Bundesliga

Osmers: "Fairplay wäre Kießlings Pflicht gewesen"

20 Jahre nach seiner Phantom-Tor-Entscheidung sieht Ex-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers in der Debatte über das Skandaltor von Hoffenheim Stefan Kießling in der Verantwortung. SID-IMAGES/AFP/DANIEL ROLAND

Bremen - Gut 20 Jahre nach seiner historischen Phantom-Tor-Entscheidung von München sieht Ex-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers in der Diskussion über den Skandaltreffer von Hoffenheim den statistischen Schützen Stefan Kießling von Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen in der Verantwortung. "Für mich hat Kießling ganz klar erkannt, dass der Ball nicht ins Tor gegangen ist. Da wäre Fairplay Kießlings Pflicht und Schuldigkeit gewesen. Er hätte es Schiedsrichter Felix Brych sagen müssen. Brych hätte in dieser Situation die Unterstützung von Kießling und anderen Spielern gebraucht, die auch gesehen haben, dass es kein Tor war. Aber da sieht man, dass die ganzen Fairplay-Kampagnen der Verbände wohl nichts wert sind", sagte Osmers dem SID am Samstag.

Brych hatte am Freitag bei Leverkusens 2:1-Sieg in Hoffenheim ein neben das Tor gegangenen Kießling-Kopfball, der durch ein Maschenloch ins Gehäuse gelangte, fälschlich als Tor gewertet. Osmers hatte 1994 in einer ähnlichen Situation ein Tor für Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg gegeben, obwohl der Ball nach einer Berührung des damaligen Nationalspielers Thomas Helmer neben das Tor gerollt war.

Kießling, der sich in der entscheidenden Situation schon enttäuscht abgedreht und erst nach zögerlichen Gratulationen seiner Kollegen den Torschützen gemimte hatte, rechtfertigte schon vor der Osmers-Kritik sein Verhalten via Facebook: "Ich bin selbst ganz aufgewühlt. Nach den Wiederholungen im Fernsehen sehe ich es eindeutig so: es war kein reguläres Tor. Im Spiel habe ich nach meinem Kopfball und dem Drehen des Kopfes nicht genau gesehen, ob der Ball korrekt ins Tor gegangen ist oder nicht. Irgendwie lag der Ball im Tor. Genau das habe ich auch dem Schiedsrichter gesagt. Es tut mir leid für alle Sportfans und den Verlauf des Spiels. So zu gewinnen, ist natürlich nicht schön. Fairness ist wichtig für den Sport, bei uns im Verein und für mich ganz persönlich."

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