Bundesliga | 10.11.2013

Pleite im Derby: Eintracht weiter im Sturzflug

Der Sturzflug von Eintracht Frankfurt geht weiter. Die Hessen verloren das Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 durch einen Last-Minute-Treffer von Eric-Maxim Choupo-Moting) mit 0:1.
Text: SID Bild: SID-IMAGES/Pixathlon/

Mainz - Armin Veh war außer sich vor Wut. "So eine Scheiße, das gibt's doch nicht", schimpfte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 0:1 (0:0) im Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05, dann war er gemeinsam mit seinem Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen auch schon im Kabinentrakt verschwunden. Die Eintracht, vor kurzem noch von den Höhenflügen im Europapokal berauscht, ist im Sturzflug: Sie ist seit sieben Spielen ohne Sieg, hat nach 12 Spieltagen nur 10 Punkte auf dem Konto und muss sich wohl auf den Abstiegskampf einstellen.

"Es gibt so Phasen. Wir strotzen nicht gerade vor Selbstvertrauen, haben aber eigentlich ein ganz gutes Spiel gemacht. Bis zu dieser Flanke, die dann noch angesegelt kommt", sagte Eintracht-Stürmer Alexander Meier, der den Ball selbst in der 3. Minute ans Mainzer Lattenkreuz geköpft hatte, bei Sky. "Diese Flanke" - sie kam von Zdenek Pospech, Eric-Maxim Choupo-Moting köpfte den Ball zum Sieg des FSV ins Tor (88.). Meier zeigte sich dennoch zuversichtlich: "Wenn wir weiter so spielen, kommen wir da auch wieder raus."

Die Mainzer können wesentlich ruhiger in die Länderspielpause gehen. 16 Punkte und ein gutes Polster zu den Abstiegsrängen lassen Fans und Offizielle tief durchatmen. "Es gab schon bessere Fußballspiele, aber man darf auch einmal einen glücklichen Sieg in Anspruch nehmen", sagte FSV-Manager Christian Heidel, der ein recht munteres, aber lange torloses Derby sehr gut beschrieb. "Das sind die süßesten Siege, wenn man sich spät belohnt", sagte Trainer Thomas Tuchel.

Von Verunsicherung war bei den Frankfurtern, die unter der Woche in der Europa League bei Maccabi Tel Aviv eine blamable Pleite (2:4) kassiert hatten und in der Bundesliga-Historie in Mainz noch ohne Dreier sind, eigentlich wenig zu spüren. Vor 34.000 Zuschauern suchten die Gäste ihr Heil in der Offensive. Dabei verpassten in der Anfangsphase erst Meier mit seinem Kopfball und wenig später Vaclav Kadlec (10.) die Führung.

Die Mainzer, die unter anderem auf Nicolai Müller sowie die Torhüter Heinz Müller (Hüftprobleme) und Christian Wetklo (Rotsperre) verzichten mussten, hielten sich zurück und lauerten primär auf Fehler der Gäste. Zu mehr als einem Schuss ans Außennetz von Zdenek Pospech (8.) reichte es nach eben einem solchen Ballgewinn zunächst aber nicht.

Dies änderte sich in der 22. Minute schlagartig: Nach einem mustergültigen Konter tauchte Shinji Okazaki frei vor Eintracht-Keeper Kevin Trapp auf, der seine Mannschaft mit einem glänzenden Reflex ebenso vor dem Rückstand bewahrte wie sechs Minuten später nach Pospechs Fernschuss. Danach verlor die Partie an Tempo und Attraktivität.

In der Halbzeit schienen die Protagonisten ihre Akkus wieder aufgeladen zu haben. Mit nun offenem Visier spielten beide Mannschaften auf den Führungstreffer - im Mittelpunkt standen die Torhüter. Erst rettete Trapp gegen Polter (46.), auf der anderen Seite behielt FSV-Keeper Loris Karius in seinem ersten Bundesliga-Spiel von Beginn an gegen Tranquillo Barnetta gleich zweimal (49.) die Ruhe.

Fortan erspielten sich die Hausherren im Gegensatz ein leichtes Übergewicht. Trapp bot im Duell mit Polter (72.) erneut seine ganze Klasse auf, musste sich schließlich aber doch noch geschlagen geben.

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