Manni Breuckmann hört auf
Erfreute durch Schwätzen
Text: Jürgen Zelustek Bild: Imago
In seinem Schulzeugnis stand: »Manfred Breuckmann stört durch Schwätzen«. Was seine Lehrer nicht ahnten: Der Klassenclown würde dereinst die »Stimme des Westens« sein. Nun hört der legendäre Radioreporter auf. Wir sagen Tschüs.
Mit 17 Jahren hätte Manfred Breuckmann eigentlich schon wissen müssen, welche berufliche Karriere er einschlägt. »In der Oberprima hat mir mein Klassenlehrer ins Zeugnis geschrieben: »stört durch Schwätzen«. Diesen Fingerzeig hätte ich eigentlich verstehen müssen«, verriet der Kultreporter, der am Samstag innerhalb der legendären WDR-2-Bundesligakonferenz bei der Begegnung zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Köln letztmals als Radio-Reporter im Einsatz ist.

»Wenn man nach so langer Zeit das letzte Mal am Mikrophon sitzt, dann wird das bestimmt ein ganz emotionaler Augenblick«, sagt der 57-Jährige, der zugleich versichert: »Das wird aber keine menschliche Katastrophe für mich.« Schließlich wird Breuckmann auch als Frührentner nicht langweilig, dafür hat er bereits die Weichen gestellt. Doch bevor er sich seinem neuesten Projekt, einem Buch über über die 50 spektakulärsten Momente im deutschen Fußball, widmet, musste er in den vergangenen Tagen einen wahren Interview-Marathon über sich ergehen lassen. »Ich habe bislang rund 20 Zeitungsinterviews gegeben und hatte um die 15 Termine mit Radio- und TV-Stationen. Das empfinde ich schon als Zeichen meiner Wertschätzung«, berichtet der in Düsseldorf lebende Kultreporter, der mit seiner unverwechselbar sonoren Stimme zumeist die Bundesligaspiele im Ruhrpott und auch unzählige Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft bei jeweils 6 Welt- und Europameisterschaften kommentierte.
Abschied von »Kumpel Manni«
Dass ihn die Fans vermissen werden, beweisen auch Hunderte von E-Mails, in denen die Schreiber den vorzeitigen Ausstieg von »Kumpel Manni« aus dem Berufsleben bedauern. »Erstaunlicherweise ist keine einzige Mail dabei, in der sich jemand darüber freut, dass ich endlich gehe«, sagt Breuckmann mit einem Schuss Selbstironie, aber noch mehr voller Stolz. Warum einer wie er, der das Staatsexamen für Jura gemacht hat, als Radio-Mann so viel Popularität erlangt hat, kann er nicht hundertprozentig erklären. »Das hängt sicher auch etwas mit Nostalgie zusammen. Viele haben das Gefühl, dass da einer geht, der aus einer vergangenen Zeit kommt. Ich empfinde das alles als Riesenanerkennung, vor allem in dem TV-Zeitalter, in dem wir uns befinden«, meint Breuckmann, der demnächst als ganz normaler Fan mit seinem Lieblingsklub Schalke 04 leiden kann.
»Ich glaube nicht, dass ich mir eine Dauerkarte kaufe. Ich werde punktuell ins Stadion gehen. Und dann muss ich nicht mehr wissen, wer die Nummer 29 bei Cottbus trägt. Zudem will ich in Zukunft auch mal die freien Samstage genießen«, sagt der künftige Ruheständler, der sich auch als Kommentator des Düsseldorfer Rosenmontagszuges oder politischer Korrespondent einen Namen gemacht hat. Auf all diese Aktivitäten wird er wohl am Wochenende einen Blick zurückwerfen, auch wenn er von seinem im Sommer gefassten Entschluss, in den Vorruhestand zu gehen, nach wie vor voll überzeugt ist: »Es kann nicht schaden, wenn man in einem Alter, in dem noch alles funktioniert, einen Wechsel vollzieht. Bei mir geht es ja trotzdem mit vielen anderen Projekten weiter, aber ich nehme natürlich auch ein wenig das Tempo raus.«







