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WM-Qualifikation

Portugals Esel, Frankreichs Albtraum, Italiens Erleichterung

Text: sid  

Die Portugiesen werden als Esel verspottet, der Albtraum der Franzosen geht weiter - nur die Italiener atmen auf. Der Fußball-Weltmeister von 2006 entging beim 2:1 in Estland zum Auftakt der EM-Qualifikation einer peinlichen Pleite. Dagegen blamierte sich Frankreich unter dem neuen Trainer Laurent Blanc beim 0:1 gegen Weißrussland, Portugal kassierte beim 4:4 gegen Zypern so viele Tore in einem Spiel wie seit 30 Jahren nicht mehr.


"Wir haben alle versagt, nicht nur die Abwehr. Das ist ein Ergebnis, das man nicht erklären kann", sagte Hugo Almeida von Werder Bremen. Der Stürmer traf für Portugal zum 1:1, doch der Star des Abends war der 1,71 Meter kleine Andreas Avraam. Der Zyprer traf eine Minute vor Schluss zum Endstand. "Das war ein Rekord an Eseleien. Wir sterben einen langsamen Tod", schrieb das Boulevardblatt Correio da Manha. Ohne seinen verletzten Superstar Cristiano Ronaldo ist der EM-Finalist von 2004 offenbar nur die Hälfte wert. Vier Gegentore in einem Spiel hatte Portugal zuletzt vor 30 Jahren in Schottland kassiert. "Unsere Abwehr war heute einfach inkompetent", schimpfte Agostinho de Oliveira. Der Co-Trainer vertritt den für sechs Monate gesperrten Carlos Queiroz.
  Am Dienstag müssen die gescholtenen Portugiesen in Norwegen antreten. Die Skandinavier führen die Tabelle der Gruppe H nach dem Auftakt an. Zudem sorgte das Team kürzlich für Aufsehen, als es Frankreich beim Debüt von Laurent Blanc 2:1 besiegte. Was bei der Equipe Tricolore damals noch als Betriebsunfall runtergespielt wurde, ist nach dem ideenlosen Auftritt gegen Weißrussland bittere Gewissheit. "Nein, es hat sich gar nichts geändert!", kommentierte die Sporttageszeitung L'Equipe. Trainer Blanc wirkte bereits nach seinem zweiten Spiel als Chef ratlos: "Wir haben einfach keine Spieler, die Tore schießen können. Es fehlen Leute, die den Unterschied ausmachen." Unbeholfen und naiv hätten seine Spieler vor 76.000 Fans im Stade de France agiert. Das späte Gegentor durch Sergej Kisljak nach Vorarbeit von Alexander Hleb war die logische Konsequenz. Und Besserung scheint nicht in Sicht. "Wir sind die Nummer 21 der Welt, rutschen weiter ab und haben eine ganze Reihe von enttäuschenden Leistungen gezeigt. Das ist die ganze Geschichte", sagte Flügelspieler Florent Malouda.

  Am Dienstag tritt Frankreich in Bosnien an. Die Offensive des Gegners ist mit Edin Dzeko und Zvjezdan Misimovic deutlich besser besetzt als jene Weißrusslands. Zudem fallen bei der Equipe Tricolore die Angreifer Louis Saha, Loic Remy und Guillaume Hoarau verletzt aus. WM-Versager Italien hielt sich in Estland zwar schadlos, hatte beim Pflichtspiel-Debüt des neuen Trainers Cesare Prandelli jedoch große Mühe. Der starke Antonio Cassano und Leonardo Bonucci drehten einen 0:1-Rückstand noch in ein 2:1 zugunsten der Squadra Azzurra.

  "Ich habe meine Spieler aufgefordert, die Gespenster der Vergangenheit zu verjagen. Das haben sie getan", sagte Prandelli. Als Lohn sprang nicht nur der erste Sieg seit dem 18. November 2009 heraus, der Mannschaft bleibt am Dienstag gegen die Färöer auch ein höhnischer Empfang durch die eigenen Fans erspart. England ist ebenfalls auf dem besten Weg, sich wieder in die Herzen der Fans zu spielen. Drei Tore von Jermain Defoe sowie ein Treffer von Andy Johnson sicherten das 4:0 gegen Bulgarien - und Teammanager Fabio Capello den Arbeitsplatz.

  Die WM-Finalisten Spanien und Niederlande machten kurzen Prozess mit krassen Außenseitern. Der Weltmeister gewann 4:0 in Liechtenstein, dessen Trainer Hans Peter Zaugg nach der Lehrstunde klagte, seine Spieler seien "nicht einmal nah genug herangekommen, um den übermächtigen Gegner zu foulen". Die Niederlande siegten 5:0 in San Marino, wobei der Schalker Neuzugang Klaas-Jan Huntelaar drei Treffer erzielte. Ruud van Nistelrooy vom Hamburger SV feierte nach zwei Jahren ein gelungenes Comeback und traf zum Endstand.



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