Italien | 16.10.2013

Rassismus: Verband führt "bedingte Strafe" ein

Der italienische Fußballverband FIGC ändert die Strafen im Fall von rassistischer oder "territorialer" Diskriminierung.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/AFP/JOHN THYS

Rom - Der italienische Fußballverband FIGC ändert die Strafen im Fall von rassistischer oder "territorialer" Diskriminierung: Die bei diskriminierendem Verhalten der Fans verhängte Strafe soll ein Jahr lang zur Bewährung ausgesetzt werden und nur dann Anwendung finden, wenn die Tifosi erneut durch rassistische Vorfälle auffällig werden.

Die Strafen sollen von Austragung von Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zur Schließung lediglich einer Fankurve reichen. Wenn sich nur eine Minderheit der Tifosi für rassistisches Verhalten verantwortlich macht, sollen keine Strafen verhängt werden. Damit will man verhindern, dass eine kleine Gruppe einem ganzen Klub schwer schade, teilte der Fußballverband am Mittwoch mit.

Zuletzt hatte die gegen den AC Mailand zuerst verhängte und dann aufgehobene Strafe wegen "territorialer Diskriminierung" in Italien für Aufregung gesorgt. Der ehemalige italienische Fußball-Meister hatte mit seinem Einspruch Erfolg gehabt und kommt wohl um ein Geisterspiel gegen Udinese Calcio am kommenden Samstag herum.

Die italienische Sportgerichtsbarkeit hatte die Lombarden wegen angeblich diskriminierender Gesänge der Milan-Tifosi bestraft. Die Mailänder Fans hatten die Anhänger des Tabellenzweiten SSC Neapel in der Partie gegen Juventus Turin verunglimpft. Der Vorwurf des Sportgerichts lautete "territoriale Diskriminierung".

Milan legte Einspruch gegen die Strafe ein und begründete den Widerspruch damit, dass verbale Provokationen zwischen Fans der Klubs in Nord- und Süditalien seit vielen Jahren zum festen Brauch unter den Anhängern im Land des viermaligen Weltmeisters gehören würden.

Facebook, Twitter und Google+

Freund von 11FREUNDE werden