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Bielefelder Ex-Coach als Kandidat

Middendorp: `Ghana wäre eine Herzenansangelenheit´

Text: sid  

Am Samstag freute sich Ernst Middendorp über den Klassenerhalt `seiner´ Arminia, in der kommenden Woche könnte sich für ihn sogar ein Traum erfüllen: Der 49 Jahre alte Coach steht kurz vor einem Engagement als Fußball-Nationaltrainer in Ghana. Eigentlich hat der seit seiner Entlassung bei Bundesligist Arminia Bielefeld im Dezember arbeitslose `Power-Ernst´ seinen Fokus weiter auf den Vereinsfußball gelegt. `Aber Ghana wäre für mich eine Herzensangelegenheit wie die Arminia auf Klubebene´, sagt er im Gespräch mit dem sid: `Außerdem ist es natürlich ein besonderer Anreiz, dass man mit Ghana gute Chancen hätte, sich für die WM 2010 zu qualifizieren. Und dass diese auch noch in meiner zweiten Heimat Südafrika stattfindet.´ In Ghana arbeitete der Bielefelder Jahrhundert-Trainer bereits für die Klubs Kumasi Asante Kotoko (März 2000 bis Juni 2002) und Accra Hearts of Oak Sporting Club (März bis Juli 2004), in Südafrika trainierte er die Kaizer Chiefs (Juli 2005 bis März 2007). In der vergangenen Woche weilte der Coach bereits zu Verhandlungen in Afrika. Den Kontakt hatte Ghanas Teammanager, der frühere Bundesliga-Profi Tony Baffoe, hergestellt. Derzeit gibt es neben Middendorp noch drei oder vier weitere Kandidaten um die Nachfolge des zurückgetretenen Franzosen Claude Leroy beim WM-Teilnehmer von 2006. Eine Entscheidung muss jedoch zügig fallen, da die Black Stars bereits am 1. Juni ihr erstes Spiel in der WM-Qualifikation bestreiten. `Die Sache liegt auf dem Tisch und wird in dieser Woche entschieden´, sagt Middendorp, der guter Hoffnung auf einen positiven Bescheid ist: `In Bezug darauf, welcher der Kandidaten das Land und die Begebenheit kennt, liege ich sicher vorne.´ Diese Kenntnis könnte Middendorp auch dazu verleiten, erstmals in seiner Karriere als Nationaltrainer tätig zu werden. `In keinem anderen Land wäre es wohl so leicht, sich in der Kürze der Zeit einzuarbeiten.´ Dennoch behält er auch den deutschen Trainermarkt im Auge. `Es gibt kein konkretes Angebot, aber ständige Diskussionen, Gespräche über Dritte oder den Austausch von Gedanken und Telefonnummern´, erklärt er nebulös: `Man muss einfach einmal abwarten, was sich entwickelt.´ Die Rettung seines Ex-Klubs Bielefeld, bei dem sein drittes Engagement kurz vor Ende der Hinrunde vorzeitig beendet wurde, verfolgte Middendorp am Samstag freudig vor dem Fernsehschirm. Wut über die von ihm damals als ungerechtfertigt empfundene Entlassung hegt er nicht mehr `Ich war einer der glücklichsten Menschen´, beteuert er: `Das ist eine gewachsene Verbindung seit 20 Jahren, und ich bin froh, dass die Arminia auf der Bühne Bundesliga bleibt. ` Die nächste Mission und Herzensangelegenheit könnte ihn dann auf die große internationale Bühne bringen.




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