Champions League

Real Madrid trotz Niederlage im Halbfinale

Mesut Özil und Sami Khedira haben mit Real Madrid trotz einer katastrophalen zweiten Halbzeit zum dritten Mal in Folge das Halbfinale der Champions League erreicht. SID-IMAGES/AFP/JAVIER SORIANO

Istanbul - Mesut Özil und Sami Khedira haben mit Real Madrid trotz einer katastrophalen zweiten Halbzeit zum dritten Mal in Folge das Halbfinale der Champions League erreicht. Die Nationalspieler verloren mit den Königlichen das Viertelfinal-Rückspiel beim türkischen Meister Galatasaray Istanbul zwar mit 2:3 (1:0), retteten sich dank des souveränen 3:0 im eigenen Stadion aber in die Runde der besten Vier.

Eine Co-Produktion der beiden Deutschen leitete das frühe 0:1 durch Cristiano Ronaldo ein (8.), der dem Spiel scheinbar frühzeitig die Spannung nahm. Gala kam nach einer vergebenen Großchance von Ronaldo (56.) aber durch den Ausgleich von Emmanuel Eboué (57.) zurück. Die im Winter verpflichteten Top-Stars Wesley Sneijder (71.) und Didier Drogba (72.) ließen Real durch ihren Doppelschlag innerhalb von 97 Sekunden sogar noch einmal ein wenig zittern. Ronaldo erzielte das unbedeutende 2:3 (90.+2) in der Nachspielzeit, seinen elften Saisontreffer in der Königsklasse. Istanbul fehlten somit am Ende drei weitere Tore. Real beendete das Spiel in Unterzahl, Arbeloa sah in der Nachspielzeit Gelb-Rot, weil er Schiedsrichter Stéphane Lannoy nach der Gelben Karte den "Vogel" gezeigt hatte.

In den beiden bisherigen Spielzeiten bei Real waren Özil, der erstmals ein Pflichtspiel im Land seiner Eltern bestritt und nach 81 Minuten ausgewechselt wurde, und Khedira mit den Madrilenen aber jeweils im Halbfinale gescheitert: einmal am Erzrivalen FC Barcelona, im Vorjahr an Bayern München. Eben diese beiden Teams haben am Mittwoch beste Chancen, sich ebenfalls für das Semifinale zu qualifizieren. Doch Real, das nun seit 13 Pflichtspielen ungeschlagen ist, träumt weiter von der "Décima", dem zehnten Titel im wichtigsten Vereinswettbewerb der Welt.

Vor 52.680 fanatischen Zuschauern hoffte Gala, das in der Runde zuvor Schalke 04 ausgeschaltet hatte, auch ohne den gesperrten Torjäger Burak Yilmaz auf das Wunder vom Bosporus und begann entsprechend motiviert. Doch wie schon bei der zuvor einzigen Viertelfinal-Teilnahme 2001 war Real Endstation für die Türken - damals waren beide Spiele mit denselben Ergebnissen geendet.

Real-Coach José Mourinho hatte das Spiel trotz des klaren Hinspiel-Erfolgs ernst genommen und im Großen und Ganzen seine Top-Elf aufgeboten. Neben den gesperrten Sergio Ramos und Xabi Alonso saß aber wieder Torhüter Iker Casillas auf der Bank, die Real-Ikone soll sich mit Mourinho überworfen haben. Zittern musste Real aber zu keiner Zeit, denn schon der erste sehenswerte Angriff führte zum ersten Tor: Özil bediente Khedira, dessen Hereingabe verwertete Cristiano Ronaldo aus kurzer Distanz zu seinem 47. Tor im 47. Pflichtspiel dieser Saison.

Der Treffer schockierte Galatasaray sichtlich, und Real hatte das Spiel fortan fest im Griff. Gala-Coach Fatih Terim versuchte nach der Pause, durch die Hereinnahme von Nordin Amrabat für den langjährigen Bundesliga-Profi Hamit Altintop neue Akzente zu setzen und beim letzten Auftritt auf der diesjährigen Königsklassen-Bühne wenigstens ein achtbares Ergebnis zu erreichen.

Zehn Minuten nach der Pause hätte Ronaldo das 2:0 erzielen müssen, er verstolperte jedoch den Ball nach mustergültiger Vorlage von Ángel di María fünf Meter vor dem Tor. Dieses Missgeschick bestraften die Türken umgehend: Nach Ablage von Sneijder drosch Eboué den Ball aus 18 Metern mit dem rechten Außenrist in den Winkel. Sneijder selbst hatte vier Minuten später das 2:1 auf dem Fuß, war nach einem Querschläger des einst von den Bayern umworbenen Fábio Coentrão aber zu überrascht und schoss weit daneben.

20 Minuten vor dem Ende machte Sneijder dies wett, nach seinem Treffer nach schöner Einzelleistung veränderten sich die Kräfteverhältnisse endgültig. Keine zwei Minuten nach der Istanbuler Führung sorgte Drogba mit einem spektukalären Hackentreffer für das 3:1.

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