Armeniens Präsident zur WM-Qualifikation
Fußball soll Armenier und Türken verbinden
Text: sid
Bei den Bemühungen um eine Normalisierung der jahrzehntelang gespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien setzen die Diplomaten auch auf die Karte Fußball. Armeniens Präsident Sersch Sarkissjan soll nach einem Vorschlag der USA von der UN-Vollversammlung in New York am 14. Oktober zum WM-Qualifikationsspiel des Kaukasus-Teams in Bursa gegen die türkischen Gastgeber reisen.
»Wenn Sarkissjan bei dem Spiel dabei wäre, würde es ein gutes Zeichen für die Annäherung der beiden Länder sein, auch weil offenbar auch schon eine Einladung ergangen ist«, sagte der US-Europabeauftragte Phil Gordon nach separaten Gesprächen mit der armenischen und türkischen Delegation. Armenier und Türken planen bereits für den 10. Oktober in Zürich die Unterzeichnung einer Vereinbarung über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.
Grund für die bisherigen Spannungen zwischen beiden Staaten ist ein Streit über die mutmaßliche Verantwortung der Türken für Massaker in Armenien im Ersten Weltkrieg. Im Zuge der Annäherung war der türkische Staatspräsident Abdullah Gül im September 2008 zum Hinspiel in der WM-Ausscheidung nach Jeriwan gereist. In der Europa-Gruppe 5 mit dem schon als Sieger feststehenden Europameister Spanien könnte das abschließende Spiel in Ankara für die Türkei die Entscheidung über die Teilnahme an den Play-offs bringen.
Vor den letzten beiden Gruppenspielen am 10. Oktober in Belgien sowie danach gegen Armenien liegt der WM-Dritte von 2002 auf Rang drei allerdings schon vier Punkte hinter dem Tabellenzweiten Bosnien-Herzegowina. Schlusslicht Armenien kann sich nach bislang nur einem Sieg aus acht Spielen bestenfalls noch Hoffnungen auf eine Verbesserung seiner Abschlussplatzierung machen.






