UEFA

Platini rechnet mit "großer Mehrheit" für EM-Pläne

UEFA-Präsident Michel Platini sieht große Chancen für sein revolutionäres Vorhaben, die Endrunde der EM 2020 in 13 über den gesamten Kontinent verteilten Spielstätten auszutragen. SID-IMAGES/AFP/ELVIS BARUKCIC

Köln - UEFA-Präsident Michel Platini sieht große Chancen für sein revolutionäres Vorhaben, die Endrunde der Fußball-EM 2020 in 13 über den gesamten Kontinent verteilten Spielstätten auszutragen. "Mein Gefühl sagt mir, dass es eine große Mehrheit für diesen Plan gibt. Aber wir können noch nicht in die Details gehen, ehe das Exko entschieden hat", sagte Platini der Bild-Zeitung (Freitagausgabe).

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union tritt am 6. Dezember zusammen. "Stimmt die Mehrheit zu, kann es schnell eine Entscheidung geben. Mit DFB-Boss Wolfgang Niersbach und weiteren Präsidenten habe ich schon über diese schöne Idee gesprochen", sagte Platini.

Niersbach bestätigtete am Donnerstagabend auf einer Podiumsdiskussion in Passau die Aussagen Platinis. "Der Trend ist klar. Es kann sein, dass das Modell schon im kommenden Dezember beschlossen wird", sagte der DFB-Präsident und hob hervor: "Das soll kein Modell für die Ewigkeit sein." Offizieller Anlass soll das 60-jährige EM-Bestehen in dem betreffenden Jahr sein. Platini hatte seinen Plan aber auch stets damit begründet, dass die Austragung einer EM in Zeiten der Finanzkrise für nur ein Land immer schwerer zu realisieren ist.

Nach derzeitigem Stand könnten mindestens drei der Spiele in Deutschland ausgetragen werden. Sollte sich die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren, soll sie ihre Gruppenspiele in Berlin austragen. "Die Finalwoche soll in einer Stadt stattfinden, die UEFA denkt da an Istanbul", sagte Niersbach. Die Türkei hatte Interesse angemeldet, die EM 2020 im gewohnten Modus auszurichten.

Niersbach hob die Einmaligkeit des Vorhabens hervor und betonte, er sei "ein Anhänger des alten Modells". Er verwies auf die Probleme für die Fans, die eine Ausrichtung des Turniers auf dem kompletten Kontinent mit sich bringen würde.

Derweil lehnt Platini die Wiedereinführung von Stehplatz-Bereichen in europäischen Wettbewerben kategorisch ab: "Ich werde als UEFA-Präsident nie mehr Stehplätze in den Stadien akzeptieren. Dafür habe ich im Fußball zu viele Stadion-Katastrophen erlebt. Wir haben dafür gekämpft, dass die Zäune hinter den Toren wegkommen. Aber Stehplätze wird es unter meiner Führung nicht mehr geben."

Platini hatte im Endspiel des Landesmeister-Pokals 1985 in Brüssel, das als Heysel-Katastrophe mit 39 Toten in die Geschichte einging, das 1:0-Siegtor für Juventus Turin gegen den FC Liverpool erzielt.

Der UEFA-Präsident schloss zudem auch die Einführung der Torlinien-Technologie erneut aus: "Ich war immer gegen den Einsatz von Technik im Fußball. Deshalb wird es in den europäischen Wettbewerben keine Torlinien-Technologie geben. Auch aus finanziellen Gründen: Wenn ich die Technik in der Champions League und Europa League einführe, kostet mich das jetzt 32 Millionen Euro für 78 Stadien. In fünf Jahren kostet es dann 54 Millionen."

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte sich am Mittwoch gegen die Pläne von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gestellt und eine Einführung der Torlinientechnik zur Saison 2013/14 ausgeschlossen.

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