UEFA-Boss schlägt Reform vor
Platini für EM mit 24 Mannschaften
Text: sid
UEFA-Präsident Michel Platini hat sich erneut für eine Erweiterung der Endrunde bei der Fußball-Europameisterschaft auf 24 Mannschaften stark gemacht. `Das ist keine politische, sondern eine sportliche Entscheidung´, sagte der Vorsitzende der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag bei einem Medientermin im Fürstentum Monaco, wo am Freitag der europäische Supercup zwischen Champions-League-Sieger Manchester United und UEFA-Cup-Gewinner Zenit St. Petersburg (20.45 Uhr/live in Premiere) ausgetragen wird.
Als Argumente führte Platini unter anderem auch logistische Gründe an. Es sei Städten nicht mehr zuzumuten, für nur drei Spiele in einer Woche Stadien zu bauen oder zu modernisieren. Außerdem: `Der Unterschied zwischen der Nummer 16 und 24 in Europa ist nicht so groß, dass der sportliche Wert einer EM darunter leiden würde.´ Namentlich nannte der Franzose England, Dänemark, Belgien und Bulgarien, die sich nicht für die Endrunde im Sommer in Österreich und der Schweiz hatten qualifizieren können. Die Qualifikationsphase soll mit Rücksicht auf die kleinen Verbände, die weiterhin kaum Chancen auf eine Endrundenteilnahme haben, hingegen nicht verändert werden, damit die Fernseheinnahmen erhalten bleiben.
Das Endturnier würde um eine Woche auf vier verlängert und um ein Achtelfinale im K.o.-System ergänzt. Die Zustimmung des Exekutiv-Komitees (nächste Sitzung: 25./26. September in Bordeaux) gilt nur noch als Formsache. Offen ließ Platini weiterhin die Frage, ob die nächste Europameisterschaft 2012 wirklich in Polen und der Ukraine stattfinden wird. Auch darüber soll das Exekutiv-Komitee im September befinden. Mit der Spielergewerkschaft FIFPRO hat die UEFA eine grundsätzliche Einigung gefunden, dass Vereine in Zukunft nur noch eine maximale Anzahl von Spielern unter Vertrag nehmen darf. Angedacht sind 25. Ausgenommen davon sind Spieler, die im Verein ausgebildet wurden.
Damit Ausbildung sich lohne, wollte Platini die Nachwuchsspieler ursprünglich verpflichten, ihren ersten Profivertrag beim Ausbildungsverein zu unterschreiben. Dem steht allerdings das europäische Arbeitsrecht entgegen. Der Franzose strebt jetzt eine Lösung an, wonach Vereine, die Spieler aus einem Ausbildungsverein verpflichten, eine drastisch erhöhte Ablöse bezahlen müssen. Erneut sprach sich der UEFA-Präsident für den Einsatz von zwei weiteren Schiedsrichtern aus, die in Strafraumhöhe agieren sollen: `Ich bin dafür, den Fußball menschlich zu lassen und deshalb gegen den Videobeweis. Aber vier Augen mehr sehen vier Mal mehr. Schließlich habe auch ich als Spieler Schwalben produziert, weil ich wusste, dass der Schiedsrichter nichts sehen konnte.´






