Italien

Rassismus-Vorfall: Constant verlässt Spielfeld

Neuer Rassismus-Vorfall in Italien: Während eines Testspiels des AC Mailand gegen den US Sassuolo ertönten am Dienstagabend rassistische Sprechchöre gegen Kevin Constant. SID-IMAGES/AFP/Emilio Andreoli

Reggio Emilia - Ein neuer Rassismus-Vorfall bewegt den italienischen Fußball. Während eines Testspiels des Topklubs AC Mailand gegen den Serie-A-Aufsteiger US Sassuolo in Reggio Emilia ertönten am Dienstagabend rassistische Sprechchöre gegen den dunkelhäutigen Franzosen Kevin Constant. Der 26-Jährige mit Wurzeln in Guinea warf aus Protest den Ball in Richtung Tribüne und verließ nach einer kurzen Absprache mit dem Schiedsrichter das Spielfeld. Das Spiel sei danach fortgesetzt worden, berichteten italienische Medien.

Während der italienische Fußball-Verband (FIGC) am Mittwoch eine Untersuchung "der rassistischen Veranstaltung" einleitete, kritisierte AC-Geschäftsführer Adriano Galliani das Verhalten seines Profis. "Rassistische Rufe sind skandalös, scheußlich, aber man kann nicht das Spielfeld verlassen. Das ist nicht ok", wird Galliani in italienischen Medien zitiert.

Constants Verhalten erinnert an den Rassismus-Vorfall mit Mailands Deutsch-Ghanaer Kevin-Prince Boateng im Januar. Damals verhöhnten Fans des italienischen Viertligisten Pro Patria den 26-Jährigen mit rassistischen Sprechchören. Boateng verließ den Platz, die Mitspieler schlossen sich an, die Partie wurde abgebrochen. Sechs Pro-Patria-Fans wurden zu Gefängnisstrafen von 40 Tagen bis zu zwei Monaten verurteilt. Ein Gericht belegte die Männer zudem mit einer Geldstrafe von insgesamt 10.000 Euro.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder die Diskussion einen unschönen Ton annimmt, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen!