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Südafrikaner »kaufen spontan«

Run auf WM-Tickets stockt

Text: sid  

Superstar Kaka schickte Grüße per Videobotschaft, ein üppiges Büffet gab einen Vorgeschmack auf die Köstlichkeiten am Kap: Fußball-WM-Gastgeber Südafrika präsentierte sich genau ein Jahr und drei Monate vor dem Anpfiff der WM voller Stolz und Selbstvertrauen. Doch die Festlichkeit zur Countdown-Partie am Mittwoch im Coubertinsaal des Berliner Olympiastadion konnte nicht über die anhaltenden Probleme hinwegtäuschen. Besonders schlimm: Die Generalprobe im Sommer droht zum Reinfall zu werden.

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Erst 200.000 der insgesamt 600.000 Tickets wurden für den Könföderationen-Pokal (14. bis 28. Juni) verkauft. `Da stehen uns noch große Herausforderungen bevor. Wir haben nur noch drei Monate Zeit´, sagte DFB-Schatzmeister Horst R. Schmidt, der den Weltverband FIFA in Südafrika-Fragen berät. Mit zusätzlichen PR-Aktionen sollen in den nächsten Wochen Fan-Klubs und große Firmen angesprochen werden. Auch für die WM-Endrunde hielt sich die Nachfrage im Süden des schwarzen Kontinents noch zurück. Nur 30 Prozent der bislang verkauften Tickets wurden im Inland an den Fan gebracht. `Wir müssen unseren Fußball-Anhängern klarmachen, dass sie für solche Events früher Tickets kaufen müssen´, sagte Danny Jordaan, Chef des lokalen Organisationskomitees. Schmidt meinte: `Die Fans in Südafrika kaufen lieber spontan.´ Wie wichtig die Euphorie im Gastgeberland für ein Gelingen der WM ist, verdeutlichte Jordaan: `Die Menschen in Südafrika müssen aus der WM ein Fest machen´. Um möglichst viele Einheimische in die Stadien zu locken, hat der Weltverband FIFA 120.000 Tickets verschenkt. Der Großteil ging an Arbeiter, die am Bau der Stadien beteiligt waren. `Sie sollen sehen, was sie geschaffen haben´, so Jordaan. Noch kein Negativ-Effekt für die WM sei durch die weltweite Finanzkrise entstanden. `Da kann ich Entwarnung geben´, sagte FIFA-Sprecher Hans Klaus. `Wir haben vor drei Wochen mit dem Ticket-Verkauf begonnen und jetzt schon rund 500.000 Karten verkauft. Das ist ein starkes Signal dafür, dass die Leute weiterhin den Fußball sehen wollen´. Anhaltende Ängste vor Gewaltverbrechen versuchte man ebenfalls zu zerstreuen. `Südafrika wird bei der WM noch viel sicherer sein´, versprach Moeketsi Mosola, Direktor der südafrikanischen Tourismus-Behörde. Mehrere 10.000 zusätzliche Sicherheitskräfte wurden ausgebildet und sollen die Sicherheit garantieren. Auch beim Bau der Stadien liege man im Soll, betonte Jordaan. In den vier Arenen für den Confed Cup stehen die letzten Arbeiten vor dem Abschluss. Die weiteren sechs Spielstätten für die WM sollen bis Ende diesen Jahres fertiggestellt werden. Rund 5000 bis 10.000 Fans werden aus Deutschland zum Fußball-Abenteuer aufbrechen, sollte die Löw-Elf die Qualifikation bestehen. `Wir haben genug Vorbuchungen abgeschlossen´, sagte Tom Rostek von der durch die FIFA beauftragten Agentur für den Ticketverkauf (DerTour). Sobald die Spielorte nach der Auslösung Anfang Dezember bekannt sind, werden die `Reise-Pakete´ festgezurrt. Rund 2600 Euro kostet eine Tour mit dem Besuch eines Spiels, Hotel und natürlich einer Safari. Wegen der hohen Preise sei nicht mit einer deutlichen Steigerung der Nachfrage zu rechnen. Von Spontanreisen wird auf jeden Fall abgeraten.



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