WM

US-Boss Gulati fordert mehr Transparenz

US-Fußball-Boss Sunil Gulati hat verstimmt auf Pläne von Weltverbands-Chef Joseph S. Blatter zur Verlegung der WM-Endrunde 2022 in Katar in den Winter reagiert. SID-IMAGES/AFP/DON EMMERT

New York - US-Fußball-Boss Sunil Gulati hat verstimmt auf Pläne von Weltverbands-Chef Joseph S. Blatter zur Verlegung der WM-Endrunde 2022 in Katar in den Winter reagiert. Der 54-Jährige kritisierte in einem Interview den Mangel an Transparenz bei der Ausschreibung von WM-Endrunden durch die FIFA und die Missachtung von Ergebnissen der Überprüfung von WM-Bewerbern durch eine FIFA-Expertenkommission. Eine Annullierung des Zuschlags für Katar wie sein deutscher FIFA-Exko-Kollege Theo Zwanziger forderte Gulati, der eine der wichtigsten Personen der US-Bewerbung für 2022 gewesen ist, nicht. Zwanziger hatte in der Vorwoche eine Neuwahl des WM-Gastgebers 2022 nicht zuletzt wegen Blatters Eingeständnisses eines Fehlers bei der Vergabe an das Emirat als zwingende Konsequenz bezeichnet.

"Wenn es nur darum gehen soll, neue Märkte für den Fußball zu erschließen, muss man das vor einer solchen Wahl den Wählern sagen. Wenn es nur um Gewinnmaximierung gehen soll, muss man das auch vorher sagen. Ich denke, dass muss viel deutlicher werden, worauf es ankommt: Was ist in Ordnung, was in den Statuten geregelt und was nicht? Und wenn man auch noch viele Menschen herumschickt, um Stadien, die Infrastruktur und alle anderen wichtigen Voraussetzungen zu prüfen, sollten die Ergebnisse in den Bewerbungsprozess eine erkennbare Rolle spielen und für die Abstimmung auch ein gewisses Gewicht haben", sagte Gulati.

Seine Position für die von Blatter für den Herbst angekündigte Abstimmung über eine Verlegung der WM in Katar in den Winter ließ der gebürtige Inder noch offen. "Es gibt mehrere Optionen. Es kommt darauf an, welche Informationen vorgelegt werden", sagte Gulati.

Blatter hatte vor rund zwei Wochen seine Rolle rückwärts bei der Haltung zu einer WM im Winter mit neuen Erkenntnissen der FIFA-Mediziner zu einer WM in Katars Sommer begründet. Der Schweizer FIFA-Chef war dabei ausgesprochen zuversichtlich, dass die FIFA-Exekutive sich seiner Position anschließen werde. Beim Zuschlag für Katars ursprüngliche Bewerbung mit dem traditionellen Termin im Sommer wäre, so Blatter ausdrücklich weiter, dem Exko "ein Fehler" unterlaufen. Notwendige Umstellungen im internationalen Terminkalender erachtet Blatter bei allen Komplikationen als problemlos.

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