkt dran: Ein guter Zweiter ist besser als ein schlechter Erster!« Fuhr schließlich mit dem EM-Titel 1972 und dem WM-Titel 1974 die verdiente Ernte ein. Der als zurückhaltend bis schüchtern geltende Übungsleiter war seinerzeit schlau genug, seiner Jahrhundertnationalelf viele Freiheiten zu lassen, damit Freigeister wie Netzer, Beckenbauer, Breitner und Co. sich maximal entfalten konnten. Machte zudem die Schiebermütze am Seitenrand wieder salonfähig. Allein dafür posthum: Vielen Dank!