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Gladbachs Raul Bobadilla

Maradonas »10« für die Mama

Text: sid  

Er heißt wie Raul, ist ein Typ wie Tevez und trägt die Nummer von Maradona - sein Auftrag bei Borussia Mönchengladbach liegt da fast schon auf der Hand: Raul Bobadilla soll Tore schießen.

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»Der Junge weiß, wo das Tor steht und hat in 78 Spielen in der Schweiz 44 Tore erzielt. Das ist das, was unserer Mannschaft noch gefehlt hat, ein Torjäger mit Killerinstinkt«, sagt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl über den 22 Jahre alten Argentinier, der wie einst Giovane Elber über Grasshopper Zürich den Weg in die Bundesliga fand. »Ich glaube schon, dass es ein Vorteil ist, dass ich vorher schon in Europa war. Da konnte ich mich zwei, drei Jahre an die Sprache gewöhnen, und Angst vor Schnee habe ich auch nicht«, meint der Südamerikaner, der allerdings selbst erst ein paar Worte Deutsch spricht. »Morgen zusammen« und »Muskelfaserriss« - die Verletzung, die ihn in der vorigen Saison lange lahmlegte - gingen ihm schon fehlerfrei über die Lippen.

Mehr noch nicht, weil er in Zürich nur Schwyzerdütsch gewohnt war und den Sprachkurs zusammen mit anderen Südamerikanern nicht so ganz ernst genommen hatte. »Wir wollten ja Deutsch lernen«, sagt er mit einem Schmunzeln: »Aber wir haben das mehr als Spaß gesehen. Wir waren jung und haben zuviel gealbert.« Auf dem Platz albert Bobadilla dagegen nicht. Das 1,80 Meter große und 78 Kilo schwere Kraftpaket ist da eher ein Kämpfer. »Ich erarbeite mir gerne meine Tore«, sagt der Angreifer, der wegen seiner Spielweise schon mit dem Engländer Wayne Rooney oder seinem Landsmann Carlos Tevez verglichen wird. »Mich mit solchen Spielern zu vergleichen, ist noch ein bisschen viel«, sagt er und wehrt solche Vergleiche noch ab: »Aber wie diese beiden spielen, da möchte ich auch hin.«

»Für die Nationalmannschaft aufzulaufen, wäre das Größte«

Besonders mit Tevez kann er sich gut identifizieren. »Er kommt wie ich aus schwierigen Verhältnissen. Da durchzukommen, verdient Respekt«, sagt Bobadilla, der in einem Stadtteil vor den Toren von Buenos Aires aufgewachsen ist und viel Unterstützung von seinen Eltern Victor und Elvira erhalten hat. Das Konterfei seiner geliebten Mama trägt der Neu-Gladbacher als Tattoo auf der linken Brust. Auf dem rechten Arm trägt der Familienmensch den Namen seiner Nichte Melanie, »die mit einem Jahr gestorben ist«. Mama Bobadilla - und nicht Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona - ist auch »schuld« daran, dass sich der Torjäger die Rückennummer 10 ausgesucht hat. »Sie hat sich das gewünscht«, meint er, allerdings auch nicht ohne einen gewissen Stolz: »Auf der ganzen Welt besitzt diese Nummer im Fußball eine besondere Bedeutung.«

Natürlich auch in Argentinien, wo Maradona inzwischen sogar Nationaltrainer ist. »Ich weiß, dass Maradona die Bundesliga verfolgt, und will versuchen, meine Chance zu ergreifen. Für die Nationalmannschaft aufzulaufen, wäre das Größte.« Für die Gladbacher Fans wäre er schon der Größte, wenn er seine Torquote aus der Schweiz auch in der Bundesliga fortsetzen würde. 18 Mal traf er in seiner ersten Saison bei den Grasshoppers, acht Mal in nur zehn Spielen in seiner zweiten. »Ohne seine Verletzung hätten wir wohl gar keine Chance gehabt, ihn zu verpflichten«, sagt Eberl. »Wie Max Eberl und Steffen Korrell sich um micht bemüht haben, hat für mich den Ausschlag gegeben«, erklärt Bobadilla, der sich bereits ganz besonders auf ein Spiel freut. »Köln«, sagt der Argentinier, der in Buenos Aires einmal mit der zweiten Mannschaft das legendäre Derby zwischen River Plate und dem Lokalrivalen Boca Juniors erlebte, mit voller Überzeugung: »Das ist ein Derby, der Superclasico der Region. Es geht um viel Leidenschaft und Kampf, das mag ich.«




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