Nach Beschimpfungen am Wochenende
Makkabi-Chef sieht Zunahme antisemitischer Vorfälle
Text: sid
Nach einem erneuten antisemitischen Vorfall im Berliner Amateurfußball am Wochenende hat der Vorsitzende des Verbandsligisten TuS Makkabi, Tuvia Schlesinger, die Zunahme von antisemitischen Beschimpfungen auf den Fußball-Plätzen der Hauptstadt angeprangert. `Wir von Makkabi haben schon den Eindruck, dass die Vorfälle zunehmen. Mittlerweile haben wir alle zwei, drei Wochen so eine Geschichte´, sagte Schlesinger, in dessen Klub vorwiegend jüdische Spieler aktiv sind.
Am vergangenen Sonnabend soll nach Polizei-Angaben ein 44-Jähriger nach der Ligapartie von Makkabi beim Adlershofer BC den Hitlergruß gezeigt und Naziparolen gerufen haben. Der Mann wurde dabei von einem Polizeibeamten beobachtet. Ein weiterer Mann soll eine Betreuerin des Gästeteams mit rechtsradikalen Parolen beleidigt haben. Gegen beide zum Tatzeitpunkt alkoholisierte Personen ermittelt die Polizei. Makkabi war bereits im September 2006 in die Schlagzeilen geraten, als die Kreisliga-Begegnung zwischen VSG Altglienicke II und TuS Makkabi II wegen antisemitischer Parolen der Zuschauer abgebrochen wurde.
Das Sportgericht des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hatte Altglienicke zu zwei Heimspielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. `Damals haben wir dem BFV gesagt, er müsse massiv ein Zeichen setzen, sonst würde es Überhand nehmen. Das hat der Verband aber versäumt´, erklärte Schlesinger, der dem BFV zugutehielt, nun `endlich aufgewacht´ zu sein: `Jetzt geben sie sich wirklich Mühe und versuchen es, mit Maßnahmen zu reparieren.´ BFV-Vorsitzender Bernd Schultz bedauerte, dass die Vorfälle zugenommen hätten: `Wir können nur massiv dagegen vorgehen und derartiges Verhalten zur Anzeige bringen.´ Der Funktionär verwies auf die eingeleiteten Maßnahmen wie drastische Sperren und gezielte Spielbeobachtung.






