Bundesliga | 07.02.2014

Son verdirbt Favre-Jubiläum - Heimfluch gegen Bayer hält an

Im 100. Bundesliga-Spiel unter Lucien Favre verlor Borussia Mönchengladbach gegen den Zweiten Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:0).
Text: SID Bild: SID-IMAGES/SID-IMAGES/AFP/

Mönchengladbach - Auch beim Jubiläum von Trainer Lucien Favre hat Borussia Mönchengladbach den längsten Heimfluch in der Geschichte der Fußball-Bundesliga nicht gebannt. Im 100. Bundesliga-Spiel unter dem Schweizer verlor der Tabellenfünfte beim langweiligen Auftakt des 20. Spieltags gegen den Zweiten Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:0) und musste durch die dritte Niederlage im dritten Spiel 2014 einen weiteren herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Qualifikation hinnehmen. 

Die Werkself blieb damit zum 22. Mal seit 1989 am Niederrhein ungeschlagen, gewann durch das Tor von Heung-Min Son (62.) dabei zum 17. Mal und hat die Borussia um zehn Punkte distanziert. 

Mit einem Spitzenspiel hatte die Partie der beiden Champions-League-Aspiranten vor 53.379 Zuschauern in der ausverkauften Arena aber nicht das Geringste zu tun. Von den Offensiv-Feuerwerken, die beide Teams in ihren vorherigen Duellen - in den letzten elf Begegnungen fielen 50 Tore - abgebrannt hatten, war diesmal rein gar nichts zu sehen. 

Favre musste bei seinem Jubiläum letztendlich nur den gelbgesperrten Julian Korb ersetzen, für den Havard Nordtveit auf rechts verteidigte. Martin Stranzl konnte das Team dagegen trotz einer Schleimbeutelentzündung als Kapitän und Abwehrchef auf den Platz führen. Bei Bayer gab Nationalspieler Sidney Sam nach ausgestandenem Muskelfaserriss sein Startelf-Comeback nach zweieinhalb Monaten. Für Stefan Reinartz kam ein Einsatz wegen seiner Fersenprobleme dagegen noch zu früh, der mexikanische Last-Minute-Neuzugang Andres Guardado nahm zunächst auf der Bank Platz. Ex-Nationalspieler Roberto Hilbert ersetzte als rechter Außenverteidiger etwas überraschend den Italiener Giulio Donati. 

Die erste bemerkenswerte Szene einer von Beginn an wenig prickelnden Partie ereignete sich abseits des Spielfeldes: Bayers Ersatzspieler Philipp Wollscheid, der erst in der Nachspielzeit eingewechselt wurde, warf bei einem Gladbacher Einwurf einen zweiten Ball aufs Feld und sah von Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) regelkonform die Gelbe Karte (9.). Es blieb für einige Zeit der letzte Aufreger. Kurz vor Schluss sah dann  auch noch Leverkusens Ersatzspieler Giulio Donati beim Warmlaufen wegen unsportlichen Verhaltens den gelben Karton.

Die jüngsten Ergebnisse - auch Bayer hatte vor dem mühsamen 2:1 gegen den VfB Stuttgart drei Spiele in Folge verloren - steckten beiden Teams offenbar noch in den Knochen. Die Angst vor einer weiteren Niederlage schien bei beiden Teams die Gier nach einem Sieg zu überlagern. 

Vor allem bei den Gästen klappte das Spiel nach vorne im ersten Durchgang überhaupt nicht. Als erster der beiden in der U21-Nationalelf in inniger Rivalität vereinten Torhüter musste demnach in der 19. Minute Bayer-Schlussmann Bernd Leno eingreifen, der spektakuläre Volleyschuss von Patrick Herrmann kam aber zentral aufs Tor und war deshalb relativ leichte Beute. Lenos Gegenüber Marc-André ter Stegen musste dagegen erst in der 39. Minute den ersten Ball halten - auch jener Schuss von Stefan Kießling, der sich die Bälle meist in der eigenen Hälfte holen musste, sorgte jedoch allenfalls für eine leichte Streckübung. 

Den Weckruf in der Pause hatte offenbar Bayer besser verstanden, im Gegensatz zum ersten Durchgang waren nun die Gäste das etwas bessere von zwei wenig überzeugenden Teams. Sons Schlenzer zum Führungstor resultierte jedoch aus dem ersten nennenswerten Torschuss.

Die besten Spieler beider Teams waren bezeichnenderweise in der Defensive zu finden. Bei der Borussia waren es die sichtlich motivierte Bayer-Leihgabe Christoph Kramer als "Sechser" und Nordtveit. Bei den Gästen der überragende Ömer Toprak und sein Innenverteidiger-Kollege Emir Spahic.

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