EM

Udo Walz: "Rooney eine Karikatur, Ronaldo eine 10"

So eine EM ist immer auch eine haarige Angelegenheit. Die Frisuren der Stars geben reichlich Anlass für Spott oder Bewunderung. Das ungefärbte Urteil von Starfriseur Udo Walz. SID-IMAGES/AFP/SERGEI SUPINSKY

Danzig - Er hatte es dem Pferdeschwanzträger Andy Carroll versprochen, also zeigte der frisch frisierte Wayne Rooney den Haarspray-Jubel. Mit der rechten Hand versprühte Englands Stürmerstar imaginäres Zeug auf seine neue Pracht. "Ich hatte vorher ein wenig von Andy Carrolls Produkten benutzt", erklärte Rooney nach seinem 1:0-Siegtreffer im EM-Spiel gegen die Ukraine, und scherzte: "Hoffentlich bekomme ich jetzt auch solche Haare wie er."

Bloß nicht, meint Udo Walz. Deutschlands prominentester Promi-Friseur findet Rooneys neuen Haarschnitt extrem lustig. "Der gute Wayne hat die Ohren und den Nacken freigelegt und vorne eine Tolle. Das sieht witzig aus, fast wie bei seiner eigenen Karikatur", sagte Walz dem SID.

Die 30.000 Pfund, die Rooney vor einem Jahr für eine Haartransplantation angeblich ausgegeben hat, hätten sich auf jeden Fall gelohnt. "Jetzt hat er wenigstens was auf dem Kopf, womit man arbeiten kann", sagte der Star-Figaro, der nach eigenen Angaben bereits mehr als 200.000 Köpfe frisiert hat.

Im Internet und in den Medien kommt Rooney nicht so glimpflich davon. "Wayne Rooney hatte in seiner Karriere schon ein paar desaströse Frisuren, aber der neue Mopp sieht aus wie eine schlechte Kopie von George Michael aus den 80ern", lästerte die Huffington Post. Auch Rooneys Haarspray-Jubel kam nicht überall gut an. "Ein Junge aus Croxteth sollte keine Haarprodukte benutzen", grummelte Liverpools Verteidiger Jamie Carragher.

Bei solchen Sätzen bleibt Udo Walz vor Schreck fast das Herz stehen: "Auch Fußballer müssen auf die Haarpflege achten." Besonders gut tue das Frauenschwarm Cristiano Ronaldo, dessen Frisur - an den Seiten kurz und oben etwas länger - auch Walz begeistert: "Das ist eine glatte Zehn. Aber beim Kopfball könnte der Ball durch das viele Gel im Haar leicht abrutschen."

Den Anhängern ist das egal, viele wollen aussehen wir ihr portugiesisches Idol. Auf der Fanseite ronaldo7.net gibt es einen Ratgeber, wie man die Haare so schön bekommt wie der Superstar. "Gib ein bisschen Gel in deine Handflächen, verreibe es und trage es in Aufwärtsbewegungen ins Haar", steht dort geschrieben.

Aus dem deutschen Team halte frisurtechnisch am ehesten Mario Gomez mit, findet Walz: "Er trägt das Haar etwas länger als Ronaldo, aber das steht ihm sehr gut." Wenn der Stürmer treffe und dabei auch noch gut aussehe, verrät Walz, "kommen viele Jugendliche in meinen Laden und wollen die Gomez-Frisur haben".

Dass der Haarschnitt von Mario Balotelli einen Trend auslöst, ist eher fraglich. Der blondgefärbte Irokesenschnitt des Italieners erinnert Walz an ein "Stinktier": "Ungewöhnlich, aber wegen seiner verrückten Art passt das."

Ungewöhnlich ist auch der Styling-Tipp von Georgios Samaras. Um seine schulterlangen Haare schön geschmeidig zu bekommen, schmiert sich der griechische Stürmer tatsächlich Schuhcreme ins braune Haar. Unverantwortlich findet das Walz, allerdings lägen Samaras lange Haare voll im EM-Trend.

Manche Spieler wie Carroll oder Zlatan Ibrahimovic binden sich einen Pferdeschwanz, um ihre lange Mähne zu bändigen. Das sei "keineswegs out", urteilt Walz, "aber die Haare müssen schwarz und lang sein. Ein kleines Schwänzchen hinten sieht doof aus."

Haartechnisch scheint also fast alles erlaubt, was gefällt. Nur um eins bittet der Promi-Friseur die Fußballer: "Nie wieder Vokuhilas!"

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