Kuranyi lacht über virtuelle Entlassung
»Sofort Urlaub gebucht«
Text: sid Bild: Imago
Kevin Kuranyi fand seine virtuelle Entlassung lustig, aber Schalke 04 machte Ernst: Nach dem Hacker-Angriff stellte der Bundesligist Strafantrag gegen Unbekannt. »Das ist kein Kavaliersdelikt«, so Präsident Schnusenberg.
Kuranyi selbst reagierte gelassen auf die »Eilmeldung« mit der Überschrift »Kevin Kuranyi freigestellt«, die am Mittwochabend um 20.59 Uhr auf der Homepage www.schalke04.de online gestellt worden war. »Ich habe sofort Urlaub gebucht«, sagte der Stürmer nach dem Training am Donnerstagmorgen lachend und fügte an: »Jeder hat gesehen, dass es ein Fake war. Ich habe nur darüber gelacht.«
Der Ex-Nationalspieler, der zuletzt in einigen Medien Wechsel-Spekulationen angeheizt hatte, war mit seiner Ehefrau Viktorija zum Abendessen in einem Restaurant, als er von der Falschmeldung erfuhr. »Ein Freund hat mich angerufen«, berichtete Kuranyi und meinte: »Manche Leute machen Dinge, die nicht sein müssen. Ich bin es schon gewohnt, dass mit meinem Namen solche Sachen gemacht werden. Doch das ist für mich jetzt kein Thema mehr.«
Kuranyi, bei den königsblauen Fans ohnehin umstritten, hatte zuletzt selbst für Wirbel gesorgt. Vor dem Rückrundenauftakt bei Hannover 96 (0:1) hatte der 26-Jährige Manager Andreas Müller gefragt, ob Angebote anderer Klubs für ihn vorlägen. Müller machte diese Anfrage im Nachhinein öffentlich. Aktuell ist Kuranyi wieder bei seinem Ex-Klub VfB Stuttgart im Gespräch – als Nachfolger des abwanderungswilligen Nationalspielers Mario Gomez. »Ich kenne die Qualitäten von Kevin. Schließlich habe ich selbst noch mit ihm«, sagte VfB-Manager Horst Heldt der Stuttgarter Zeitung.
Nach Schalker Angaben hatte es bereits am Mittwochnachmittag etwa 20 Hacker-Angriffe über den in Dresden beheimateten vereinsfremden Webserver auf die Vereinshomepage gegeben. Um 20.59 Uhr wurde dann die Falschmeldung auf die Internetseite gestellt, die von einigen Online-Medien übernommen wurde. Nachdem ein Fan die Vereinsoffiziellen informiert hatte, verschickte der Klub eine Klarstellung und korrigierte seine Homepage.
Die Herkunft der Hacker ist noch nicht bekannt. Sie verschleierten ihren Weg durchs Internet über IP-Adressen in Russland, Dänemark und Bulgarien. Schalke stellte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Computer-Sabotage. Den Hackern droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.
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