Bundesliga
Mindestens 90 Millionen Euro Einnahmen durch Trikot-Sponsoring
Text: sid
Die Brust der Stars in der Fußball-Bundesliga ist bei der Werbewirtschaft weiter mehr als begehrt. Einer Erhebung des Sport-Informations-Dienstes (sid) zufolge generieren die Klubs der deutschen Eliteliga mindestens rund 90 Millionen Euro aus der Trikotwerbung.
Den Wert der laufenden Litfasssäulen erkannte als Erster der Unternehmer Günter Mast. Am 24. März 1973 trugen die Profis von Eintracht Braunschweig im Spiel gegen Schalke 04 erstmals das Logo des mittlerweile weltberühmten Kräuterlikörs (Jägermeister) auf der Brust. Damals gab es zwischen Mast und dem deutschen Meister von 1967 eine Vereinbarung über fünf Jahre mit einer jährlichen Zahlung von 100.000 Mark, bei dem heutigen Summen halten sich die Klubs hingegen stets bedeckt. So handelt es sich um Schätzwerte, und abhängig vom sportlichen Erfolg gibt es von den Werbepartnern am Saisonende noch einen kräftigen Zuschlag.
Natürlich rangiert der deutsche Rekordmeister Bayern München auch in dieser Kategorie an der Spitze, dem Partner (Deutsche Telekom) soll das Engagement jährlich 20 Millionen Euro wert sein - wenn Titel gewonnen werden. Über eine entsprechende Staffelung ist aber nichts bekannt. Hinter den Bayern steht Vizemeister Schalke 04, dem die Kooperation mit einem russischen Energieriesen (Gazprom) per annum mindestens zwölf Millionen bringen soll. Eine Erfolgsklausel könnte bei den Königsblauen für einen weiteren Geldsegen sorgen - wenn man nach 50 Jahren endlich wieder deutscher Meister werden sollte. Bei durchschlagendem sportlichen Erfolg soll sich der Betrag auf bis zu 25 Millionen Euro erhöhen. Der VfB Stuttgart strich für den Gewinn der Meisterschale vom Werbepartner, einem Energieunternehmen (EnBW, geschätzte 6,5 Millionen Euro), eine geschätzte Prämie von zwei Millionen Euro ein. Da muten die Beträge für die Kontrahenten Hertha BSC Berlin und Borussia Dortmund (8,0 beziehungsweise bzw. 7,5 Millionen Euro) angesichts der dürftigen Leistungen in der vergangenen Saison mehr als oppulent an.
Die Ermittlung konkreter Zahlen gestaltet sich schwierig, weil häufig ein Mix aus Trikot-, zusätzlicher Bandenwerbung oder dem Überlassen von VIP- und/oder Logenplätzen besteht. Ein Beispiel in dieser Richtung ist der VfL Wolfsburg. Hauptgesellschafter der Fußball-GmbH mit einem Anteil von 90 Prozent ist VW, der seinen Partner mit einem bestimmten Jahres-Etat ausstattet. In diesem wird es dann auch einen Posten für Trikotsponsoring geben, der auf fünf Millionen Euro pro Jahr geschätzt wird. Der zweite Werksklub der Bundesliga steht dagegen noch mit blanker Brust da. Bayer Leverkusen ist der einzige Verein aus der Eliteklasse, der für die kommende Saison noch keinen Trikotpartner hat. Interessenten gibt es, aber das richtige Angebot ist offenbar noch nicht eingegangen. Doch das juckt die Bayer-Verantwortlichen nur bedingt, denn die Trikotbrust ist bereits an den Vermarkter Sportfive verkauft - ein Sockelbetrag damit bereits garantiert. Der muss sich um einen Werbepartner umsehen. Und der soll natürlich den hohen Standard halten, den zuletzt ein Energiekonzern (RWE, geschätzte 8,5 Millionen Euro) geboten hat.






