EM

Oranje raus - Ronaldo schießt Portugal weiter

Portugal dank Cristiano Ronaldo obenauf: Vize-Weltmeister Niederlande muss bei der EM in Polen und der Ukraine nach einer 1:2-Niederlage gegen Portugal die Heimreise antreten. SID-IMAGES/AFP/FRANCISCO LEONG

Charkow - Oranje am Boden, Portugal dank Cristiano Ronaldo obenauf: Vize-Weltmeister Niederlande muss bei der EM in Polen und der Ukraine nach einer historisch schlechten Vorrunde die Heimreise antreten. Die Elftal verlor in Charkow nach zwei Ronaldo-Treffern mit 1:2 (1:1) und scheiterte trotz totaler Offensive kläglich bei ihrem Versuch, als erste Mannschaft in der EM-Geschichte nach zwei Niederlagen zum Auftakt doch noch ins Viertelfinale einzuziehen. Null Punkte aus drei Spielen - das gab's für Oranje noch nie.

Die Portugiesen stehen dagegen im Viertelfinale, dank der ersten beiden Turniertreffer von Ronaldo (28. und 74.), der es all seinen Kritikern zeigte. Gegner des EM-Zweiten von 2004 in der ersten K.o.-Runde ist am Donnerstag in Warschau Tschechien.

Rafael van der Vaart brachte die Niederlande zwar schon in der elften Minute mit 1:0 in Führung, doch danach was es vorbei mit der Oranje-Herrlichkeit. Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied hätte hergemusst, gleichzeitig waren die Niederländer auf Schützenhilfe des Erzrivalen Deutschland angewiesen. Nur eins von beiden traf ein, die DFB-Elf gewann gegen Dänemark 2:1.

"Wir haben dreimal verloren, ein schlechtes Turnier gespielt und es nicht verdient, weiterzukommen. Portugal war die bessere Mannschaft", sagte Torschütze van der Vaart: "Das ist eine Schande. Jeder von uns muss jetzt in den Spiegel blicken."

Bondscoach Bert van Marwijk, dessen Zukunft nun ungewisser denn je ist, hatte schon mit der Aufstellung die Zeichen auf Offensive pur gestellt. Er brachte erstmals Bundesliga-Torschützenkönig Klaas-Jan Huntelaar von Beginn an. Ebenfalls neu in der voll auf Offensive ausgerichteten Startelf standen van der Vaart und Ron Vlaar, weichen mussten Kapitän Mark van Bommel, Jon Heitinga und Ibrahim Afellay. Portugals Trainer Paulo Bento vertraute der gleichen Elf wie beim 3:2-Sieg gegen Dänemark.

Auf dem Rasen zahlte sich die totale Offensive zunächst aus, 37.445 Zuschauer in Charkow sahen zu Beginn eine überlegene Oranje-Mannschaft, die im Mittelfeld beinahe nach Belieben kombinieren durfte. Angetrieben vom starken van der Vaart sowie Flügelstürmer Arjen Robben setzte Holland die Portugiesen unter Dauerdruck und wurde früh belohnt: Nach Vorarbeit von Robben schoss van der Vaart in seinem 99. Länderspiel aus 20 Metern unhaltbar ein.

Statt auf den zweiten Treffer zu drängen, zog sich das Oranje-Team nach der Führung überraschend zurück. Allen voran Portugals Superstar Cristiano Ronaldo schaltete einen Gang höher und riss das Spiel an sich. Pech hatte der Real-Torjäger, als er nach schöner Einzelleistung mit seinem Schuss nur den linken Außenpfosten (16.) traf. Zwei Minuten später konnte Helder Postiga einen bösen Schnitzer von Gregory van der Wiel nicht nutzen (18.), Raul Meireles traf kurz darauf das Außennetz (19.).

In der Folge übernahm Portugal immer mehr das Kommando. Während Holland mit seinem flüssigen Kombinationsspiel kein Durchkommen mehr fand, nutzte die Seleccao gekonnt den entstehenden Freiraum. So auch beim Ausgleich: Nach einem Ballverlust spielte Joao Pereira einen Traumpass durch die unsichere niederländische Viererkette auf Ronaldo, der zu seinem ersten Turniertor vollendete. Kurz darauf hätte Ronaldo mit einem Flatterball aus 35 Metern sogar beinahe das 2:1 erzielt.

Nach der Pause begannen die Niederlande erneut druckvoll, die erhoffte schnelle Führung verpassten aber sowohl der schwache Huntelaar (51.) als auch Vlaar (54.). Mit zunehmender Spieldauer schwanden dann die Hoffnungen bei der Elftal. Während Robben und Co. die Enttäuschung immer deutlicher ins Gesicht geschrieben war, lauerten die Portugiesen nur noch auf Konter.

Ein Gegenstoß wie aus dem Lehrbuch führte in der 67. Minute beinahe zum zweiten Tor der Portugiesen. Der spielfreudige Ronaldo überbrückte das gesamte Mittelfeld und bediente den mitgelaufenen Fabio Coentrao, der in Maarten Stekelenburg seinen Meister fand. Nachdem auch Nani freistehend an dem Oranje-Schlussmann gescheitert war, machte es Ronaldo höchstpersönlich: Nach einem Pass von Nani hatte der Superstar alle Zeit der Welt und vollendete überlegt zum 2:1. Van der Vaart traf in der 83. Minute mit einem Distanzschuss nur den Pfosten, ebenso Ronaldo kurz vor dem Abpfiff.

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