Confed-Cup

Spanien folgt Brasilien ins Confed-Cup-Finale

Weltmeister Spanien ist Gastgeber Brasilien ins Finale des Confed Cups gefolgt. Die Iberer gewannen gegen Italien nach torlosen 120 Minuten mit 7:6 im Elfmeterschießen. SID-IMAGES/AFP/YURI CORTEZ

Fortaleza - Das Traumfinale beim Confed Cup ist perfekt: Welt- und Europameister Spanien hat im zweiten Halbfinale Italien im "Glutofen" Fortalenza nach einem Nervenspiel mit 7:6 im Elfmeterschießen bezwungen und trifft am Sonntag in Rio de Janeiro auf Gastgeber Brasilien. Nach kraftraubenden 90 Minuten und einer extrem harten Verlängerung hatte es 0:0 gestanden. Damit machen die beiden besten Teams des Turniers im "Tempel des Fußballs" Maracanã den Titel unter sich aus. Italien spielt nach der bravourösen, aber dennoch missglückten Revanche für das 0:4 im Endspiel der EM 2012 nun in Salvador da Bahia gegen Uruguay um Platz 3.

Dabei war der viermalige Weltmeister dem scheinbar übermächtigen Gegner lange mindestens ebenbürtig und hatte sogar ein Übergewicht an guten Möglichkeiten. Spanien, in Südafrika 2009 Dritter, erreichte nach dem 29. Pflichtspiel ohne Niederlage dennoch erstmals das Finale und fordert nun Rekordsieger Brasilien (drei Titel). Im Elfmeterschießen verwandelten die ersten zwölf Schützen eiskalt, ehe Leonardo Bonucci übers Tor schoss und Jesus Navas beim entscheidenden Versuch traf.

Italien konnte im Estádio Castelão wieder auf Andrea Pirlo und Daniele de Rossi zurückgreifen, der verletzt abgreiste Angreifer Mario Balotelli saß nägelkauend zu Hause. "Auf geht's Jungs, auf geht's! Kommt schon! Uff, was für eine Spannung!", twitterte er vor dem Spiel. Und auch das Publikum unterstützte mit großer Mehrheit die Azzurri. Italiens Hymne wurde frenetisch beklatscht, es gab häufig "Italia!"-Sprechchöre. Die Spanier dagegen wurden bei langem Ballbesitz ausgebuht. Und den hatte die Selección oft.

Denn hier trafen zwei grundverschiedene Spielideen aufeinander. Die Spanier, bei denen Bayern Münchens Mittelfeldspieler Javi Martinez zu Beginn der Verlängerung eingewechselt wurde, setzte auf Ballkontrolle und schnelle Kombinationen. Sie prallten aber meist am italienischen Abwehrriegel ab. Wenn der Weltmeister den Ball hatte, zog sich die Squadra Azzurra aus ihrem 3-4-2-1-System in ein schwer zu durchdringendes 5-4-1 zurück. So gewann sie viele Bälle, die bei blitzartigen Gegenangriffen meist über die Außen als Flanken in den Strafraum rauschten.

Auf diesem Weg ergaben sich einige Kopfballchancen. Der immer wieder in die Mitte rückende rechte Mittelfeldspieler Christian Maggio vergab in der ersten Hälfte gleich drei davon. Die beste in der 36. Minute aus fünf Metern, als Torwart Iker Casillas glänzend parierte. Spaniens Spiel litt zunächst deutlich stärker unter den widrigen Bedingungen von 28 Grad und 82 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ihr Tiki-taka wirkte mitunter behäbig. Die einzige echte Torchance vor dem Pausenpfiff vergab Fernando Torres, der den angeschlagenen Roberto Soldado im Sturmzentrum vertrat, als er am rechten Pfosten vorbeischoss (37.).

Coach Vicente del Bosque redete vor Beginn der zweiten 45 Minuten auf dem Weg auf den Platz beschwörend auf seine Spieler ein. In der 58. Minute musste Italiens Torwart Gianluigi Buffon dann bei einem Schuss des eingewechselten Jesus Navas erstmals eingreifen. Cesare Prandelli hatte ebenfalls gewechselt: Für den früheren Wolfsburger Andrea Barzagli kam Riccardo Montolivo - ins defensive Mittelfeld. De Rossi rückte in die Dreierabwehrkette. Balotelli-Ersatz Alberto Gilardino blieb bis auf wenige Ausnahmen blass.

Das Wetter forderte bald Tribut, das Spieltempo verflachte mit zunehmender Dauer. Andrés Iniesta schoss noch einmal am Tor vorbei (64.), in der Schlussphase waren die Spanier etwas zwingender. Nach Ende der regulären Spielzeit schleppten sich einige Spieler bereits mit Krämpfen in die Verlängerung, in der dann trotz aller Erschöpfung zunächst wieder die Italiener am Drücker waren: Emanuele Giaccherini (93.) traf nur den Pfosten. Mit der Einwechslung von Martinez (94.) übernahmen wieder die Spanier die Kontrolle, sie gingen aber zu fahrlässig mit ihren Chancen um. In der 115. Minute traf Xavi aus 20 Metern die Latte.

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