Wettskandal
DFB fordert schnelle Akteneinsicht
Text: sid
Im Zuge des größten Wettskandals in der europäischen Sport-Geschichte forciert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Einsicht in die Ermittlungsakten der Bochumer Staatsanwaltschaft. »Es ist absolut schädlich, wenn wir es nicht schaffen, möglichst schnell Klarheit zu bekommen. Je länger wir hingehalten werden, desto schwieriger wird der Vorgang und desto größer der drohende Schaden«, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der ehemalige Vorsitzende des DFB-Sportgerichts fürchtet, dass die Vorgehensweise der ermittelnden Staatsanwaltschaft einer lückenlosen Aufklärung seitens des Verbandes im Wege stehen könnte. »Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Bedenken, dass der ganze Vorgang ausgeht wie das bekannte Hornberger Schießen, wenn die Staatsanwaltschaft die Überlassung von Informationen und vor allem die Akteneinsicht weiter herauszögert«, sagte Koch.
Bislang haben der DFB, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und auch die Basketball-Bundesliga (BBL) bei der Staatsanwaltschaft Einsicht in die Akten beantragt. Laut Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, wird die Behörde den Fußball-Bossen aber erst kurz vor Weihnachten Zugang zu den Unterlagen gewähren. Koch erfüllt zudem mit Sorge, dass der Wettskandal nur von einem einzigen Staatsanwalt bearbeitet wird. »Für den Fußball wäre es misslich, wenn einige Ermittlungsverfahren als ´geringfügige Fälle´ eingestuft und in beschleunigten Verfahren abgeschlossen würden, ohne dass die tatsächliche Manipulation von Spielen konkret aufgeklärt worden ist«, sagte Koch.






