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WM: Ganz ohne Gala

Text: Jan Christoph Poppe  Bild: Imago

WM: Ganz ohne Gala

Die für den 7. Juni geplante WM-Gala des Fußballweltverbandes FIFA mit rund 7000 Darstellern im Berliner Olympiastadion fällt aus. Die FIFA entschied sich zur Absage, weil die Rasenfläche der Arena wenige Tage vor dem Auftakt der Weltmeisterschaft (9. Juni bis 9. Juli) zu sehr beschädigt würde. `Ein termingerechter Abbau der aufwendigen Bühnen und Veranstaltungstechnik sowie ein darauf folgender Einbau eines neuen Rasens, der ab 12. Juni in perfekter Spielqualität zur Verfügung stehen müsste, ist nicht ohne erhebliche Risiken möglich´, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes, der sein Bedauern über den Entschluss ausdrückte. `Wir haben uns die Entscheidung sicherlich nicht leicht gemacht, aber als Verband mussten wir den Sport in den Vordergrund rücken´, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter. Die Berliner Zeitung allerdings berichtet in ihrer Samstagsausgabe, der wahre Grund für die Absage sei weniger das Problem mit dem Rasen als vielmehr die steigenden Kosten, die die veranschlagten 25 Millionen Euro angeblich deutlich überschritten hätten. Zudem sei der Absatz der Tickets, die zu Preisen zwischen 100 und 750 Euro angeboten wurden, nur schleppend angelaufen. Bereits seit Monaten liefen die Vorbereitungen für die WM-Gala auf Hochtouren. Mehr als 12.000 Freiwillige hatten sich bei mehreren Castings in der Hauptstadt beworben. Die künstlerische Leitung hatte der österreichische Künstler Andre Heller übernommen, für die Musik war die britische Pop-Ikone Peter Gabriel engagiert worden. Auch Hellers Konzept für die Gala hatte scheinbar nicht voll überzeugt. Heller offenbarte Verständnis für den Entschluss der FIFA. `Mit großer Traurigkeit verabschiede ich mich von der so spannenden Arbeit. Aber ich kann mich dem Argument, dass die WM-Spiele im Olympiastadion unter absolut perfekten Bedingungen abgewickelt werden müssen, nicht entziehen. Künstlerische Überlegungen, noch so gelungener Natur, müssen in diesem Fall zurückstehen´, sagte der Künstler, der auch mit der Leitung der Eröffnungsfeier am 9. Juni in München sowie der Abschlussfeier am 9. Juli in Berlin betraut wurde. In ihrer Mitteilung dankte die FIFA ausdrücklich der Stadt Berlin, den Darstellern sowie den Verantwortlichen. Der Verband werde sich in geeigneter Form für dieses Engagement erkenntlich zeigen, hieß es. Bereits erworbene Tickets werden vollumfänglich zurückerstattet. Sepp Blatter wollte trotz der Absage eine FIFA-Gala bei der nächsten Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nicht ausschließen. `Ich persönlich halte die Idee einer aufgewerteten Eröffnungsveranstaltung nach wie vor für gut´, erklärte der Schweizer. Mit großem Bedauern nahm man die Absage bei ARD und ZDF zur Kenntnis, die die Gala aus Berlin live übertragen wollten. `Es ist schade, dass nun nicht, wie ursprünglich geplant, zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel ein künstlerisches Signal in die Welt geht´, sagte ZDF-Chefredakteur Niklaus Brender.

Marcel Grzanna, sid




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