WM

Sommer: Katar behandelt Arbeiter "wie Sklaven"

Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), attackiert den Fußball-Weltverband FIFA und den WM-Ausrichter Katar in aller Schärfe. SID-IMAGES/AFP/KARIM JAAFAR

Köln - Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), attackiert den Fußball-Weltverband FIFA und den WM-Ausrichter Katar in aller Schärfe und fordert seine Kollegen auf, bei den nationalen Fußballverbänden Einfluss zu nehmen.

"Es kann nicht sein, dass die WM in einem Land stattfindet, das seine Arbeiter wie Sklaven behandelt. 2011 hat die FIFA die WM vorschnell nach Katar vergeben. Die Entscheidung wurde auf offenkundig fragwürdiger Basis getroffen", schrieb Sommer in einem Brief, der am Freitag an Gewerkschaftsverbände in den Ländern mit einem Sitz im FIFA-Exekutivkomitee ging. Dieses Schreiben liegt dem SID vor.

Der DGB-Chef verweist auf die Unterstützung von Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und fordert seine Kollegen eindringlich zum Handeln auf. "Ich bitte sie, Kontakt zu ihrem nationalen Fußball-Verband aufzunehmen, um über diese unmenschlichen Bedingungen zu informieren und ein verstärktes Engagement anzustoßen, Katar diese WM zu entziehen, wenn nicht sofort wirkungsvolle Maßnahmen getroffen werden, die Ausbeutung zu beenden", schreibt der 61-Jährige.

Sommer erbittet von seinen Kollegen bis zum 25. November Bericht über die Reaktion der nationalen Fußball-Verbände - rechtzeitig zur Sitzung der FIFA-Exekutive am 4. und 5. Dezember in Brasilien.

Der Süddeutschen Zeitung hatte Sommer, in Personalunion Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), gesagt: "Es wird weiterhin gequält und gestorben. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und ich haben nun verabredet, dass jeder seine Leute mobilisiert. Wir haben uns maximal sechs Wochen gegeben. Dann sichten wir die Ergebnisse unserer Aktion und gehen auf die FIFA los."

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