Bundesliga

Sportpolitiker kritisieren Uli Hoeneß

Im Zuge der Steueraffäre um Uli Hoeneß haben führende deutsche Sportpolitiker den Präsidenten des Fußball-Rekordmeisters Bayern München deutlich kritisiert. SID-IMAGES/AFP/CHRISTOF STACHE

Berlin - Im Zuge der Steueraffäre um Uli Hoeneß haben führende deutsche Sportpolitiker den Präsidenten des Fußball-Rekordmeisters Bayern München deutlich kritisiert. Martin Gerster, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, erklärte, er habe das Gefühl, dass es sich bei Hoeneß "nicht um einen reuigen Täter" handele. "Er hat ja auch gesagt, dass er bis zuletzt auf das deutsch-schweizerische Steuerabkommen gesetzt hat. Es war eine Flucht nach vorne von ihm", sagte Gerster am Rande der Sitzung des Sportausschusses in Berlin.

"Es scheint für mich so, als ob er eine Nische gesucht hat, um unerkannt zu entkommen", sagte auch die sportpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Viola von Cramon: "Das klingt nicht so, als ob er es bereut. Aber er hat ja jetzt mehrmals gesagt, dass es ihm leid tut. Abschließend möchte ich das nicht beurteilen."

Es blieben auch nach seiner Selbstanzeige Fragen offen. "Es verheißt nichts Gutes, wenn danach die Polizei mit einem Haftbefehl vor der Tür steht. Da scheint etwas schief gelaufen zu sein", sagte die 43-Jährige: "Ich würde mir wünschen, dass er wie angekündigt reinen Tisch macht."

Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion, Klaus Riegert, äußerte sich ebenfalls kritisch. "Uli Hoeneß hat zwar große Verdienste um den deutschen Fußball, aber er gibt natürlich kein gutes Vorbild ab", sagte Riegert: "Es ist kein sportpolitisches Thema. Wenn es Regelungsbedarf gibt, wird das der FC Bayern selbst regeln."

Gerster hingegen glaubt nicht, dass Hoeneß nach der Affäre als Präsident der Münchner im Amt bleiben wird: "Ich vermute, dass er sich früher oder später zurückziehen wird." Hauptproblem sei die fehlende Glaubwürdigkeit: "Es wird ja etwas komisch sein, wenn Herr Hoeneß in Zukunft fordert, dass die Steuerzahler weiterhin die Polizeieinsätze bei Fußballspielen bezahlen müssen und er selbst keine Steuern bezahlt haben soll", sagte Gerster.

Die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag hatte bereits am Montag erklärt, sie sei von Hoeneß "enttäuscht". "Sein Verhalten kann ich nicht nachvollziehen, Steuern zu zahlen ist Pflicht und nicht Kür, sie zu hinterziehen absolut kein Kavaliersdelikt", hatte die SPD-Politikerin im Gespräch mit der Mittelbayrischen Zeitung erklärt. Eine Rücktrittsforderung gab es aber nicht: "Diese Entscheidung müssen in erster Linie die Mitglieder des FC Bayern und er selbst treffen."

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