Zenit St. Petersburg - 1. FC Nürnberg
Der Club probt erneut den `besonderen Spagat´
Text: sid
Der 1. FC Nürnberg ist ein `Verein für Leibesübungen´, über eine Turnabteilung verfügt er nicht. Trotzdem versucht sich der Club bereits zum wiederholten Male an einem `ganz besonderen Spagat´, wie Sportdirektor Martin Bader erklärt. Problem bei dieser Übung: Der deutsche Fußball-Pokalsieger will sich während der Reise zum russischen Meister Zenit St. Petersburg am Donnerstag im UEFA-Cup gut verkaufen, dabei plagen ihn in der Bundesliga nach wie vor ernste Abstiegssorgen.
Hans Meyer sieht dem zweiten Gruppenspiel der Nürnberger denn auch mit eher gemischten Gefühlen entgegen. `So ein Spiel ist kein Festtag, wenn man in der Liga auf einem Abstiegsplatz steht´, sagt der Trainer. Und wie nach dem Heimspiel gegen den FC Everton (0:2), als die Nürnberger beim ersten Versuch des Spagats zwischen Europa und Abstiegskampf bei Arminia Biefeld unterlagen (1:3), steht auch diesmal in der Bundesliga gleich ein richtungweisendes Spiel an: Der Club gastiert am Sonntag beim MSV Duisburg.
Für Sportdirektor Bader gibts dennoch kein Vertun über die Ambitionen: `Völlig klar, wir werden das Spiel in St. Petersburg sicher nicht abschenken.´ Die Entscheidung in der Gruppe A, wo der FC Everton (6 Punkte) vor St. Petersburg (4) dem AZ Alkmaar (1), dem Club sowie AE Larissa (jeweils 0) in Führung liegt, solle `so lange wie möglich offen gehalten werden.´ Das sei der Verein allein schon seinen treuen Anhängern schuldig, von denen sich immerhin 500 in das eisige `Venedig des Nordens´ aufmachen. Auch Trainer Meyer ist das Spiel im Petrowski-Stadion nicht völlig egal - im Gegenteil:
Wie zuvor schon den FC Everton hat er auch Zenit, das vor zweieinhalb Wochen erstmals seit 23 Jahren den russischen Meistertitel gewann, gewissenhaft auskundschaften lassen. Zudem sei die Begegnung `eine gute Gelegenheit´ für seine Spieler, sich zu präsentieren. `Da sieht man schon´, behauptet Meyer, `mit wem in der Schlussphase der Hinserie noch zu rechnen ist.´ Oder anders ausgedrückt: Wer den Spagat gut beherrscht.
Rein sportlich betrachtet gibt sich Meyer keinen Illusionen hin. Sein Urteil über St. Petersburg: `Sie haben in Dick Advocaat einen taktisch hervorragenden Trainer, fußballerische Qualität vom Feinsten und Geld ohne Ende´, sagt er über den vom Schalke-Sponsor Gasprom unterstützten Klub. Meyer sagt auch: `Im Fußball ist immer alles möglich, Nürnberg und St. Petersburg sind leistungsmäßig nicht so weit auseinander wie Jena und Nürnberg.´ Bei Zweitligist Jena war für den Club diesmal in der zweiten DFB-Pokal-Runde Schluss.
Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
St. Petersburg: Contofalsky - Anjukow, Skrtel, Lombaerts, Dong-Jin Kim - Tymoschtschuk - Zyrianow, Ricksen, Sirl - Pogrebnjak, Arschawin. - Trainer: Advocaat
Nürnberg: Blazek - Reinhardt, Wolf (Glauber), Beauchamp, Engelhardt - Galasek, Kluge - Adler (Sajenko), Mintal, Misimovic - Charisteas. - Trainer: Meyer
Schiedsrichter: Pavel Kralovec (Tschechien)
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