Confed-Cup | 21.06.2013

Romário greift FIFA an und unterstützt Demos

Mit beißender Kritik an die FIFA und einer klaren Botschaft an die politische Klasse Brasiliens hat Idol Romário erstmals während des Confed Cups deutlich Stellung bezogen.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/Pixathlon/

Rio de Janeiro - Mit beißender Kritik an die FIFA und einer klaren Botschaft an die politische Klasse Brasiliens hat Fußball-Idol Romário am Freitag erstmals während des Confed Cups deutlich Stellung bezogen. Der Weltmeister von 1994 und heutige Parlamentsabgeordnete bezeichnete die FIFA "als wahren Präsidenten des Landes" und prophezeit den korrupten Politikern ein Ende ihrer Machenschaften.

"Hier spricht nicht der Abgeordnete Romário, nicht der Ex-Fußballer Romário, nicht das Idol Romário, wer hier spricht, ist der Brasilianer Romário", begann der 47-Jährige ein rund achtminütiges Video, das er nicht auf seinen offiziellen Internet-Plattformen, sondern im Videoportal YouTube veröffentlichte. Dabei ist der Ex-Stürmer im Muskel-Shirt auf der Veranda seines Appartments zu sehen.

Über den Weltverband sagte Romário: "Der wahre Präsident des Landes nennt sich FIFA. Die FIFA kommt in unser Land, errichtet einen Staat in unserem Staat." Und kritisiert vor allem die Steuerbefreiung für den Fußball-Dachverband. "Sie kommen hierher, bauen den Zirkus auf, haben keine Auslagen, und nehmen alles mit", klagt er.

Auch die ausufernden Kosten für die Investionen in Stadien und Infrastruktur mit Blick auf den Confed Cup und die WM im kommenden Jahr geißelt der 1000-Tore-Torjäger. Bei der WM-Vergabe 2007 habe die Schätzungen bei 23 Milliarden Real gelegen, heute sind es schon 28 Milliarden, also umgerechnet 9,45 Milliarden Euro. "Bis zur WM fehlen noch ein paar Monate. Da kann man sich ja vorstellen, wo das noch hinführen kann", warnte der im Volk beliebte Politiker.

Sogar einen Teil seiner Berufskollegen griff er an und mahnte: "Unsere Regierungsvertreter müssen jetzt ein für allemal verstehen, dass die Tage des Betrügens, der Gaunereien, der Diebstähle, der Verlogenheiten und vor allem des fehlenden Respekts für das Volk beendet sind." Die in Stadionbau investierten Gelder von 2,4 Milliarden Euro hätten ausgereicht für 8000 neue Schulen oder 39.000 Schulbusse oder 28.000 Sportfelder, rechnet er vor.

Im Video unter dem Motto "Die WM in Brasilien und das Erwachen der Bevölkerung" ermutigt Romário auch die Demonstranten, weiter auf die Straße zu gehen. "Wir haben die Verpflichtung, das Land auf die richtigen Schienen, auf den richtigen Weg zu bringen", meint er und appelliert: "Macht weiter mit den Manifestationen, aber bleibt dabei immer friedlich."

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