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Rettig: Toleranz bei Torlinientechnik zu groß

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird ihre Einstellung zur Torlinientechnik auch nach dem Phantom-Tor von Sinsheim nicht grundlegend überdenken. SID-IMAGES/Firo/

Frankfurt/Main - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird ihre Einstellung zur Torlinientechnik auch nach dem Phantom-Tor von Sinsheim nicht grundlegend überdenken. "Wir sind in der DFL nicht gegen den technischen Fortschritt, aber wir sprechen hier über ein hochkomplexes System, das möglicherweise noch störanfällig ist. Eine Fehlertoleranzgrenze von drei Zentimetern, die die FIFA derzeit zulässt, ist für uns nicht annehmbar", sagte Geschäftsführer Andreas Rettig der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Bild.

Rettig verwies zudem auf die unterschiedlichen Vorlieben der internationalen Verbände: Die Europäische Fußball-Union (UEFA) ist für das Torrichter-System, der Weltverband FIFA wird dagegen bei der WM 2014 in Brasilien die Torlinientechnik der deutschen Firma GoalControl einsetzen.

Laut Rettig sind außerdem verschiedene Fragen noch nicht beantwortet. "Rüsten wir dafür nur die Stadien der ersten oder auch die der 2. Liga um? Nach welchen Kriterien soll der klassenübergreifende Pokalwettbewerb oder die Relegation über die Bühne gehen?", sagte der 50-Jährige.

Das "K.o.-Kriterium" für die DFL seien aber nicht finanzielle Erwägungen oder Schnittpunkte in nationalen Wettbewerben, "es sind die drei Zentimeter Toleranz, die wir nicht akzeptieren können. Erst, wenn diese Toleranz deutlich abgemindert wird, könnten wir uns dem technischen Oberschiedsrichter anvertrauen." Nach Informationen Rettigs solle diese Grenze im Februar oder März des kommenden Jahres auf den Prüfstand kommen, dann wolle die DFL "gegebenenfalls neu entscheiden".

Rettig appellierte zudem an die Beteiligten auf dem Platz, Situationen wie in Sinsheim künftig zu vermeiden. "Die beste Kontrolle ist der Fair-Play-Gedanke", sagte der Funktionär: "Wenn jeder, der Verantwortung für das Spiel trägt, auch Fehler zugeben und falsche Entscheidungen revidieren kann, ist diese Grundhaltung besser als jede Technik."

Der Leverkusener Stefan Kießling hatte am Freitag beim 2:1 von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim den Ball durch ein Loch im Außennetz ins Tor geköpft. Schiedsrichter Felix Brych (München) übersah dies und gab den Treffer, der keiner war.

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