DOSB, DFB und DFL Mitinitiatoren
Bundesweites Projekt gegen Rechtsextremismus gestartet
Text: sid
Die Wochenzeitung Die Zeit hat am Montag eine breitangelegte Aktion gegen Rechtsextremismus gestartet, dessen Mitinitiatoren der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Feuerwehrverband sind. Herzstück ist die Internetseite www.netz-gegen-nazis.de. Auf ihr sollen alle wichtigen Fragen zum Thema Rechtsextremismus diskutiert und beantwortet werden.
Sie vermittelt in einem enzyklopädisch angelegten Wissensteil umfangreiche Kenntnisse, ergänzt durch aktuelle Berichte und Reportagen zum Thema. `Es gilt Wissen an die Menschen zu bringen und Zivilcourage herbeizuführen´, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger bei der Vorstellung des Projekts in Berlin. So wolle der DFB die EM-Vorbereitungsspiele nutzen, um `plaktative Botschaften´ zu senden.
Das Thema soll zudem in die Übungsleiterausbildung einfließen. `Mit dem Erlernen des Doppelpasses und des Fallrückziehers müssen wir auch vermitteln, dass es sich lohnt, in einem demokratischen Staat zu leben´, erklärte Zwanziger: `Die Neonazis wollen das Gegenteil.´ Bereits seit 2005 vergibt der DFB den Julius-Hirsch-Preis, der an den in Auschwitz ermordeten deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspieler Julius Hirsch (1892-1943) erinnern soll. DFL-Präsident Reinhard Rauball kündigte an, die Bundesliga-Vereine würden auf ihren Internetseiten und in ihren Stadionheften auf netz-gegen-nazis.de aufmerksam machen.
`Wir wollen uns konsequent und aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen.´ Für Ingo Weiss, den Vorsitzenden der Deutschen Sportjugend, geht es darum, die rund 27 Millionen Mitglieder des DOSB zu `wachsamen Löwen´ zu machen, damit so etwas wie die Schrecken der Nazizeit nicht wieder geschehen können. DOSB-Präsident Thomas Bach sowie DOSB-Generaldirektor Michael Vesper bekennen sich ebenso wie Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack zu der Aktion.
Zwanziger verteilte an alle Teilnehmer des Podiums der Pressekonferenz Trikots mit der Internetadresse auf der Brust und der Rückennummer neun. `Sie soll die Durchschlagskraft des Mittelstürmers symbolisieren.´ Auf einen solchen Erfolg hoffen die Initiatoren auch mit www.netz-gegen-nazis.de. `Wir wollen ein bundesweites Forum schaffen, auf dem Betroffene einander Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches Gedankengut in ihren Alltag eindringt´, erklärte Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.
Fernsehpartner des Projekts ist das ZDF, Online-Partner die VZ-Gruppe mit schuelerVZ, studiVZ und meinVZ.






