U20-WM der Frauen
U20-Frauen selbstbewusst ins Finale
Text: sid
Es soll der perfekte Höhepunkt einer ohnehin bereits gelungenen Generalprobe werden: Nach der 5:1 (2:0)-Gala im Halbfinale gegen Südkorea greifen die deutschen U20-Fußballerinnen bei der WM im eigenen Land am Sonntag nach dem Pokal. »Jetzt wollen wir einfach alles«, sagte Torjägerin Alexandra Popp vor dem Endspiel gegen Nigeria am Sonntag (15.00 Uhr, Eurosport live) in Bielefeld.
»Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft«, sagte die sichtlich gelöste Trainerin Maren Meinert nach dem fünften Sieg im fünften Spiel - dem höchsten Erfolg bislang. Bei der Generalprobe für die Frauen-WM im kommenden Jahr hatte sich die mutige und entschlossene DFB-Elf den Einzug ins Endspiel nach bewährter Art erarbeitet: Mit einem frühen Tor brachte Svenja Huth (13.) ihre Mannschaft zügig auf Finalkurs. »Wir machen die Tore zum richtigen Zeitpunkt und sind dann nicht mehr aufzuhalten«, sagte Meinert.
Mit zwei Toren war Alexandra Popp erneut die überragende Akteurin einer starken deutschen Mannschaft. Der Titel der WM-Torschützenkönigin und der goldene Ball für die beste Spielerin sind der 19-Jährigen kaum noch zu nehmen. »Darüber denke ich gar nicht nach«, sagte Popp, »wer trifft, ist völlig egal. Hauptsache, wir gewinnen.«
Doch die letzte Hürde auf dem Weg zum zweiten Titel nach 2004 - damals wurde der Wettbewerb noch als U19-WM geführt - ist sehr hoch. »Nigeria verteidigt mit einer direkten Gegnerzuordnung, das ist neu für uns«, erklärte die 36-Jährige und warnte schon einmal vor den Fähigkeiten des Gegners: »Ihre besondere Schnelligkeit und Schusskraft machen sie unberechenbar.«
Die Westafrikanerinnen setzten sich im Halbfinale 1:0 (1:0) gegen Kolumbien durch. Bereits im Viertelfinale hatten sie mit dem Sieg gegen Titelverteidiger USA (4:2 i.E.) für Furore gesorgt. "Sie kommen mit viel Selbstbewusstsein in diese Partie. Da besteht die Gefahr, dass sie über sich hinauswachsen", sagte Meinert.
Nigeria-Coach Ndem Egan sieht sein Team im wohl ausverkauften Stadion in Ostwestfalen klar in der Außenseiterrolle: »Wir wissen, das wir jetzt gegen den WM-Gastgeber spielen müssen - und gegen die Zuschauer.« Das unberechenbare Wetter in soll in Bielefeld indes keine Rolle spielen: »Da haben wir bereits vorgebeugt und uns Handschuhe gekauft.«
Am Freitagmittag verabschiedete sich der DFB-Tross derweil vom Erfolgsstandort Bochum. Vier der fünf Siege feierten die Deutschen im Ruhrstadion. »Wir hatten eine tolle Zeit hier, aber wir wollten immer nach Bielefeld«, sagte Popp und verwies auf ein schmales, blaues Band an ihrem linken Knöchel, das sie nach jedem Treffer als erstes berührt. "Bielefeld WM-Finale 2010", ist darauf zu lesen.
Das hat das Team bereits erreicht. Noch ein Schritt bis zum Titel. Wie sehr die Mannschaft an die Erfüllung ihres Traums glaubt, ließ Kristina Gessat durchblicken. Die Verteidigerin vom Zweitligisten FSV Gütersloh kommt aus der Nähe von Bielefeld - und hat bereits Pläne für die Siegesfeier in der Schublade. »Wir wollen erst eine Party mit den Familien machen - und dann ziehen wir wohl noch weiter in einen Club«, sagte die 19-Jährige.






